Die versteckte Welt (6)
Von
tastifix
Donnerstag 07.11.2019, 10:25
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tastifix
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Wenig später öffneten sich mehrere Türen und eine Schar größerer und kleinerer Elfenmädchen trippelte fröhlich herein. Auf dem blondgelockten Haar trugen sie hübsche Hüte mit breiten Krempen und sie hatten sich, passend zu den weit schwingenden pastellfarbenen Kleidern, die filigranen Ränder der Flügel in zarten Farben gefärbt. So schauten sie aus wie kleine Damen. Die Kinder legten die Arme umeinander und tänzelten mit grazilen Schritten von Sofa zu Sofa, bis jedes seinen Platz gefunden hatte. Anmutig setzten sie sich hin, zupften ihr Kleid sorgfältig zurecht und falteten die kleinen Hände im Schoss. Die Gesichter zum Thron gewandt, warteten sie so gut erzogen auf ihre Mutter, die Königin.
Leider mussten sie sich noch ein wenig gedulden. Denn noch fehlten die Elfenbuben. Die nahmen es, ähnlich wie Menschenjungen, manchmal mit der Pünktlichkeit nicht so genau. So oft haderte die Königin deswegen mit ihnen und erlaubte ihnen zur Strafe kein Stück Honigtorte. Völlig geknickt gelobten die Schlingel jedesmal Besserung. Aber immer wieder ging der Übermut mit ihnen durch. Heute verspäteten sie sich zum Glück nur eine knappe Minute.
„Ihr seid ja richtig früh dran!“, neckte sie ein Elfenmädchen.
„Ein Bienchen hätte fast nicht mehr nach hause gefunden. Dem mussten wir doch helfen. Es war wohl zum ersten Male ausgeflogen!“, rechtfertigte sich ein kleiner Elf.
Anders als die Mädchen trugen die Elfenjungen lindgrüne Kniebundhosen und darüber weiße Kittel. Aber auch ihre Flügel schmückten farbige Ränder. Die Buben stürmten zu ihren Plätzen und strichen hastig die Kittel glatt, weil sie hofften, auf ihre Mutter einen guten Eindruck zu machen und ein feines Lob einzuheimsen.
Aber, als dann einer von ihnen Gunnar, der zusammen mit Piri und Emir amüsiert das Treiben der Kleinen beobachtete, entdeckte, vergaß jener kleine Elf seine gute Erziehung. Obwohl es streng untersagt war, erhob er sich wieder und näherte sich den Dreien zögerlich.
„Wer bist denn du? Wie kommst du hierher?“
Aber als ihm dämmerte, wen er vor sich hatte, las Gunnar deutliches Misstrauen in seinem Gesicht.
„Du bist aus dem Menschenreich, stimmt`s? Mutter hat uns erzählt, dass ihr manchmal so böse seid!“
Da mischte Emir sich ein:
„Keine Angst!“, deutete er auf Gunnar und fuhr fort: „Er ist nicht so wie viele von denen. Er möchte, dass zwischen unseren beiden Völkern alles gut wird.“
„Wirklich??“, strahlte das Elfenkind. „Dann find ich dich nett.“
Rasch hüpfte es auf seinen Platz zurück ...