Elternerziehungsschule (1)
Von
tastifix
Samstag 25.05.2024, 11:24 – geändert Samstag 25.05.2024, 12:35
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tastifix
Samstag 25.05.2024, 11:24 – geändert Samstag 25.05.2024, 12:35
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Soeben stellt Elternschuldirektorin T. stolz Mama und Papa ein Zeugnis aus. Sie meint, wir haben es verdient, in die 2. Klasse versetzt zu werden. Denn sie hat uns streng getestet, wieviel wir an Streichen ertragen und zweitens, wie sie es hin bekommen könnte, dass wir machen, was sie will.
Nun, was dies angeht, ist sie bislang sehr zufrieden mit uns und unterzeichnet das wichtige Dokument mit einem Kritzekreuzchen. T. Ist erst drei Jahre alt. Die Prüfung zur 2. Klasse ist ist nicht einfach gewesen..
"Mama und Papa haben doll geschwitzt! Und dann hat Mama ganz lange geputzt, bis die Waschküche wieder sauber war!"
Noch nicht mal Schimpfe hat T. bekommen. Brave Mama, lieber Papa!
Irgendwie tun wir ihr leid. Wir ahnen ja nichts von der tollen Beurteilung, dürfen wir aber auch nicht, Zuviel Lob ist nicht gut. Zudem will sie uns ja noch viel mehr beibringen, damit wir dann mit noch mehr Erfolg auch auch die 3. Klasse erreichen.
"Die 2, Klasse ist schwieriger als die erste. Hat S. gesagt."
S. ist ihre älteste Schwester und besucht bereits die 3. Klasse. Deshalb denkt sich T. neue Bewährungsproben für uns aus.
„Zum Lernen ist die Schule da!“, hat S. auch gesagt.
Am liebsten möchte T. alle Ideen gleichzeitig nutzen. Doch dies würde selbst für sie zu kompliziert.
Lange Ferien gibt es in T.`s Elternerziehungsanstalt nicht. Darum entschließt sie sich sehr schnell, womit sie anfangen will. Nichtsahnend leiste ich bei ihrem Plan noch Hilfestellung.
Wieder ist Großputz angesagt. T. entgeht nichts und ist prompt zur Stelle. An diesem Tag wird’s noch irre spannend.
Im Hobbyraum liegt Teppichboden. Auf dem toben meist vier Kinder. S, N. und die Zwillinge T. und K.. Die Vier schwärmen für Schluckerzeug. T. meint:
"Ohne Schokolade, Gummibären und Bonbons ist das schönste Spiel doof"
Das Zeug schmeckt nicht nur toll, nein, sie gönnt den Gummibären gern ein weiches Lager.
"Bärchen brauchen ja eine Höhle!", argumentiert sie.
Die sind zwar bereits angelutscht, aber das macht ja nichts. So pappen sie besser auf dem Teppich und fallen nicht sofort um. Sr besorgt um das Wohlergehen der patschpfotigen Lieblinge, legt sie rings um sie ein dickes Schokoladenfeld an. Froh sieht sie, welch Kulleraugen ihre bunten Freunde daraufhin bekommen. T. hat eben eine blühende Fantasie.
Besonders schwärmt sie für die riesigen Tüten mit den ganz vielen Gummibären darin. Und die brauchen noch mehr Höhlen und genauso viel Schokolade. Eifrig bei der Sache, freut sie sich auf noch mehr Kulleraugen. Als sie dann ihre Bemühungen um die klebrige Tierwelt einstellt, schaut der Hobbyraum aus wie ein Tierreservat sehr aparter Art. T.s Fantasie-Wind hat den Schokoladensamen in alle Ecken des 30qm-Raumes geweht. Der Teppicboden ist vor Braun fast nicht mehr zu erkennen. Ein wahres Paradies für Gummibärenbäuche.
Doch dann wird’s T. eigenartig zumute. Plötzlich ist sie sich gar nicht mehr so sicher, ob wir bei jenem Anblick ebenfalls jubeln werden und schleicht auf Zehenspitzen von dannen ...