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Das Lebkuchenmännchen und die Eule (2)

Von tastifix Donnerstag 21.11.2019, 13:06 – geändert Donnerstag 21.11.2019, 13:09

Aber Krümelchen hatte keinen Hunger und schlenderte weiter. Eine Weile später stand es wieder vor einem Teich. Dieser war viel größer als der erste - ein richtiger See. Die Sonne schien und weil es nicht windig war, lag das Wasser völlig ruhig. Man konnte sich darin betrachten wie in einem Spiegel. Neugierig schaute Krümelchen hinein, denn es wollte sich so gern nochmals in seinem hübschen Mantel bewundern.
´Der ist so chic!`

Plötzlich erschrak es. An der Stelle, an der der tolle blaue Knopf hätte sitzen müssen, starrte ihm ein Loch entgegen. Ausgerechnet seinen Lieblingsknopf hatte es verloren! Entsetzt guckte Krümelchen auf das Loch.
„Mein schöner Knopf!“
Traurig suchte es den Boden ab, aber dort war er nicht. Krümelchen fing an zu weinen.
„Ich will meinen Knopf wieder haben!“
Niedergeschlagen hockte es sich ins Gras und schluchzte immer lauter, so dass es wahrscheinlich alle Tiere in der Nähe, die umstehenden Bäume und auch die winzigen Pilze ringsum mitbekamen.

Es wusste später nicht mehr zu erzählen, wie lange es dort so gesessen hatte. Es erinnerte sich nur noch daran, dass ihm, obwohl es selber traurig gewesen war, auch Toni leid getan hatte ...
„Sie hat sich so viel Mühe gegeben! Ob sie weinen wird, weil der Knopf weg ist?“

Der Gedanke machte es noch trauriger, es hörte gar nicht mehr auf zu weinen und bekam gar nicht mit, dass eine Eule, die sein Jammern gehört hatte, nun besorgt heran flatterte, um nachzusehen, wer denn so sehr schluchzte. Als sie neben ihm auf dem Boden landete, zuckte Krümelchen ängstlich zusammen, denn es hatte ja noch nie einen so großen Vogel gesehen.
´H..Hoffentlich frisst der keine Plätzchen!`
Die Eule sah, wie sehr es sich fürchtete.
„Uhu! Hab keine Angst! Ich hab gerade eben eine Maus gefuttert und bin pappsatt!“
Sie schaute es lieb an.
´Puuh, Glück gehabt!`-„Wie heißt du denn?“, wagte es zu fragen.
„Ich bin eine Eule und heiße Gripsi. Und du?“
„Krümelchen, ein Lebkuchenplätzchen.“
Und es erzählte Gripsi alles über Toni und wo sein Zuhause war, über den Mantel und vor allem über den blauen Knopf, seinen Lieblingsknopf, der jetzt weg war.
„Ich hab schon nachgeguckt. Aber hier ist er nicht!“
„Hm“, kratzte sich Gripsi mit der Kralle an der Stirn: “Hm! - Krümelchen, ich hab eine Idee!“
„W..Was denn?“, schniefte dieses, doch bereits viel weniger, weil es jetzt wusste, dass Gripsi ihm nichts Böses antun wollte.
„Wir suchen gemeinsam!!“
„Gripsi, ich kann aber nicht mehr laufen. Mir tun die Beine so weh vom vielen Wandern!“

Es klang so kläglich, dass die Eule tröstend die Flügel um das Plätzchen legte und dabei mit einer Feder sanft dessen Lebkuchenwange streichelte. Hach, tat das gut und Krümelchen beruhigte sich.
„Und, was machen wir jetzt?“
Gripsi lachte:
„Du bleibst hier sitzen, ruhst Dich aus und ich flieg ´rum und such weiter!“
„Danke, Gripsi!!“
Erschöpft lehnte sich Krümelchen gegen einen Baumstamm. Die Eule erhob sich in die Luft und segelte davon. ...

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