Ein Mann, ein Wort
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Feierabend-Mitglied
15.07.2018, 12:10 – geändert 15.07.2018, 12:14
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15.07.2018, 12:10 – geändert 15.07.2018, 12:14
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Ein Mann, ein Wort – eine Frau, ein Wörterbuch. Das ist ein Spruch, den mein Vater schon immer gerne los ließ.
Er meinte damit, dass, wenn er etwas sagte, er es auch genauso und kein bisschen anders meinte. Er unterstellte, dass Frauen viel eher um den heißen Brei herum reden, sich nicht klar ausdrücken und außerdem ja sowieso nie das meinen, was sie sagen. Um aber in der Familie keinen Krach mit seiner Frau und seinen 2 Töchtern zu kriegen, waren wir natürlich die berühmte Ausnahme von der Regel. Wir nahmen das schmunzelnd zur Kenntnis und dachten uns unser Teil.
Offenbar ist dieses Vorurteil aber immer noch weit verbreitet. Viele Männer scheinen zu glauben, dass, wenn eine Frau nein sagt, sie eigentlich ja meint, allenfalls ein vielleicht, aber das bedeutet ja in den meisten Männerohren doch auch schon wieder ja. Dabei dürfte sich eigentlich doch herumgesprochen haben, dass die meisten Frauen viel konsequenter sind als Männer.
Will eine Frau eine Beziehung beenden, dann tut sie es und zwar rigoros. Es dauert zwar sehr häufig viel länger, bis sie einen Zustand als für sich unerträglich erachtet und ihn dann beendet, aber wenn sie es tut, dann auch richtig.
Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir Frauen mehrheitlich auch wesentlich leidensfähiger sind als das angeblich so starke Geschlecht, muss ja auch so sein, Frauen müssen ja auch die Tortur der Geburt des Stammhalters oder der Prinzessin aushalten, mit dem bzw. mit der der stolze Vater sich rühmt, schließlich haben die Ableger ja nur die guten Gene des Papas in sich.
Wie sagte doch mein Ex in den für uns schlaflosen Nächten, als mein Sohn seine Zähnchen bekam, DEIN Sohn schreit, wo hingegen, als der Knirps die ersten Schritte machte der stolze Vater begeistert ausrief: Schau mal, was MEIN Sohn schon kann.
Also für Beziehungsangelegenheiten scheint die These meines Vaters nicht zu stimmen.
Wenn ein Mann sagt: Ich möchte mit dir kuscheln, läutet er damit das Vorspiel ein, das doch bitte schon nach den üblichen Ritualen im Bett enden soll. Hand aufs Herz, versucht er nicht immer, seine Angebetete durch Komplimente und Zärtlichkeiten zum Liebesspiel zu bringen?
Wenn eine Frau sagt: Ich möchte kuscheln, dann meint sie: ich möchte kuscheln, nichts weiter. Ungläubiges Staunen, wenn er dann nicht zum Sex kommt. Der Mann interpretiert: Liebt sie mich nicht mehr? War der letzte Sex nicht gut? Hat sie einen Anderen (Besseren) gefunden?
Dabei hat sie nur deutlich zum Ausdruck gebracht, was sie möchte.
Wer bitte schön, redet denn nun Klartext und wer nicht?
Und es komme mir bitte nun niemand mit der roten Ampel, wenn er sagt: Die Ampel ist rot, interpretiert sie, dass er ihr nicht zutraut, es gesehen zu haben, dass er glaubt, er sei der bessere Autofahrer und er es ihr hiermit deutlich kundtut. Dabei hat er doch nur gesagt. Die Ampel ist rot, ohne jeden Hintergedanken…
Wirklich ohne jeden Hintergedanken?