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Ein verrückter schweißtreibender Traum

Von tastifix Mittwoch 03.06.2020, 14:20 – geändert Donnerstag 04.06.2020, 17:51

´Entweder jetzt oder dieses Jahr gar nicht mehr!`, ermahne ich mich und begebe mich an die Arbeit.

In den nachfolgenden zwei Stunden ächze ich, mit schweren Tüten bepackt, alle fünf Minuten die Treppe hoch und dann mit leeren Tüten wieder herunter.
´Sorge um meine Fitness muss ich mir anscheinend nicht machen!`, lobe ich mich derweil insgeheim. ´Dass ich als unsportliches Wesen wirklich denn doch so sportlich bin?!!`
Es spornt mich zwar an, aber nicht in dem Maße, dass ich etwa alles hüpfend erledigen würde. Als mein Werk gegen Abend geschafft ist, bin denn ich noch geschaffter, falle groggy ins Bett und schlafe sofort ein.


Ich träume oft. Meist sind es romantische oder lustige Träume, aber ab und an ärgern mich welche, auf die ich gern verzichten würde:
Mir begegnen Horrorspinnen und Killerhornissen ...
Oder ich fahre einen Wagen so gegen den Baum, dass er danach einer Ziehharmonika ähnelt und das, obwohl ich gar keine Autofahrerin bin und mich auch nicht hinters Steuer klemmen würde ...
Oder ich klettere den Mont Everest hoch, erklimme triumphierend den Gipfel, erinnere mich dort leider meiner extremen Höhenangst und falle runter. Und das, obwohl ich niemals einen Berg besteigen würde.

Tja, und in dieser Nacht erlebe ich etwas, was weder so richtig romantisch, auch nicht unbedingt lustig ist, aber mir zum Glück denn doch keinen Angstschauder über den Rücken jagt. Wieder ächze ich die Treppen hoch, schleppe irre schwere Tüten mit mir. Ich komme am großen Dielenspiegel vorbei. Der Kerl hat nichts Besseres zu tun als mich zu beleidigen. Mir sieht mein Konterfei entgegen, verdreckt von oben bis unten, selbst mein Gesicht trägt dunkle Streifen.
´Bääh!`

Ich weiß nicht, warum und wieso, aber plötzlich sehe ich mich auf dem langgestreckten Balkon stehen und beobache mich selber, wie ich unter schrecklichem Getöse mit dem Hammer auf etwas einschlage und dies immer wieder. Spaziergänger rufen mir zu:
„Passen Sie auf, sonst haben Sie die längste Zeit ´nen Balkon gehabt!“
Verständnislos schaue ich sie an:
„Wieso? Das geht gar nicht anders, machen doch alle so!!“
Jetzt gucken sie irritiert und ziehen es vor, zur eigenen Sicherheit besser das Weite zu suchen.
Ich lasse mich davon nicht beirren und schlage weiter. Inzwischen zeichnen sich an den Armen schon Fitness-Studio-Muskelberge ab. Doch höre ich erst auf, als ich vor Anstrengung fast keine Luft mehr bekomme.
„Japps! Es reicht mir!!“

Just in diesem Moment wache ich auf. Nassgeschwitzt überdenke ich nochmals, was denn ich endlich in Angriff genommen hatte:
Es stimmt, dass ich die Treppe erklommen hatte.
Es stimmt auch, dass ich mit Tüten schwer bepackt war.
Genauso stimmt es, dass ich beim Blick in den Spiegel …
Und es trifft auch zu, dass ich dann auf dem Balkon sehr eifrig zugange und dann in Schweiß gebadet war…

Aber mein Traum hat dennoch gelogen:
Ich hätte doch nie die alte Erde aus den Blumenkästen mit dem Hammer bearbeitet. Nein, auch aus Dankbarkeit für ihre hervorragenden Dienste war ich viel rücksichtsvoller, und somit auch leiser, vorgegangen, hatte sie mit der Kinderschaufel vorsichtig heraus gehoben und in diverse Tüten befördert und deren Inhalt dann draußen entsorgt.

Erleichtert stehe ich auf und besuche meine Pflanzenbabys in den Kästen. Sie winken mir mit ihren Blättchen fröhlich zu. Noch viel lieber würden sie mir ja mit hübschen Blüten für den tollen Einpflanz-Service danken, doch die müssen erst noch wachsen.

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