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...diese Hand unter meinem Rock...

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 20.07.2023, 09:33


...diese Hand unter meinem Rock – oder – Die Rache einer Frau


Es war im Dezember, seit März lebte ich wieder in Deutschland und arbeitete in einem Museum.

Auf einer Vernissage sprach mich eine Frau an, etwa in meinem Alter, sie war Lehrerin an einem Gymnasium. hatte erwachsene Kinder aus einer früheren Ehe, lebte mit ihrem Partner in einem wunderschönen alten Fachwerkhaus ganz in meiner Nähe. Sie bat mich um meine Telefonnummer, sie würde sich bei mir melden.

Irgendwie hatte ich auf dieses Treffen gar keine Lust, aber meine Kollegin und ihr Mann meinten, dass es an der Zeit sei, neue Bekanntschaften zu machen.

Die Dame rief mich an, lud mich ein, sie am kommenden Sonntag am Nachmittag zu besuchen.

Anwesend waren zwei jungen Frauen aus dem Schulsekretariat, die Dame selbst und die Mutter ihres Partners, die ebenfalls in diesem Haus lebte. Man sprach kaum, die ganze Situation war nicht nur mir unangenehm, auch den beiden jungen Frauen.
Und dann spürte ich plötzlich eine Hand unter meinem Rock. Ich schob sie mehrmals weg, sie kam immer wieder zurück. Als sich dann der Partner auch zu uns setzte, lag die Hand endlich wieder auf dem Tisch. Es gab keine richtige Unterhaltung, er sagte etwas, dazu hörte man gelegentlich eine Zustimmung. Und immer wieder Stille...
Endlich erhob man sich, ich atme auf, wollte nur noch nach Hause. Aber die Dame des Hauses entschied, dass die beiden anderen Besucherinnen unbedingt noch das Haus anschauen sollten, vor allem das Schlafzimmer... Kaum war sie mit den beiden Unglücksraben entschwunden, verabschiedete ich mich von ihrem Partner und seiner Mutter. Ich wollte auf keinen Fall das Haus und dieses Schlafzimmer besichtigen!

Auf ihre Anrufe und SMS habe ich einfach nicht reagiert.

Einige Monate später stellte man mir auf der Arbeit ein Telefongespräch durch, man habe ausdrücklich nach mir gefragt. SIE wollte eine Führung für ihre Schulklasse buchen. Eiskalt, unfreundlich, ob ich überhaupt in der Lage sei, einen passenden Führer für ihre Klasse auszuwählen. Ich blieb ruhig und sachlich, stellte ihr die nötigen Fragen und verabschiedete mich sehr höflich von ihr.

An einem sehr kalten und regnerischen Morgen kam ich am Museum an. Vor der Tür stand SIE mit ihrer Klasse. Es war 9.15 Uhr, geöffnet wurde aber erst um 10.00 Uhr. Natürlich sitzt dann noch niemand an der Kasse, alle Türen sind verschlossen, die Ausstellung ist noch nicht zugänglich und natürlich ist auch der gebuchte Führer noch daheim. Das wusste sie sehr genau, sie kam seit vielen Jahren mit ihren Schülern zu einer Besichtigung. Sie brüllte mich an, ich solle mich mal etwas schneller bewegen, den Führer anrufen, dass seine Gruppe bereits auf ihn warte, dass sie jetzt schon zahlen wolle... Puh, ich wusste, dass ich ganz ruhig bleiben musste, dass ich meinen Ärger auf keinen Fall zeigen durfte. Also lächeln, lächeln, natürlich, aber ja, aber sofort.

Einige Tage später wurde ich zu unserer Geschäftsführerin gerufen. Bei der Landrätin war eine schriftliche Beschwerde über mich eingegangen. Von einer Lehrerin, die für ihre Schulklasse eine Führung gebucht hatte. Die Dame und ihre Hand waren mir bekannt.
Die Landrätin verlangte eine schriftliche Stellungnahme von mir. (Das Museum gehörte zur Kreisverwaltung, ich war Angestellte der Kreisverwaltung, somit war die Landrätin meine höchste Vorgesetzte, die ich aber recht gut kannte, sie kam oft ins Haus, war zu allen Besprechungen anwesend.)

Abends saß ich daheim vor meinem PC und überlegte.
Ausschlaggebend für die Beschwerde war natürlich der Sonntag bei dieser Dame daheim und meine Reaktion darauf.
Die Landrätin war nicht verheiratet und man wusste, dass es keinen Mann in ihrem Leben gab, aber eine Frau.
Und es ging für meine Vorgesetzten nur um mein Verhalten im Museum am Tag der Führung.
Also fasste ich mich kurz, ich sei höflich und freundlich gewesen, habe mir nichts vorzuwerfen.

Einige Tage später rief mich die Landrätin an, es sei ok, aber ich solle in Zukunft doch etwas höflicher sein!

Was konnte ich tun? Nichts!!!
Mit Tränen der Wut verzog ich mich erst einmal nach draußen und zündete mir mit zitternden Fingern, Tränen in den Augen und einer unendlichen Wut im Bauch eine Zigarette an.

SIE ist mir nie wieder über den Weg gelaufen.

Auch nach so langer Zeit ist die Wut auf diese Frau noch immer sehr präsent.

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