Die versteckte Welt (3)
Von
tastifix
03.11.2019, 12:09
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tastifix
03.11.2019, 12:09
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Die Nachtruhe erwies sich als heilsam für sein aufgewühltes Gemüt. Am nächsten Morgen sagte er sich:
´Wir dürfen uns nicht über Andere erhaben fühlen, nur weil sie uns fremd und undurchschaubar sind!`
Etwas ruhiger geworden machte er sich auf zu dem Treffen vor dem Stein, der jetzt für ihn zu einem der Weisheit geworden war. Nervös wartete er auf die beiden Elfen. Wieder verdunkelte sich der Himmel, erneut schimmerte das fahle Licht. Ein zweites Mal erschienen Piri und Emir und setzten sich in erwartungsvoller Haltung oben auf den Stein. Gunnar war sich der Bedeutung der Stunde bewusst und blickte die Beiden ernst an:
„Ich habe nachgedacht …"
Emirs Augen blinkten auf. Erahnte der Elf etwa selbst unausgesprochene Worte? Auch Piri schien fröhlicher als am Vortag. Einen Moment lang wollten erneut Zweifel Gunnar einfangen, aber der feste Vorsatz, sich der schweren Verantwortung zu stellen, war sein Schutzschild.
„Ich hoffe, du hast einen weisen Entschluss gefasst!?", drängte Emir auf die alles entscheidende Erklärung.
„Ich werde mit eurer Königin sprechen!“
Kaum hatte er geendet, als der Himmel in einem wunderschönen Flammendrot erglühte. Es erwämte Gunnars Herz und er genoss froh den Anblick. Piri und Emur schwebten herab, stellten sich ihm zur Seite und nahmen ihn bei den Händen.
„Wir haben so sehr darauf gehofft!", murmelten sie gerührt. „Bitte, schließe jetzt die Augen!“
„Nicht wahr, du vertraust uns doch … ?", wollte Klein-Piri flehenden Blickes wissen.
„Ja, das tue ich!"
Ohne jegliches Zaudern hatte Gunnar geantwortet. Gespannt wartete er, was nun geschehen würde. Doch Fragen stellte er keine. Das frisch gespannte Halteseil des Vertrauens zwischen ihm und den beiden Geistwesen wischte sämtliche Bedenken hinweg. Ein intensiver Wärmestrom floss von Hand zu Hand und war das Zeichen der wachsenden Zuneigung der Drei zueinander. Nur sie machte alles noch Nachfolgende möglich ...
„Piri, schnell jetzt!“, mahnte Emir. „Wenn wir zu spät kommen, wird Mutter böse und wir dürfen nicht am Elfendinner teilnehmen!“
„Wie, waas? Elfendinner ... ??“, stotterte Gunnar.
„Ach," seufzte Piri mitleidig. „So etwas Schönes kennt Ihr in Eurer Welt ja nicht! Es gibt die köstlichsten Leckereien: Erlesener Blütennektar, feine Beerensäfte, Milch und Honigtorte!“
„Nicht nur Ihr wisst, was gut schmeckt!“, lachte Emir. „Aber nun los!“
Die Elfen schauten gen Himmel. Ihr Blick verlor sich in der scheinbar unendlichen Weite. Emir flüsterte:
„Mutter, unsere Königin, wir haben eine Überraschung für dich!“
Nach ein paar graziösen Schritten begannen sie zu schweben, Gunnar in ihrer Mitte fühlte sich leicht und immer leichter.
Nur wenige Sekunden brauchte es, ihn seiner Welt zu entrücken ...