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Das Lebkuchenmännchen und die Eule (1)

Von tastifix 17.12.2023, 18:35

Krümelchen, das Lebkuchemännchen, lag zusammen mit anderen Plätzchen in einer Schale auf dem Kinderzimmertisch. Die kleine Toni, die alle selber gebacken und mit Begeisterung mit Smarties, Streuseln und noch mehr Süßigkeiten verziert hatte, durfte sie zur Belohnung in ihr Zimmer stellen.

Einige schauten mit ihrem Gewand aus Perlen aus wie Prinzen und Prinzessinnen. Ihnen fehlte eigentlich nur noch das passende Schloss, war Toni denn doch noch zu schwierig gewesen. Doch Krümelchen hatte sie zwei grünen Perlchenaugen, eine gelbe Nase und einen roten Mund zudem noch einen Mantel mit vier bunten Smartie - Knöpfen gebacken. Krümelchen betrachtete ihn stolz, besonders den dritten Knopf. Der war dunkelblau und es schwärmte für Blau.

An diesem Tag passierte nichts Spannendes, es langweilte sich, wurde allmählich müde und schlief ein. sehr, Träume sind oft lustig. Selbst Plätzchen werden dann lebendig und möchten etwas unternehmen. So auch Krümelchen. Es strampelte mit den Armen und Beinen und gleich fiel ihm etwas Tolles ein:
„Toni hat erzählt, wie schön es draußen ist. Ich will auch raus!“

Fix zog es den Mantel über, kletterte aus der Schale, vom Tisch herunter, lief aus dem Zimmer, danach aus dem Haus und fand sich im Garten wieder. Vom blauen Himmel strahlte die Sonne. Mit großen Augen sah es auf die kunterbunte Wiese. Auf der wuchsen zwischen Apfelbäumen kleine und große Blumen in allen Ffarben. Klar, dass ihm vor allem die blauen Blümchen mit den winzigen niedlichen Blüten am besten gefielen. Vorsichtig streichelte es eines. Dankbar streckte ihm die winzige Pflanze das Köpfchen entgegen.
Krümelchen freute sich so sehr darüber, dass es übermütig kreuz und quer durchs Gras bis zum Gartenzaun hüpfte. Dort das Gartentor war wichtig, denn so konnten die Eltern und Toni sowohl fix die City erreichen oder auch im angrenzenden Wäldchen spazieren gehen.
„Und wie krieg ich das jetzt auf?“, seufzte Krümelchen.
Es war ja sehr klein und das Tor so hoch und die Türklinke recht weit oben angebracht. Doch gab es nicht auf, sondern stieg den Zaun hoch. Oben verschnaufte es einen Moment stöhnend, denn das Klettern war anstrengend gewesen.
„Nanu“, staunte es, „das Tor ist ja nur angelehnt!!“

Erleichtert schob Krümelchen es ein wenig weiter auf. Munter stieg es wieder vom Zaun, lief hindurch und wanderte in den Wald. Dort bewunderte es grünen Laubdächer der Bäume, die nun wie Sonnenschirme Schatten spendeten. Kurz darauf entdeckte es einen kleinen Teich. Dessen Wasser blitzte silbrig durch die niedrigen Büsche am Wegesrand. Auf ihm schwamm eine Entenfamilie: Es waren aber schon ziemlich gewachsene Babys, denn sie paddelten flink hin und her. Gewachsene Babys? Ja, so nannte Toni Babys, die eigentlich gar keine mehr waren. Ihnen stieß bestimmt nichts Böses zu, denn ihre Eltern passten gut auf sie auf. Krümelchen schaute ihnen eine Weile zu und ging dann weiter. Bestimmt gab es noch mehr zu entdecken.

