Der Junge heißt Jakob
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Feierabend-Mitglied
Dienstag 09.05.2023, 11:05
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Jakob, mein ganzes Leben lang habe ich den Namen gehaßt. Total altmodisch. Ich war in der Schule der einzige Junge der so hieß. Als ich so etwa 12 Jahre alt war, habe ich meine Eltern gefragt, wie sie es mir antun konnten, mir so einen altmodischen Namen zu verpassen.
Mama und Papa waren erst etwas verlegen, sind dann aber mit der Geschichte herausgerückt, wie ich zu dem Namen kam. Ich war der Erstgeborene und Papa war furchtbar stolz auf seinen Sohn. Er fuhr von der Arbeit erst ins Krankenhaus, seinen Sprößling zu besichtigen und der Mama zu gratulieren. Vor der Geburt hatten die beiden lange überlegt, wie das Kind heißen sollte. Man einigte sich wenn es ein Mädchen wird, soll es Margarete heißen, wird es ein Junge soll er Andreas heißen. Papa fuhr also mit der Kleinbahn in die Kreisstadt zum Standesamt, um die Geburt seines Sohnes anzuzeigen. Dummerweise waren in der Kleinbahn auch die Arbeitskollegen der Frühschicht, die jetzt nach Feierabend auf dem Weg nach Hause waren. Niki, sagten sie zum Papa, wir gratulieren zum Stammhalter, Auf den müssen wir aber einen trinken. Also ab in die Bahnhofswirtschaft. Alkohol war der Papa nicht gewohnt und so war er nach ein paar Bierchen und einigen Williamsschnäpsen nicht beschwipst, sondern, man muß es leider sagen, ganz schön besoffen.
So erschien er dann schwankend im Standesamt der Beamte erstellte die Geburtsurkunde und fragt dabei, wie soll denn der Junge heißen. Und Papa fiel der Name nicht mehr ein. Telefon hatte niemand zuhause, Handy gabs ja noch lange nicht, da war guter Rat teuer. Es wurde vergeblich hin und her überlegt, bis es dem Standesbeamten zu bunt wurde und er fragte, wie heißt denn ihr Vater? Vater und Schwiegervater hießen beide: JAKOB. Na, dann hätten wir es doch nennen wir den Buben nach den beiden Opas, da freuen die sich. Papa wr einverstanden. Und so kam ich zu meinem tollen Namen. Der häusliche Frieden zwischen Mama und Papa soll lange Zeit ziemlich gestört gewesen sein.