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Der Pferdedieb (3)

Von tastifix Dienstag 12.05.2020, 13:25

Ja, der Wald lag wirklich weit entfernt. Erst am späten Nachmittag erreichten sie ihn. Unter den dichten Laubkronen der hohen Bäume war es längst nicht so hell wie entlang der Felder. Je tiefer sie hinein marschierten, umso dämmeriger wurde es und bis auf wenige Vogelstimmen und das Knacken dürrer Äste unter den Schuhen drang kein Laut mehr zu ihnen.
„Emil, mir ist unheimlich!“
„Hm,“ war die knappe Antwort. ´Sie darf jetzt nicht merken, dass es mir genauso mulmig zumute ist. Sonst kriegt sie noch mehr Angst!`- “Keine Bange! Feechen beschützt uns bestimmt und außerdem hab` ich ja das Gewehr dabei!“
Dennoch kramte er die Taschenlampe heraus. Denn es war nun schon fast dunkel und in ihrem Schein fühlten sie sich doch sicherer.

Immer Feechen folgend, liefen sie kreuz und quer. Doch sie entdeckten weder den Dieb noch Braunchen und Schimmelchen.
„Die Zwei sehen wir nie wieder!!“
Aber die Suche aufzugeben kam für sie, obwohl sie nach dem langen Marsch bereits ziemlich groggy waren, nicht in Frage. Auf keinen Fall würden sie die Tiere im Stich lassen! Hartnäckig stiefelten sie voran. Inzwischen war es Abend und durch das Laub der Bäume leuchtete bereits der Mond. Emma ängstigte sich sehr, denn in dessen fahlem Licht schienen sich überall Schatten zu bewegen.
„Emil: Dort hinten ... Hilfe!“
„Emma, das bildest Du Dir nur ein! Die Blätter an den Bäumen bewegen sich im Wind!“
Emma wollte es so gern glauben, aber, knackte gar ein Ast, zuckte sie zusammen und schielte furchtsam über die Schulter hinter sich, ob sie auch wirklich nicht verfolgt wurden. Doch da war tatsächlich keiner.

Wieder einmal standen sie kurz still. Diesmal war es Emil, der erschrocken lauschte.
„Emma, pssst! Ich höre etwas. Da ist jemand!!“
„Was machen wir denn jetzt? Wenn das der Dieb ist … Der hat bestimmt auch ein Gewehr … Und was, wenn der uns überfällt, uns mit dem niederschlägt oder gar … ??“
Es schüttelte sie.
„Denk doch mal nach: Hörst du etwa Hufgeklapper? Nein, der ists mit Sicherheit nicht! - Außerdem: Wenn uns von dort vorne Gefahr drohen würde, hätte Feechen längst warnend geknurrt!“
Da gab Emma Emil recht.
„Aber wer dann …?“

Emma sah kurz zu Feechen, die auf einmal so aufgeregt hin und her sprang.
´Eigenartig! Was hat sie nur?`
Im nächsten Moment stob sie davon.
„Feechen: Zurück! Hierher. Sofort!“
Doch Feechen ließ sich nicht blicken.
„Sie ist doch sonst immer so brav … ?“
Aber wenigstens hörten sie sie noch. Feechen bellte nämlich wie toll. Emma und Emil fiel ein Stein vom Herzen. Das machte Feechen nur, wenn sie sich ganz doll freute.
„Es muss jemand sein, den sie gut kennt und sehr mag!“
Erleichtert rannten die Beiden los, immer dem Gebell nach, an einem breiten Gebüsch vorbei und blieben verblüfft stehen ...

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