Es konnte sich gar nicht sattsehen an allem und freute sich selbst an den winzigen Pilzen, die überall stolz die hübschen Schirme vorzeigten. Und oben i nden Bäumen zwitscherten die Vögel fröhliche Lieder und Krümelchen genoss es. Eine kurze Weile später bewegte sich etwas am Wegesrand. Vorsichtig schlich Krümelchen näher. Es war ein niedlicher Hase mit großen Kulleraugen, langen Ohren , wuschligem Fell und einer weithin leuchtenden weißen Lunte, das zufrieden vor sich hin mümmelte. „ Ob es wohl etwas Leckeres gefunden hat?“

Krümelchen aber war satt, wanderte weiter und stand auf einmal vor einem zweiten, einem kleine See nicht unähnlichem Teich. Die Sonne schien und weil es nicht windig war, gab es keine Wellen. Das Wasser lag völlig ruhig ruhig, wie ein Spiegel und Krümelchen schaute neugierig hinein. denn es wollte sich so gern nochmals in seinem hübschen Mantel bewundern.
„Der ist so chic!“, dachte es gerade, als es plötzlich erschrak.
Dort, wo eigentlich der tolle bnlaue Knopf hätte sitzen sollen, klaffte nur noch ein Loch. Ausgerechnet seinen Lieblingsknopf hatte es verloren!
„Mein schöner Knopf!“
Traurig suchte es den Boden ab, aber dort war er nicht. Krümelchen fing an zu weinen.
„Ich will meinen Knopf wieder haben!“
Aber auch zwischen den herum liegenden Blättern fand es ihn nicht.
„Den krieg ich nie wieder!!“
Niedergeschlagen im Gras hockend, schluchzte es laut und immer lauter, so dass es wahrscheinlich alle Tiere in der Nähe, die umstehenden Bäume und auch die winzigen Pilze ringsum mitbekamen.

Später wusste es nicht zu erzählen, wie lange es dort so gesessen hatte. Nur noch, dass ihm, obwohl es selber traurig gewesen war, auch Toni leid getan hatte ...
„Sie hat sich so viel Mühe gegeben! Ob sie weinen wird, weil der Knopf weg ist?“
Es machte Krümelchen noch trauriger und es hörte gar nicht mehr auf zu weinen. Es ahnte ja nicht, dass die Eule Gripsi sein Jammern gehört hatte und nun besorgt heran flatterte. eine Eule, die sein Jammern gehört hatte und nun besorgt heran flatterte. Als sie neben ihm auf dem Boden landete, bekam Krümelchen Angst, denn es hatte ja noch nie einen so großen Vogel gesehen:
„H..Hoffentlich frisst der keine Plätzchen!“

Die Eule merkte, wie sehr es sich fürchtete.
„Uhu! Hab keine Angst! Ich hab gerade eine Maus gefuttert und außerdem würde ich nie jemanden fressen, der Hilfe braucht!“
Sie schaute Krümelchen lieb an.
´Puuh, Glück gehabt!`-„Wie heißt Du denn?“,wagte es zu fragen.
„Ich bin eine Eule und heiße Gripsi. Und Du?“
„Ich bin Krümelchen, ein Lebkuchenplätzchen.“
Und dann erzählte er Gripsi alles überToni und wo sein Zuhause war, über den Mantel und vor allem über den schönen blauen Knopf, seinen Lieblingsknopf, den er jetzt verloren hatte.
„Ich hab schon nachgeguckt. Aber hier ist er nicht!“, schluckte Krümelchen.

„Hm“, machte Gripsi und kratzte sich mit der Kralle an der Stirn:“Hm! - Krümelchen, ich hab eine Idee!“
„W..Was denn?“, schniefte jenes, doch bereits ein wenig leiser, weil es nun wusste, dass Gripsi ihm nichts Böses antun wollte.
„Wir suchen gemeinsam!!“
„Gripsi, ich kann aber nicht mehr laufen. Mir tun die Beine so weh vom langemWandern!“, klagte es.
Die Eule legte tröstend die Flügel um Krümelchen und streichelte mit einer Feder sanft seine Lebkuchenwange. Es tat gut und Krümelchen jammerte nicht mehr.
„Und, was machen wir jetzt?“, fragte Krümelchen.
Gripsi lachte:
„Du bleibst hier sitzen, ruhst Dich aus und ich flieg rum und such weiter!“
„Danke, Gripsi!!“
Krümelchen lehnte sich erschöpft an einen Baumstamm. Die Eule erhob sich in die Luft und segelte davon. ...

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