Der Pferdedieb (1)
Von
tastifix
Samstag 09.05.2020, 13:52
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tastifix
Samstag 09.05.2020, 13:52
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Emma und Emil besaßen einen Bauernhof. Gegenüber des hübschen Wohnhauses standen das Hühnergehege und ein Pferdestall mit geräumigen, mit Stroh ausgelegten Boxen. Ihre Pferde Braunchen und Schimmelchen hatten es also sehr gemütlich.
Der Bauer und seine Frau liebten die Tiere. Die mussten nicht auf dem Feld schwere Karren ziehen, sondern fuhren die Touristen, die von weither anreisten, um sich in der schönen Landschaft zu erholen, in einer Kutsche spazieren. Braunchen und Schimmelchen wussten genau, dass sie, war die Rundfahrt zu ende, meist mit leckeren Zuckerstücken verwöhnt wurden. Dankbar pusteten sie dann den Besuchern zärtlich in den Nacken oder wieherten fröhlich.
Waren die Gäste wieder abgereist, durften sie auf ihrer Weide grasen und spielen. Oft war Feechen, die süße Schäferhündin der Familie, mit von der Partie. Die Drei verstanden sich prima. Wehe, jemand wäre böse zu ihren großen Freunden gewesen! Dann hätte sie ihn gefährlich an geknurrt und vom Hof gejagt. Weil sie aber ein sehr großer Hund war, traute sich dies wahrscheinlich sowieso keiner.
Eines Morgens las Emma in der Zeitung, dass einem Nachbarn Pferde gestohlen worden waren.
„So eine Gemeinheit!! Dass da aber niemand etwas gehört hat? Hm ...“
„Uns kann das nicht passieren. Feechen passt ja auf!“, meinte Emil dazu.
Der Tag verlief wie jeder andere auch. Nichts Ungewöhnliches geschah. Gegen Abend nach getaner Arbeit setzten sich Emma und Emil auf die Gartenbank vor ihrem Haus und bewunderten das tolle Abendrot.
„Sieh mal, wie schön!“
Leider wurde es schnell kühler. So schauten sie noch rasch im Stall vorbei, ob es Braunchen und Schimmelchen gut ging und spendierten ihnen ein Gutenacht-Leckerchen.
„Schlaft gut, Ihr Zwei!“
Sie verließen das Gebäude wieder und schoben den schweren Riegel vor. Dann riefen sie Feechen zu sich und die Drei liefen zurück ins Haus. Emma und Emil gingen zu Bett und Feechen rollte sich auf der Kuscheldecke in ihrem Hundekorb zusammen. Inzwischen war es wunderbar still überall und sie schlummerten bald ein.
Mitten in der Nacht aber schreckte Feechen auf und spitzte die Ohren. Hatte es da nicht irgendwo geknarrt? Doch, weil alles sofort wieder still war und auch Emma und Emil sich nicht rührten, schloss sie wieder die Augen und träumte weiter.
Am nächsten Morgen strahlte die Sonne ins Zimmer und draußen trällerten die Vögel ihr fröhliches Lied.
„Auufstehen!! Wir haben verschlafen! - Du, ein tolles Wetter heute!“
Emil brummelte etwas unter der Bettdecke hervor. Eigentlich wäre er am liebsten noch liegen geblieben.
„Geht nicht! Die Tiere warten auf ihr Futter!“
Schlaftrunken folgte er Emma ins Bad, wusch sich mit eiskaltem Wasser und wurde endlich munter. Beide zogen T-Shirt, Jogginghose und dazu kniehohe Stiefel an und liefen hinüber zum Pferdestall. Feechen zockelte fröhlich hinterdrein.
Emma und Emil freuten sich schon auf das Begrüßungs-Freudewiehern ihrer beiden Lieblinge. Aber heute war nichts zu hören ...