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Elternerziehungsschule (2)

Von tastifix Samstag 25.05.2024, 12:22 – geändert Samstag 25.05.2024, 12:38

Darum berichte jetzt ich weiter:

Anhaltender Stille alarmiert mich. Angestrengt horche ich nach oben in die Jugendetage, doch auch dort herrscht Stille.
´Halten sie etwa wirklich mal ´nen Mittagsschlaf?`
Allein mir fehlt der Glaube.
Fast hätte ich auf meinem Kontrollgang die Kellerräume vergessen.
´O je, der Hobbyraum!!?`
Hastig renne ich die Treppe hinunter, öffne die Tür zum Spielparadies und pralle entsetzt zurück.Vor mir ein riesiges Schokoladenfeld. Darin ganz viele umgekippte, weil wohl total überfressene Gummibären und um sie herum hübsche Weingummi-Blumenhecken.

Mein Aufschrei schallt durcvhs ganze Haus. Erschrocken eilt der Papa meiner Kinder herzu, ist der gleichen Meinung und nun gellen gleich zwei Tarzan-Schreie durchs Heim. Spontan plündern wir im Vorratskeller die Regale mit den Reinigungsmitteln leer. Nur ´Ata` lassen wir stehen - und verbringen dann einen wahrlich amüsanten Schrubb-Nachmittag. Viel zu spät erst registrieren wir, dass die Neugierde unser Töchterchen wie aus dem Nichts auftauchend herzu getrieben hat und Klein-T. von der Tür aus beobachtet, wie wir ächzend den Boden mit Teppichschaum bearbeiten. Nach einer Stunde mit nur kläglichem Putzerfolg flüchten zum Uns-wieder-Beruhigen ins Wohnzimmer. Die Sehnsucht nach dem Keller hält sich sehr in Grenzen ...

„Ob das vielleicht doch nicht so` ne tolle Idee war?", grübelt T..
Sie hat ja Mama und Papa verzweifelt schuften sehen. Doch hat ihr derweil jenes weiße Zeug, das so schön schäumte. sehr gefallen, mit dem Mama und Papa dem Schokoladenfeld einen deftigen Schrecken eingejagt haben.
"Das ist auf einmal viel kleiner geworden. - Arme Gummibärchen!", denkt T. besorgt. „Aber sie sind ja satt und schlafen jetzt eben!"

T. schämt sich inzwischen, will helfen, alles wieder in Ordnung zu bringen. Und sucht nach jener Dose mit dem weißen 'Schaum.Vergeblich. Hm, dann macht sie eben selber welchen. Wir meiden ja den Gang in den Keller und werden nicht stören. Im Vorratskeller greift sie sich fast alles, was weiß ist. Eine Tüte Mehl, eine mit Zucker und, damit es schön breiig werden soll, obendrein eine große Dose Penatencreme aus dem Bad.
Sie patscht, mengt und rührt. Uff, strengt das an! Auf der kleinen Stirn stehen Schweißtropfen. Mit der völlig verkrusteten Hand wischt sie sie stöhnend ab. Stattdessen klebt dort jetzt Penatenmehl. Doch egal, die Arbeit eilt! Stolz sieht sie auf den Mehl-Zucker-Penatenbrei, befindet ihn aber für als noch zu fest und mischt ein wenig Wasser darunter. So, jetzt entspricht er ihren Vorstellungen.

Sie knetet die Pampe sorgfältig, nachhaltig sorgfältig, in den Teppichboden ein. Wenig später sieht der erstaunlich frisch aus. Beinahe so weiß wie T., wenn sie aus der Badewanne steigt. Begeistert rubbelt sie immer fester. Na, Mama und Papa werden stolz sein, wie rührend(im wahrsten Sinne des Wortes!) sie darum bemüht ist, ihre Untat wieder zu beseitigen. Dieser Gedanke macht ihr Mut.
„Äätsch, Mama!", triumphiert sie, „Dein Schaum war blöd. Der ging wieder weg. Meiner ist viel besser. Der bleibt fest drauf. Das sieht so viel schöner aus!"
Leider reicht der Pampenvorrat nicht ganz aus. Doch sie hat zumindest den guten Willen bewiesen. Ihr Herz klopft wieder ruhiger. Ja, sie glaubt fest, dass damit fix alles wider gut wird.

Als wir uns nach fast zwei Stunden Ausruhen zwingen, ein zweites Mal den Keller aufzusuchen, um dem Rest der Schweinerei noch den Kampf anzusagen, sind wir jedoch ganz gegensätzlicher Meinung. Wären wir doch nur oben geblieben! Seufzend begeben wir uns an die Arbeit. Stunden vergehen. Erst gegen späteren Abend schaut der Hobbyraum wieder aus, wie ein solcher Raum aussehen sollte.
Erschöpft besuche ich denn doch noch kurz mein Töchterchen in dessen Kinderzimmer. Anstatt zu schlafen, sitzt T. auf dem Boden. Auf dem Schoss ein Bilderbuch umklammernd. Sie schaut mich, rot geworden, bedrückt an.
„Hast Du das im Keller gemacht?“
Ein paar Krokodiltränen rollen.
„Wollte helfen!“, flüstert sie.
Wie sie dort so als personifiziertes schlechtes Gewissen hockt, vor allem aber zusätzlich diese Krokodilstränen, lässt meinen Frust schwinden wie Sonne die Butter. Statt zu schimpfen flüstere ich ebenso leise zurück:
“Bitte, Kleines: Hilf so nie wieder!

Wegen dieser so sehr milden Reaktion lobt uns denn das Versetzungszeugnis in die 3. Klasse nur so über den Klee. Geschafft!

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