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Eine Reise, die ist lustig ... Oder auch nicht!

Von tastifix Mittwoch 06.09.2023, 10:12 – geändert Mittwoch 06.09.2023, 11:00

Mein Enkel war zwei Tage zuvor 9 Jahre alt geworden und ich freute mich dann auf die samstägliche Geburtstagsnachfeier in Mülheim. Das Wetter würde mitspielen und wir die meiste Zeit draußen sitzen. Leider hatte sich meine Bandscheibe nach langer Zeit wieder mal gemeldet, doch per Tablette verwies ich sie streng in ihre Schranken.
„Nicht ausgerechnet heute!“
Sie gab dennoch nicht ganz klein bei.

Mit dem sehnlich gewünschten Schlenker-Zebra unterm Arm startete ich gegen 11Uhr. Eigentlich viel zu früh, das Treffen war um 14 Uhr angesetzt. Aber wegen des augenblicklichen Bahn- und Buschaos war es mir so sicherer. Der fahrbare Untersatz ließ sich Zeit und traf mit 10minütiger Verspätung ein. Vielleicht war es dem ja wegen der Wärme zu anstrengend gewesen, den Fahrplan einzuhalten, ääh! S-Bahnen fuhren bereits seit zwei Monaten hier im Außenbezirk Düsseldorfs nicht mehr. Auf sie hätte ich also nicht ausweichen können.

Der Bus quälte sich dann 40min durch den dichten Verkehr, für eine Strecke, für die er bei normalem Betrieb knappe 25min gebraucht hätte. Die Sonne blitzte kräftig durchs Fenster, ich schwitzte. Doch im überfüllten Bus den Platz zu wechseln war nicht drin. Am Hbf angekommen, hatte ich Glück, der Regio stand schon bereit. Wie ich erfuhr, war er ebenfalls verspätet eingetroffen. Sonst hätte ich noch eine halbe Stunde Wartezeit auf den nächsten Zug in Kauf nehmen müssen. Erleichtert wollte ich die 20 Minuten Fahrt bis Mülheim genießen.
„Soll ja erst gegen 14 Uhr dort sein!“
Es beruhigte mich ungemein. Tja ...

Die Gelassenheit wich sehr bald einer steigenden Verunsicherung, denn es kam zu mehreren Stopps auf freier Strecke, von denen man ja bekanntlich dann nie weiß, wie lange sie andauern.
„Hoffentlich hält er überhaupt bis Mülheim durch!“
Andernfalls ...
Zum zweiten Male an diesem Tag erwies sich das Schicksal gnädig und mit noch akzeptabler Verspätung erreichte er mein Wunschziel. Als ich ausstieg, schnappte ich im ersten Moment nach Luft. Im Zug war es doch so angenehm klimatisiert gewesen. Aber draußen brannte die Sonne sengend und ich sah zu, dass ich durch den Bahnhofsbereich ins sich daran anschließende kleine Einkaufszentrum kam. Durch die Schaukelei im Bus und Zug und auf Grund der Tatsache, dass ich wegen dieser Fahrt extrem früh aufgestanden war, schlurfte ich denn halb müde durch die Geschäfte und kaufte für meine Enkelin noch eine Kleinigkeit, damit sie nicht traurig werden sollte, weil ihr Bruder wahrscheinlich mit Geschenken überhäuft werden würde und sie dann dagegen ...

Es wurde 13.20 Uhr. Bis ins Stadtzentrum zu laufen, um von dort aus mit der Straßenbahn weiterzufahren, hatte ich wirklich keine Lust, aber ein Taxi zu nehmen kam auch nicht infrage. Also entschloss ich mich, den halbstündigen Marsch die ständig ansteigende Straße entlang anzugehen. Nach wenigen Minuten bereute ich diesen Entschluss. Ich vertrage keine Schwüle und es wurde gar entsetzlich schwül, am Himmel zeigten sich schwere Wolken.Wenigstens war ich so schlau gewesen, einen Schirm mitzunehmen. Der Weg schien sich unendlich in die Länge zu ziehen und erst kurz nach 14 Uhr war ich endlich da, nassgeschwitzt und ziemlich groggy.
Aber die Freude darüber, dass es zwischen meinem Enkel und dem Zebra sofort gewaltig funkte, entschädigte denn doch.
„Zebbi darf bei mir im Bett schlafen!“
Und solch eine Bemerkung von einem Jungen, der sich extrem für Mathe und alles, was mit Logik zu tun hat, interessiert. Also eindeutig eher Pragmatiker ist.

Der Nachmittag verlief sehr schön. Meine Tochter und ihr Mann allerdings absolvierten, wie bei größeren Einladungen so üblich, trotz der Hitze ein Bedien- und Umsorg-Fitnesspensum. Gegen 18 Uhr wurde dann gegrillt und auch ich genoss die Köstlichkeiten. Dennoch vermochte ich den Gedanken an die Rückfahrt nicht ganz zu verdrängen.
„O je, bitte nicht wieder solch einen Zirkus!?“

Sehr bald nach dem Abendessen verabschiedete ich mich. Na ja: Die Straßenbahn gen Hbf kam pünktlich. Der Regio dagegen nicht so ganz und er erreichte Düsseldorf Hbf mit einer insgesamt halbstündigen Verspätung. Inzwischen fühlte ich mich wie ausgelaugt, obendrein begann mich die Bandscheibe wieder zu ärgern und ich gönnte mir denn doch die Taxifahrt nachhause.
Die Rückreise hatte über zwei Stunden in Anspruch genommen. Ich war also insgesamt um die fünf Stunden unterwegs gewesen. Für den Tag reichte es mir.

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