Ein Schock wie noch nie(2)
Von
tastifix
Dienstag 13.10.2020, 10:18
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tastifix
Dienstag 13.10.2020, 10:18
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´Der ist tatsächlich guten Willens!`, konstatierte der Herrgott erschrocken.
„Es ist Dir hoffentlich klar, dass ich weder Schwefelgestank noch Fluchen dulden werde!“
´Ich hab es ja geahnt: Das wird äußerst ungemütlich!` - „Noch nicht einmal ein winziges ´Schei...?“, grummelte Luzifer.
„Ein einziges Mal nur und du fliegst raus! - Außerdem werden deine Teufelskinder gemeinsam mit den kleinen Engeln die Himmelsschule besuchen, den ganzen Tag lang Psalmen singen und Halleluja rufen.“
„Wiiee bitte?“, stotterte der Teufel.
Ihm wurde es extrem unbehaglich in der schwarzen Seele, denn er hatte seine ganze höllische Energie darauf verwendet, denen das sämtliche unterweltliche Sprachrepertoire einzuhämmern. Erst vor kurzem hatte er mehr als zufrieden festgestellt, dass seine lodernden Bemühungen tatsächlich gefruchtet hatten. Die Kleinen fluchten mittlerweile in den feinsten höllischen Tönen, so dass es sogar den hitzigsten seiner Unterteufel dabei beinahe zu heiß wurde.
Obwohl Heimlichkeiten jeglicher Art im Himmel ja mehr als verpönt waren, rieb sich der Herrgott im Anblick des geknickt dort stehenden Teufels heimlich höchst vergnügt die Hände.
´Weiter soo!`, sagte er sich.
„Und die etwas Älteren werden Nikolaus` Rentiere versorgen und die Osterhasen füttern, anstatt sie zum Braten zu verarbeiten!“
„Neeinn, das kannste doch nicht wollen. Sie werden dann vielleicht noch zu Umweltschützern?!“
Dem Teufel grauste es bei diesem entsetzlichen Gedanken und vor lauter Gram ergrauten bereits die Spitzen seiner höllisch roten Teufelshörner.
Leider warf er zufällig einen Blick in den über dem herrlichen Himmelsschreibtisch des Herrn schwebenden Spiegel und der Schock ob der leicht geweißten Hörnerspitzen saß tief.
´Um Höllenswillen!`
Noch bewies er immerhin die Kraft, nicht den himmlischen Gegenpol anzurufen.
„Und - meine Unterteufel ...?“
„Die polieren die Wolkenzimmer auf Hochglanzweiß und backen Manna.“
„Von wegen! Die proben garantiert ´nen Aufstand und wünschen mich zum Teufel!“, jammerte der Höllenfürst.
Hoch erfreut registrierte der himmlische Herrscher die Wirkung seiner göttlichen Worte. Luzifers teuflisches Fassung war eindeutig zum Teufel. Nur mit Mühe noch hielt er sich aufrecht. Nicht allein dessen Hörner waren ergraut, sondern auch die Fellspitzen dazwischen lichteten sich erschreckend fix.
„Und ich?“, stieß er hervor. „Was muss ich tun?“
Horrorideen wirbelten ihm im Kopf herum, die er lieber nicht zu Ende dachte.
„Für dich habe ich mir eine ganz besondere Freude ausgedacht!“
„Freeuude ... !??“
Er wagte es tatsächlich, die Worte des allerhöchsten Wesens des Universums stark anzuzweifeln, soweit er für solch eine konzentrierte Geistesleistung überhaupt noch imstande war. Zunehmend erschüttert stand er dort mit grauen Hörnern, grauen Fellspitzen und mittlerweile mehr als grauem Gesicht.
„Ja, du wirst heilige Aufträge erledigen, die der Ehre Gottes dienen!“, verkündete der Herrgott.
„Als da w..wären??“
Dem Teufel schwindelte es zusehends.
„Du wirst mein Messdiener sein und mir während der Andachten in der Himmelskapelle zur Hand gehen!“
Das war zuviel! Der Teufel wurde bleich wie der Tod, vergaß alle guten Vorsätze, erst recht den himmlischen Urlaub und entschwand mit einer grässlichen Schwefelstinksalve in die heimatlichen Gefilde.
„Den bin ich los!“, triumphierte der Herrscher des Himmels fröhlich.
Leider war in der nächsten Sekunde die göttliche Fröhlichkeit gleichfalls dahin. Dagegen rümpfte Gott die Nase und rang verzweifelt nach Luft.
„Petruus!“, rief er seinen obersten Diener zur Stelle.
„Ja, Herr?“, betrat dieser eilfertig das Büro und schnupperte dann ebenfalls:
„War etwa Luzifer ... ?“
„Reiß bloß alle Fenster auf!“, stöhnte der Herrgott. „Das ist ja nicht zum Aushalten, dieser Gestank ...“