Einem Teufelskreis entronnen
Von
tastifix
Samstag 17.10.2020, 15:27
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tastifix
Samstag 17.10.2020, 15:27
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Früher schuftete ich im Beruf, machte unaufgefordert Überstunden, ließ mir unnötigerweise zusätzliche Aufgaben aufbürden. Ich empfand es noch nicht einmal als Last, denn ich hatte Erfolg.
Ich merkte nicht, dass ich litt. Worunter?
Dann heiratete ich und bekam vier Töchter. Wieder schuftete ich. Zwei meiner Kinder waren jahrelang sehr krank. Ich stand 24 Stunden am Tag parat und trug deren Probleme mit. Ich kämpfte ums sie, für sie, noch im Schlaf.
Ich merkte immer noch nicht, dass ich litt ...
Auch für meine Tiere war ich immer da. Auch sie wollten umsorgt, gepflegt und getröstet werden. Ich schöpfte Kraft aus der Zuneigung, die sie mir tausendfach zurück gaben. Energie für den Kampf für meine Kinder ...
Meine Kräfte schwanden. Auf einmal merkte ich, dass ich litt!
Die Jahre voller Sorgen hatten mich beinahe aufgebraucht, als ich endlich wach wurde. Nein, ich wollte leben. Ich war auch noch da! Ich starrte in den Spiegel. Ich war nur noch ein Zerrbild meiner selbst.
Zum Glück war ich zäh ...
Ich übertrug meinen nunmehr fast erwachsenen Kindern einen Teil ihrer Selbstverantwortung, band sie ein in Diskussionen und machte ihnen klar, dass ich das Leben liebe und es leben wollte.
Ich streikte und nahm mich selber wichtiger, ließ nicht mehr alles auf meine Schultern abladen und erfüllte mir so manche Wünsche, genoss einfach. Wiederum blickte ich in den Spiegel und es sah mir ein fröhliches Gesicht mit strahlenden Augen entgegen. Ich hatte es zum Wohle meiner Familie und vor allem zu meinem eigenen geschafft, seelisch freier zu werden.