Brückenfahrt durch die Innenstadt mit 20 Kindern
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Feierabend-Mitglied
Donnerstag 11.07.2019, 18:33
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Es war Sommer und die Kinder fragten: "Gitti, wann machen wir wieder einen Ausflug?"
Zoobesuch wollten sie nicht, machen sie oft mit den Eltern, Bauernhof hatten wir vor kurzem. Es musste mal wieder etwas Besonderes her.
"lasst mir etwas Zeit und dann wird es ein Überraschungsausflug, nein nein Susi, vorher wird nichts verraten!"
Ich plante mit 20 Kindern eine Brückenfahrt durch die Berliner Innenstadt und weil Dampferfahrten für Knirpse schnell langweilig wurden musste ich mir etwas einfallen lassen, um die Zwerge zu beschäftigen, ohne dass die anderen Fahrgäste gestört wurden. Meine Gitarre nahm ich sicherheitshalber mit.
Gesagt, getan, ich meldete uns an, Neugier, Spannung in den Gesichtern. Am Hafen in Berlin-Mitte sammelte ich meine Gruppe und erzählte ihnen, das wir mit dem Schiff unter vielen Brücken durchfahren. Und daher wusste ich, dass Kinder unter den Brücken immer, so laut es geht, schreien. "Das macht zwar Spaß", sagte ich, "aber den anderen Gästen auf dem Dampfer nicht. Die wollten sich doch ausruhen und viele waren schon ziemlich alt. Und wir möchten doch eine schöne Fahrt haben und auch die Großen wollen sich wohlfühlen." "Und wenn wir nicht schreien sollen, was machen wir dann?" fragte Lisa.
"Wir fragen die Erwachsenen, ob wir singen dürfen, ich denke, viele werden mitsingen."
"Wir können auch Bäume zählen, oder andere Schiffe, oder Seifenblasen machen!" Alle redeten durcheinander und sie hatten viele Ideen. Zum Glück hatte ich an die Seifenblasen vorher gedacht und viele eingepackt.
Wir stiegen ein mit Hilfe des Personals und ich sah sofort bei den anderen Gästen lange Gesichter und aus einer Ecke kam laut und vernehmlich: "Oh Gott, das wird schlimm!"
Drei von meinen mutigen Großen bat ich, mal zu den Leuten zu gehen und ihnen zu sagen, dass wir bestimmt nicht schreien werden und ob wir singen dürfen?
So entwickelten sich die ersten Kontakte und wir sahen viele lächelnde Gesichter, ganz unbefangen plauderten meine Lütten mit den fremden Menschen, die auch ihre Skepsis schnell aufgaben.
Dann fuhren wir los und die erste Brücke kam, ich stimmte ein Lied an, ein altes Volkslied, dass die Großen und die Keinen kannten: "Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön....." und viele sangen laut mit. Es wurde ganz lebendig auf dem Schiff, die Kinder gingen manchmal zu den Erwachsenen, lachten und zeigte ihnen interessante Dinge am Ufer. Wir sangen noch gemeinsam einige Lieder mit den Großen, dann wurden Seifenblasen gemacht, die über dem Wasser schwebten und vom Wind ein Stück getragen wurden, bis sie zerplatzten. Auch die Großen standen auf und versuchten, diese schillernden Gebilde zu fangen.
Wir winkten anderen Schiffen und die Kinder jubelten, wenn zurückgewunken wurde. Thomas saß die meiste Zeit bei einem Opa auf dem Schoß, sein Opa war vor kurzem verstorben.
2 Stunden sind für Kinder eine lange Zeit, wir erkundeten das Schiff, dann sprach ich mit dem Kapitän und wir durften nacheinander in den Führerstand. Der Kapitän erklärte vieles und lobte die Zwerge und sagte, dass das eine wunderbare Fahrt ist, die er nicht vergssen wird.
Als wir wieder oben auf dem Deck ankamen sagte eine ältere Frau, sie hätten gesammelt und jetzt bekämen alle Kinder ein Eis. Mein Truppe kam zur Ruhe, leckten genussvoll und versonnen ihr Eis und beim Aussteigen wurden viele Hände geschüttelt, viel Lob ausgesprochen und ein vielfältiges "Aufwiedersehen" klang über den Hafen.
Müde und wohlig fuhren wir zum Kindergarten, 3 Kinder schliefen in der U-Bahn ein, nach dem Mittagessen fielen alle in einen tiefen Mittagsschlaf. Zeit für mich und die Praktikantin, sich bei einem Kaffee zu erholen. Ich liebte meine kleinen Monster und dachte, mit ihnen kann ich überall hingehen.