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Ein kleines Zähnchen langweilt sich ...

Von tastifix Samstag 22.08.2020, 09:13 – geändert Samstag 22.08.2020, 13:02

Wie ungerecht! Die Milchzähne waren doch so winzig, mussten aber genauso kräftig zubeißen wie später die großen und trotzdem fielen sie dann noch nach nur wenigen Jahren aus. Die Großen dagegen durften viele, viele Jahre im Mund bleiben.

Ja, es war gemein. Kurz bevor der kleine Junge in die Schule kam,wackelte sein erster Zahn. Weil der aber nicht von alleine raus fiel, half Maxim etwas nach, obwohl es ihm ziemlich weh tat. Selbst ein paar Tränchen flossen dabei. Aber dann hatte er es geschafft, freute sich, dass er es hinter sich hatte und auf dem Foto, dass ich dann bekam, zeigte er stolz die Zahnlücke. Wer Zahnlücken hat mit beinahe 6 Jahren, ist ja auch schon fast erwachsen.

Doch das Zähnchen war gar nicht froh, sondern sehr traurig. Dort, wo es gesessen hatte, stand jetzt ein schicker Schneidezahn. Es hatte ja noch Glück im Unglück, denn es landete nicht gar im Abfalleimer, sondern in einer hübschen, mit einer Tempotuchmatratze weich gepolsterten Dose. In der durfte er sich ausruhen. Aber auch das wurde bald langweilig, denn es war ja ganz allein.
„Maxim hat doch gerade Kekse gebacken: Warum gibt er mir denn nicht einen winzigen Krümel ab!!? Dann hätte ich wenigstens etwas zu tun!“
Vor lauter Langeweile wurde das Zähnchen müde, schlief ein und träumte statt von Kekskrümeln sogar von leckeren Pommes, auf denen es eifrig herum kaute. Der Schlaf war sehr lieb zu ihm und es durfte dies sehr lange träumen. Sogar viele Tage lang.

Aber, was war denn das? Schade, es hatte im Traum gerade eine besonders große Pommes durchgebissen und sich darüber gern noch länger freuen wollen. Doch in der dunklen Dose wurde es plötzlich taghell und Maxims Hand schob ein kleines weißes Etwas herein, das bis in eine Ecke der Dose rollte und dort still liegen blieb. Der Deckel lag wieder auf und es wurde wieder düster. Trotzdem noch erkannte jenes Etwas den kleinen Zahn, der ihm genau gegenüber lag.
„W..Wie kommst D..Du denn h..hierher?“, fragte es schüchtern.
„Na, genauso wie Du!“, antwortete das Andere schläfrig.
„Dann bist Du auch ein Maxim-Zahn, ja?“
„Erraten!!“

Sie mochten sich gut leiden und erzählten sich Beißabenteuer. Und kaum, dass sie damit fertig waren, öffnete sich erneut die Dose und wieder purzelte ein Zähnchen herein. Und das passierte dann noch ganz oft. Immer mehr leisteten ihnen Gesellschaft. Auch die Neuen wussten viel zu berichten. Alle freuten sich darüber, besonders das Zähnchen Nr. 1, das ja am längsten dort in der Dose allein gewesen war. Nun lagen ja noch viele Andere mit ihm auf der Tempotuchmatratze und es langweilte sich nie mehr.


PS.:
Diese kleine Geschichte musste einfach sein, lach!

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