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Der Pferdedieb (4)

Von tastifix Donnerstag 14.05.2020, 13:27

Vor ihnen standen Sven und Maja, ihre besten Freunde. Die Beiden bewohnten einen der Nachbarhöfe und besaßen auch Pferde: Grauchen und Schneeweißchen.
„W..Was macht I..Ihr denn hier?“
„U..Und I..Ihr??“
„Maja, du bist ja ganz blass. Was ist denn los?“
„Emma, und Du guckst so traurig!?“
„Stellt Euch vor: Grauchen und Schneeweißchen sind weg!!“, stieß Sven hevor.
„Genau wie Braunchen und Schimmelchen! Bestimmt sind Eure Zwei auch gestohlen worden!“
„Hoffentlich passiert denen nichts Böses!“
Maja seufzte.
„Ja, hoffentlich nicht! Aber nun fix!“, drängte Emil. „Wir dürfen keine Zeit verlieren. Gemeinsam haben wir größere Chancen, den Kerl noch zu erwischen!“
„Zu blöd! Spuren können wir hier nicht mehr erkennen!“
„Stimmt! Besser, Feechen übernimmt jetzt wieder!“
„Eben! Ist ja unsere Miss Marple! Bin mal gespannt, wo sie uns hinführt!“

„Feechen, weiter geht’s!“
Sofort raste Feechen im Zickzack vor ihnen her, schnupperte hier, schnüffelte dort und ließ sich selbst von einem kleinen Hasen nicht ablenken, der recht nah im Gras saß. Die Vier wussten später nicht zu sagen, wie lange eigentlich sie so herum gestreift waren, bis sich der Wald dann allmählich lichtete. Sie fanden sich am Ufer eines Flusses wieder. Jetzt war guter Rat teuer, denn im Wasser lassen sich weder Schuh- noch Hufabdrücke verfolgen.
„Mist!“, entfuhr es ihnen. „Auf der Wiese war der Kerl nicht, im Wald nirgends … Und hier ...“
„Der muss den Fluss überquert haben,“ folgerte Sven.
„Klar, mit einem Boot! Aber, woher hatte er das?“, überlegte Maja.
„War wohl kaum sein eigenes. Bestimmt auch gestohlen!“, war Emils empörte Antwort.
Emma jammerte:
„Die armen Tiere! Die sind doch noch nie mit einem Schiff gefahren. O je, was ist, wenn denen schwindelig wird?“
Hoffentlich waren die Pferde dann nicht in den Fluss gefallen und gar ...“
Nein, Emma verdrängte jenen Gedanken lieber fix wieder.

Zum Glück fiel Emil das Richtige ein:
„Ich hab` mein Handy mit. Es ist zwar schon spät, aber in diesem Falle … Ich guck mal eben im Internet, ob es in der Nähe einen Fährbetrieb gibt. Den ruf ich dann an!“
Es stellte sich heraus, dass es wirklich einen gab und sogar ein kleines Gasthaus angeschlossen war.
„Prima! Dort erreiche ich bestimmt jemanden!“
Nachdem er das Telefon fünfmal hatte bimmeln lassen, meldete sich tatsächlich ein Mann.
„Ja, hier Delfin. Wer spricht dort bitte?“
„Guten Abend! Mähne ist mein Name … ,“ begann Emil.
„Wiiiee bitte? Wollen Sie mich verulken??,“ brauste das Gegenüber am anderen Ende der Leitung auf.
„Nein, nun hören Sie doch! Ich heiße wirklich so: Emil Mähne,“ stotterte Emil. „Aber vielleicht wollen Sie ja mich mich … !?“
Er war jetzt auch sauer.
„Was fällt Ihnen denn ein? Das wird ja immer besser! Mit mir machen Sie so was nicht. Auf Nimmerwiederhör.. ...“
„Legen Sie nicht auf! Es ist ein Notfall … “
Herr Delfin stutzte:
„Wiiieee? Sind Sie am Ende gar nicht betrunken? Was für`n Notfall denn??“
Emil atmete erleichtert auf.
„Es handelt sich um einen Diebstahl. Unseren Freunden und uns sind Pferde gestohlen worden. Wir wohnen in dem Dorf jenseits des Waldes und suchen schon den ganzen Tag nach ihnen!“
Einen Moment lang blieb es still. Aber dann … :
„Warum haben Sie das denn nicht gleich gesagt? Über diesen Pferdedieb spricht hier die ganze Gegend!“
„Sie haben mich ja nicht ausreden lassen,“ schmollte Emil.
„Nichts für ungut. Ich konnte ja nicht ahnen … ,“ brummte Herr Delfin, nun schon wesentlich freundlicher. „Wo sind Sie denn jetzt?“
„Hier vor dem Wald am Flussufer!“, entgegnete Emil, gleichfalls sehr viel netter.
„Das ist ja ganz in der Nähe! Ich sage mal eben dem Dorfpolizisten Bescheid. Wir holen Sie gleich mit der Fähre ab!“
„Danke!“, brachte Emil verlegen heraus.
„Gerne. In ein paar Minuten sind wir bei Ihnen! Bis gleich!“

„Dieser Herr Delfin kommt und setzt uns mit der Fähre über. Einen Polizeibeamten bringt er auch mit!“, berichtete er den Anderen.
„Puuh! Immerhin ein Lichtblick!“, meinten Maja und Emma und Sven nickte ausdrücklich.
Wenige Minuten später schon legte das Schiff am Ufer an ...

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