Das bisschen Haushalt oder Kevin allein zuhause 2
Von
billyblue
Freitag 26.07.2024, 22:59 – geändert Freitag 26.07.2024, 23:00
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Freitag 26.07.2024, 22:59 – geändert Freitag 26.07.2024, 23:00
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Ähnlich wie die ersten Tage nur zum Mittagessen ein Spießbraten Brötchen. Toll, habe ich ewig nicht mehr gegessen, sowie weiter Döner und zur „Abwechslung Gyros“, in dieser Reihenfolge
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Tag 6
Die erste Woche ist zu Ende. Ich sollte mir ein anderes „Lokal“ für das Mittagessen suchen. Schließlich habe ich die Auswahl, Türke, Grieche, Italiener, Inder usw. Also gut heute mal die Pizzeria. Heute muss ich mal einkaufen. Der Kühlschrank nähert sich langsam der absoluten Leere entgegen. Im Supermarkt ist die Hölle los. Warum müssen die Leute alle heute einkaufen? Beim Bäcker muss ich mich erst mal durchsetzen. Ich bin gerade an der Reihe als sich ein älterer Mann plötzlich von der Seite in die Schlange schiebt und seine Bestellung aufgeben will. Nur will. Ich werfe kurz ein, dass die Dame vor uns jetzt an der Reihe ist und danach ich. Nicht wer am ältesten, sondern wer am Dransten ist wird bedient. Da meinte er was mich das angeht, eine absolute Frechheit. Komisch, diese alten Leute denken nur an sich. Solche überqueren auch die Straße 20 Meter neben der roten Ampel. Bremsen quietschen und schon ist der Aufprallunfall geschehen. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich frisch verheiratet war und die Geschäfte um 18 Uhr schließen mussten. Jeden Tag ging Tante Thea (eine Rentnerin) kurz vor 6 in den Supermarkt, marschierte bei der Fleischtheke an der Schlange vorbei und ließ sich zeigen, was es alles im Angebot gab. An diese Szene musste ich denken. Damals hatte mir geschworen, dass ich keine Vordrängler mehr vorbeilasse. Dann kam wieder der Abend. Das neue Buch war auch nicht spannender als jenes vom Vortag. Diesmal schüttete ich mir ein großes Glas 16 Jahre alten Abalour ein, normalerweise viel zu teuer zum runterschütten. Langsam wird es langweilig.
Tag 7 Sonntag
Nach dem Frühstück beschließe ich Staub zu saugen und die Spüle zu säubern. Nötig ist es zwar nicht, doch was solls? Ich starte den Staubsauger. Viel Staub kann nicht vorhanden sein, ich bin nur von der Küche auf die Terrasse und ins Bad gegangen. Diese Wege sind die einzigen auf denen sich Schmutz festgesetzt haben könnte, der Rest ist nicht benutzt worden. Schnell war ich also schnell fertig. Heute zur Feier des Tages öffnete ich eine Dose mit Kartoffelsuppe. Nach dem vielen Außwärtsessen schmeckte sie ganz toll, anschließend noch ein Eis aus der Truhe, dazu heiße Himbeeren. Kochen kann ich, das muss man mir schon lassen. Jetzt noch ein Nickerchen, dann sehen wir weiter. Komisch, irgendwie werden diese auch immer länger. Jetzt meldet sich der kleine Hunger. Zum Glück hatte ich tags vorher Kuchen eingekauft. Der erste Pflaumenkuchen, sehr schmackhaft. Ich lümmle mich in meinen bequemen Fernsehsessel und mein Blick fällt direkt auf die Stereoanlage. So was gibt es wirklich noch, jedenfalls bei solchen Soundfetischisten wie mir. Jetzt schnell noch runter ins Gästezimmer und ein paar Lp’s holen. Mehrere sind sehr praktisch, da sie erheblich kürzer als CD’s sind.Jetzt noch die Anlage auf Phono umstellen, die Scheibe in den Plattenspieler legen und los geht es mit dem Hörgenuss. Vinyl ist eben doch ganz etwas anderes als mp3. Dort sind angeblich die Frequenzen, die das menschliche Gehör nicht war nimmt, gekappt um Datenvolumen zu sparen. Trotzdem, wenn die auch angeblich nicht zu hören sind, fehlt m.E. etwas im Klangspektrum. Die großen Lautsprecherboxen machen den Rest. Die Bässe wummern, das Zwerchfell vibriert. So was kann man nur machen, wenn „Kevin allein zuhause ist.“
Tag 8 Montag
Ich öffne den Schrank und sehe, die Unterwäsche wird langsam knapp. Was kann ich dagegen tun? Wie war das noch mal mit der Waschmaschine? Was kann in den Trockner und was nicht. Wozu gibt es „die beste Ehefrau von allen“? Sie langweilt sich bestimmt in ihrem Krankenbett. Also anrufen. „Schatz, nach was sortiere ich die Schmutzwäsche? Vor allen Dingen welche Programme muss ich einstellen? Was darf in den Trockner und wo kann ich die Waschmittel finden?“ Ich höre wie am anderen Ende der Leitung Luft geholt wird und jemand tief seufzt. Ihre Gedanken sind förmlich zu hören: „Wo hat der Kerl denn die ganzen letzten Jahrzehnte gelebt?“ Geduldig (scheint eine Frauentugend zu sein) erklärt sie mir alles. Am Abend nach dem kulinarischen Mahl bestehend aus zwei Leberwurstbroten mit Gurken belegt und dem obligatorischen Tee aus der Mikrowelle, geht es in den Keller. Dort sortiere ich drei Körbe mit verschiedener Wäsche. Jetzt die Tür auf und die Maschine füllen, ist ja kein Problem. Das Programm einstellen und los geht es. Da fällt mein Blick auf das Display, eineinhalb Stunden soll der Waschgang dauern. Warum habe ich nicht früher angefangen? Jetzt kommt das Ende mit dem Beginn meiner Schlafenszeit in Konflikt. Da muss ich jetzt durch. Beim nächsten Mal werde ich die Waschzeit in meinen Tagesablauf einplanen müssen. Egal, soll sie doch die ganze Nacht laufen. Sie schaltet sich doch von alleine ab, wenn das Programm beendet ist.