Die Mondfrau
Von
Fiddigeigei
Freitag 05.07.2019, 07:44 – geändert Freitag 05.07.2019, 07:52
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Fiddigeigei
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Das Bild wurde mir vom FA- Mitglied Käthe mit dem Nick Shanai aus dem Forum
"Basel und das 3 Ländereck" zur Verfügung gestellt.
Wenn ich diese Geschichte erzähle, möchte ich gleich anmerken, dass es nicht meine erlebte Geschichte war. Ein Freund hat sie mir erzählt, als wir draussen auf irgendeiner dieser Terrassen saßen, von denen es auf der ganzen Welt nur so wimmelt und es war eine jener lauen Mondnächte die den alten schweren Wein in unseren Gläsern zum Funkeln brachten, als ob einige der Sterne vom dunkelblauen Himmelszelt in unsere Gläser gefallen sei.
Wir schwiegen uns, die Stille der Nacht in uns aufnehmend, eine ganze Zeit an. Bis mein Freund sein Glas hob und dem vollen Mond über uns zuprostete.
Leise um die Stille um uns herum nicht zu stören, erzählte er mir seine Geschichte , die ich ins Land von 1000 und Eine Nacht gestellt hätte, wenn sie nicht mein Freund , der mich noch nie belogen hat sie so , wie ich sie jetzt euch weiter erzähle, vortrug.
Die Mondfrau einer Liebesnacht
Stell dir vor, es war genau so eine mondbeschienene Sommernacht wie heute und ich lag bereits im Bett aber fand keinen Schlaf. Du weißt, man sagt der Vollmond sei ein Planet der mannigfaltige Auswirkung auf uns Menschen aber eigentlich die gesamte Natur beeinflusst.
Und so stand ich auf zog mich an und verließ das Haus um einen Spaziergang im Mondschein zu machen. Ich erhoffte mir so, die verdiente Müdigkeit eines anstrengenden Tages zu erlangen.
Der Mond war freundlich hell und so fand ich meinen Spazierweg , als ob es am Tage wäre. Unter den Fruchtbäumen unter denen ich dahin wanderte war ein zarten Windhauch zu spüren welche die Blätter wie silbrige Papierschnipsel glitzern ließ.
Überall um mich herum trieben Glühwürmchen ihren lustigen Schabernack und ich musste lächeln über die kleinen Laternenträger, die diese Nacht mit mir zu teilen schienen und wohl auch keinen Schlaf fanden.
Wie ich an den kleinen Teich gelangten, den ich dir gestern gezeigt habe, lag über die Wiese davor ein leichter Bodenschleier gebreitet.
Plötzlich, ich stand noch nicht lange dort formte sich der Schleier vor meinen Augen zu einer Schar Mädchen die nur in diesen wallenden Schleier gehüllt leichtfüßig, wie man sich das bei Elfen vorstellt über der mondbeschienen Wiese tanzten. Ihre Füße betraten dabei nicht den Boden sonder sie schienen zu schweben.
Und wie ich so atemlos diesen lautlosen Reigen bestaunte, stand wie von Zauberhand gemacht eine wunderbare Frau in der Mitte der tanzenden Schar.
Ihr schanker Körper war ganz in ein silbriges aus Mondfäden gewebtes Gewand gekleidet, welches mit kleinen goldenen Sternen bestückt, der Trägerin eine hohe Würde verlieh.
Sie trat aus dem Ring heraus und ging langsam auf mich zu. Ich wollte zurückweichen aber meine Füße versagten mir den Dienst, wie wenn sie festgenagelt wären.
Wie sie meine Hände in die ihren nahm , empfand ich eine angenehme Kühle mich durchdringen und sie führte mich, willenlos geworden in den Ring der Mädchen.
Ich weiß nicht wie es geschah, tanzte sie mit mir, von ihren Armen fest umschlungen und ich begann mit ihr zu schweben und alles um mich herum zu vergessen.
So verlor ich meine Sinne und fand sie erst wieder wie ich mit meiner geheimnisvollen schönen Tänzerin in der Mitte der Wiese lag.
Die Elfen waren verschwunden es gab nur noch uns zwei auf der großen Sternen umkränzten Welt. Das Bett was bereitet war bestand aus silbrig geflochtenen weichen Mondstrahlen und wir liebten uns so ungestüm, wie ich es noch nie erlebt habe. Unsere Körper verflochten sich zu einem Ganzen und zog mich in den Strudel eines ungeheuren Liebesrausches hinab.
In ihren Armen gewiegt und mein Kopf an ihre warmen Brüste gebettet, schlief ich ermatte vom Liebesspiel ein und versank in tiefe Träume verwoben dem neuen Tag entgegen.
Wie ich erwachte, lag ich alleine auf der Wiese und hörte die Nachtigall schlagen
Es war anders wie bei Romeo und Julia.
Oft habe ich noch bei Vollmondschein diesen Ort besucht aber es war immer still um den Teich nur der leichte Schleier lag über der Wiese meines höchsten Liebesglückes , welches ich je erleben durfte.
Das war meine Geschichte für dich mein Freund, an diesem mondbeschienen Abend und nun lasse uns die Gläser erheben hinauf zu meiner unvergessenen Mondfrau.
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So, ich habe euch alles wortgetreu berichtet, was mir mein Freund bei einem Glas funkelndem Weines in einer hellen Mondnacht erzählt hat.
Zu dieser Geschichte voller Liebe und Mondschein passt am besten die Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen von Jaques Offenbach.
Schöne Nacht, du Liebesnacht
O stille mein Verlangen,
Süßer als der Tag
Uns Lacht die Schöne Liebesnacht.
2. Es entflieht die Zeit mit Macht,
Der Zarten Liebe Banden
Fern von dieses Ortes Pracht
Entflieht die Zeit mit Macht.
3. Zephire Lind und Sacht,
Die uns Kosend umfangen
Zephire haben sacht.
Sanfte Küße gebracht.
Sanften Kuß uns gerbacht Ach!
4. Schöne Nacht du Liebes Nacht
O stille das Verlangen.
Süßer als der Tag und Lacht,
Die Schöne Liebesnacht!
Ach! Stille das Verlangen Liebes Nacht
O Liebes nacht! Ach! Ach! Ach! Ach!
Carlos