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Das traurige Osterhäschen

Von tastifix Dienstag 26.02.2019, 09:49

In der Osterhasenschule wurde eifrig gebastelt und gemalt. Braunchen, der kleine Hasenjunge, schielte geknickt zu den Anderen. Auf deren Pulten standen bereits wunderschön bemalte Körbchen und ausgeblasene Eier, die hübsche Muster in leuchtenden Farben trugen. Je länger er sich die Sachen anschaute, umso geknickter wurde er, denn sein eigenes Körbchen war völlig schief geraten und auch der Versuch, es mit einem niedlichen Bild zu verzieren, war ihm nicht gelungen.

Der kleine Hase schluckte und eine Träne rollte ihm über die Wange. Besorgt trat Lehrer Schlappohr zu ihm:
„Braunchen, warum weinst du denn?“
„Herr Lehrer, ich geb mir doch solche Mühe. Warum können die Anderen das so toll und ich nicht? Jetzt hab ich gar kein Geschenk für die Menschenkinder!“
„Ich hab eine Idee! Du kannst zwar nicht basteln, aber du kannst doch schreiben! Wie wäre es denn, wenn du dir für sie eine kurze Geschichte ausdenkst?“
Verblüfft hörte Braunchen auf zu weinen und guckte unsicher den Lehrer an:
„Ja, a..aber?“, stotterte es. „Worüber denn?“
Herr Schlappohr schmunzelte:
„Na, darüber, dass ein kleiner Hase den Menschenkindern etwas schenken möchte und ihm anscheinend nichts gelingen will ...“
„Und wie weiter?“
„Tja, und wie er zum Schluss belohnt wird ...“
„Belohnt … ??“
„Ja, belohnt! So, und jetzt fang` an!“
Lächelnd wandte sich der Lehrer dem nächsten Hasenkind zu.
Ein paar Minuten dauerte es doch noch, aber dann kritzelte Braunchen los und kritzelte ein ganzes Salatblatt voll. Nur, wie seine Geschichte enden sollte, wusste er immer noch nicht.
„Warte ab!“, meinte der Lehrer.

Das Osterfest stand vor der Tür. In der Hasenschule sah sich der Lehrer alles an, was die Hasenkinder gefertigt hatten.
„Schön!!“, lobte er.
Jedes rief er nach vorne und jedes bekam als Anerkennung für den Fleiß ein ganz zartes Salatblatt. Stolz ließen sich die Kleinen den köstlichen Leckerbissen schmecken.
„Hm, lecker!!“, mümmelten sie.

„So, Braunchen: Jetzt du!“
Die anderen Hasenkinder hörten auf zu mümmeln und lauschten gespannt:
„Das Ende fehlt doch noch … ,“ meinte Braunchen schüchtern.
Lehrer Schlappohr las die Geschichte laut vor und schaute dabei recht fröhlich drein.
„Die Geschichte ist prima! - Was meint Ihr?“, fragte er die umstehenden Hasenkinder. „Braunchen hat zwar nichts gebastelt, sich aber sehr viel Mühe gegeben und diese schöne Geschichte geschrieben. Ob Ihr das auch hin bekommen hättet?“
Die Hasenkinder guckten ganz nachdenklich und schüttelten den Kopf.
„Bestimmt nicht!“
„Seht Ihr! Und deswegen möchte ich ihm auch eine Freude machen …“
„Braunchen: Schreib mal: Und weil das Hasenkind eine so schöne Geschichte geschrieben hatte, bekam es eine ganz tolle Belohnung, nämlich eine leckere große Möhre!“
Alle freuten sich für Braunchen und der kleine Hase strahlte. Genauso wie die Menschenkinder, denen am Ostertag ihre Mutter dann jene kleine Geschichte vorlas.






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