Eidesstattliche Erklärung
Von ehemaliges Mitglied 13.01.2019, 20:43
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Hiermit versichere ich Sylvia Gottwald, geboren am 24.3.1953 in Gompelscheuer, daß es einen Weihnachtsmann wirklich und wahrhaftig gibt. So wahr mir Gott helfe.
Beweiss: Ich bin in einem streng katholischen Elternhaus aufgewachsen . Mein Vater hatte einen selbständigen Brennholzverleih, der unsere Familie leidlich ernährte.
Schon früh erkannte ich aber, daß viele Dinge, die man mir nahe brachte Mythen und Sagen waren. Meine Eltern akzeptierten es, wenn ich an Gott oder Maria und was sie bewirkten, zweifelte. Was ihnen am Herzen lag, war der regelmässige Besuch des Gottesdienstes. Diese Freude machte ich ihnen gern, denn dort traf ich auch Freunde, mit denen ich gern manchen Schabernack ausheckte. Einmal z.B. haben wir unserem jungen Kaplan Juckpulver in sein weisses Hemd gesteckt...wir bemerkten die Wirkung erst beim Gottesdienst, als er mit sonderbaren Verrenkungen die Hostien verteilte. Aber dies gehört eigentlich nicht hierher. Ich war also eine ziemlich aufgeklärtes Kind, welches schon mit 3 Jahren erkannte, daß sich hinter dem Weihnachtsmann, der uns besuchte nur mein Vater versteckte. Seine wunderbaren Augen leuchteten durch die übergestülpte Larve und machten mir mehr Freude als das Geschenk. Denn für mich und meinen Bruder gab es ein paar Ski, in die wir uns die folgenden Tage rein teilten. Ich bekam den linken der beiden Skibretter.
Also Weihnachtsmann war mein Vater und wer daran glaubte war entweder ein sehr kleines, oder ein sehr dummes Kind.
Die Begebenheit , die ich nun als Beweis eidesstattlich versichere geschah genau am 24.12.1978. Ich war damals hochschwanger und hatte als Entbindungstermin den 26.12.1978 von der Hebamme genannt bekommen. Ich war allein zu Hause, mein Mann war bei der Bundeswehr und hatte keinen Urlaub bekommen. Meine Schwiegermutter war zu ihrer Tochter über die Feiertage gefahren und selbst mein Nachbar, war mit Familie zu seinen Enkeln unterwegs. Ich wohnte abseits vom Dorf an einer Fernstraße und hatte mit dem Alleinsein keine Sorge. Ich sortierte zum wiederholten Male meine Babysachen und machte mir einen schönen Tee. Dass es schneite, ist im Schwarzwald nichst ungewöhnliches und der vorbeifahrende Schneepflug beruhigte mich. Das Radio gab eine Unwetterwarnung raus, aber ich hatte ja noch 2 Tage Zeit.
Danach legte ich mich ins Bett, wo ich am Weihnachtsmorgen gegen 7:00 Uhr erwachte. Ich hatte einen Blasensprung ohne vorheriges einsetzen der Wehen. Dass es das geben kann, hatte mir meine Hebamme gesagt. Ich sollte sie oder den Krankenwagen informieren, wenn es mir passiert. Auf dem Weg zum Telefon ging ich am Fenster vorbei. Überall Schnee die Straße selbst war nicht mehr zu erkennen. Oh, dachte ich, da wird es der Krankenwagen aber schwer haben. Das Telefon war tot, egal ob ich auf der Gabel herum hämmerte oder den Stecker ein und aus steckte. Ich merkte auch dass ich keinen Strom mehr hatte. Das passierte zwar ab und zu in meiner Gegend aber so konnte ich auch kein Radio oder TV sehen. Was sollte ich nur tun? Ich ging ziemlich zittrig vor die Tür....mehr als 1m hoher Schnee. Nun wurde ich langsam hektisch. Ich kann ja schlecht mein Kind allein zur Welt bringen oder versorgen. Der Postbote kam sicher auch nicht vorbei.
Da entsann ich mich eines Gerätes, welches mein Mann oft nutzte, wenn er daheim war. Ein Funkgerät. Ich sah nur einen Powerknopf den ich betätigte. Aus dem Gerät drang Rauschen.
Ich nahm das Mikrofon und drückte eine Taste daran und rief verzweifelt hinein. "Hallo hört mich jemand? Kann mir jemand helfen, ich bekomme ein Baby und mein Telefon ist kaputt"...nichts nur Rauschen. Ich versuchte es verzweifelt noch 2 mal....da auf einmal ganz leise unter dem Rauschen eine Stimme" Hoho hier spricht der Weihnachtsmann....wo bist du denn ?". Ich jubelte auf...egal wer der Typ ist."Ich bin in Gompelscheuer am Waldrand 12 und hatte schon einen Blasensprung, kannst du einen Rettungswagen holen oder mir helfen?" Die Antwort, nun schon ein wenig lauter kam promt " Hohoho...ich bin grad auf dem Weg in dein Dorf und bin in ein paar Minuten bei dir, halte aus". "Danke, danke" rief ich erfreut. "Nun ich kann leider keinen Rettungswagen holen, denn ich habe kein Telefon auf meinem Schlitten, aber ich werde dir schon helfen. "
Es dauerte keine 3 Minuten da sah ich tatsächlich einen Schlitten mit einem rotgekleideten alten Mann darauf , mit vielen Päckchen. Er hatte eine Schaufel dabei und schnell kam er zu meiner Tür, die ich öffnete. "Hohoho Frau Gottwald, was machen sie für Sachen ? Für Geschenke bin ja eigentlich ich zuständig. Nun ziehen sie sich bitte warm an...dann werde ich mich beeilen und sie ins Krankenhaus bringen. Ich zog mich wie im Trance an...der Weihnachtsmann verstaute derweil meine kleine Tasche mit den Krankenhaussachen. Dann führte er mich vorsichtig zu seinem Schlitten und setzte mich zwischen viele große und kleine Päckchen. Dann sah er mir noch einmal liebevoll in meine Augen..ein Blick den ich nie vergessen werde. Dann nahm er die Zügel und irgendwie schwebten wir über die Schneewehen auf der Straße hinweg. Der Schneepflug hatte es wohl nicht mehr geschafft, die Straße zu räumen. Ich schlummerte ein....als ich wach wurde hoben mich 2 Sanitäter auf eine Bahre. Ich war schon im Krankenhaus...als ich mich umdrehte sah ich noch einmal die Augen des Weihnachtsmannes...er lächelte ganz lieb und winkte mir mit einem leisen "Hohoho" zu.
Der Rest ist schnell erzählt . Im Krankenhaus gebar ich ohne Komplikationen meinen Sohn Felix an dem wir viel Freude haben. Das dies so ist, habe ich dem CB Funkgerät meines Mannes zu verdanken, den ich nun nie wieder wegen seines Hobbys tadele und dem Weihnachtsmann, den es für mich wirklich gibt, denn sonst wäre die Geschichte nie und nimmer so ausgegangen.
Ich habe in meinem Leben noch viele als Weihnachtsmann verkleidete Männer gesehen, aber nie wieder den echten, welcher mir geholfen hat