Der Pferdedieb (2)
Von
tastifix
10.05.2020, 09:49 – geändert Montag 11.05.2020, 12:28
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von
tastifix
10.05.2020, 09:49 – geändert Montag 11.05.2020, 12:28
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
„Du, Emil: eigenartig, die Zwei sind so still ...“
Beunruhigt sahen sie sich an. Feechen merkte, dass die Beiden auf einmal nicht mehr so fröhlich wie gerade eben noch waren und schnupperte prüfend. Irgendwas war anders als sonst. Aber was? Nur noch wenige Schritte und Emma und Emil standen vor der Tür des Stalles. Entsetzt starrten sie sie an. Sie hatten sie doch gestern fest verriegelt, aber: Der Riegel hing kaputt herunter und die Tür war nur angelehnt.
„Nein!!“
Feechen sträubte sich das Nackenfell. Es roch so fremd, so bedrohlich. Alarmiert leise knurrend, stieß sie die Tür mit der Schnauze auf und wischte hinein. Emma und Emil hinterdrein. Nichts! Kein Braunchen, kein Schimmelchen, die sie spätestens jetzt lieb begrüßt hätten. Die Boxen standen weit geöffnet. Auf dem Boden entdeckten sie außer Hufspuren Abdrücke von Schuhen. Aber es waren nicht die ihrer Stiefel. Es waren fremde.
„Jemand hat sie geklaut!!“
Geschockt fing Emma an zu weinen:
„Wer weiß, wo sie jetzt sind??“
Emil war wütend:
„Hoffentlich landen die nicht bei einem Metzger und der verarbeitet sie gar zu Pferdewurst!!“
„Sag` doch sowas nicht!“
Emma fühlte sich noch elender ie trösten und lehnte sich an ihr Bein. Aber selbst das half nicht.
"Wir müssen sofort die Polizei rufen!"
Hastig wählte Emil deren Nummer und erfuhr, dass anderswo ein Großeinsatz lief und auch nicht abschätzbar war, wann dann die Beamten bei ihnen eintreffen konnten.
„So,“ entschied Emil wenig später. „Es hat keinen Zweck, jetzt hier eventuell Stunden zu warten, bis jemand kommt! Wir ziehen gleich los und suchen sie!“
„Aber, wie denn und wo denn nur?“, schniefte Emma und putzte sich erst mal gründlich die Nase.
„Wir lassen Feechen suchen. Die kennt jetzt ja den Geruch des Diebes!“
„Gute Idee!“, meinte Emma. „Sie ist tüchtig und findet den bestimmt! - Ja, Feechen??“
Feechen freute sich über das Lob und wedelte zustimmend.
Emil rannte noch schnell ins Haus zurück und kehrte mit seinem Gewehr und einer Taschenlampe zurück. Die Waffe für alle Fälle, denn sie konnten nicht einschätzen, mit wem sie es tun zu bekommen würden. Emma hatte derweil einen Rucksack gepackt mit Wasserflasche, Brötchentüte sowie einer Packung mit Feechens Lieblingsknochen und auch die kleine Dose mit Zuckerstücken für Braunchen und Schimmelchen nicht vergessen.
„Die haben bestimmt große Angst. Vielleicht kann ich sie so ablenken.“
Weil sie ja nicht wussten, wie lange sie wohl unterwegs sein würden, knoteten sie sich noch warme Jacken um. So ausgerüstet, zogen sie los und eilten an den umliegenden Feldern entlang. Die Suche schien recht einfach zu werden, denn auf den Wegen waren sowohl die Schuh- als auch die Hufabdrücke überall deutlich zu erkennen. Doch zwei Stunden später endete ein Weg vor einer ausgedehnten Wildwiese mit dichtem Gebüsch. Spuren waren nicht mehr auszumachen.
„Hm, und jetzt …?“, grübelten sie und beschlossen, erst mal kurz zu rasten und zu picknicken.
Nachdem sie sich erfrischt hatten, machten sie sich wieder auf die Socken.
„Feechen, such!!“
Diese hatte sowieso die ganze Zeit herumgeschnüffelt. Nun flitzte sie fix voraus, die Nase immer dich am Boden.
„Emil, der ist mit denen garantiert über diese Wiese und dann bis zum Wald dort hinten gelaufen.“
„Wenn ich den erwischen, dem werde ich einheizen!“, grollte Emil.
„Bis wir dort ankommen, haben wir aber noch einen stundenlangen Marsch vor uns. Hoffentlich ist der Kerl dann nicht längst über alle Berge!“, meinte Emma zweifelnd ....