Besuch beim Bürgermeister
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Feierabend-Mitglied
Mittwoch 30.09.2020, 11:37 – geändert Mittwoch 30.09.2020, 13:58
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Mit den Witzbildern aus dem Fotomaton-Automaten wollten wir noch eine besondere Akrion starten und den Bürgermeister besuchen.
In den nächsten Tagen besorgte ich großen farbigen Fotokarton, ich machte den Vorschlag, von jedem Kind und uns das lustigste Foto auszusuchen und auf das Plakat zu kleben, zusammen mit Handabdücken, kleinen Zeichnungen und was ihnen sonst noch so einfällt. Das bringen wir dann ins Rathaus und besuchen den Bürgermeister von Berlin.
"Auh ja und dann fahren wir wieder Pasta nosta!" Der Italiener war mit der Pasta noch in Erinnerung.
Und so bastelten, klebten, malten und unterhielten wir uns dabei. Zwei Tage waren wir voll damit beschäftigt. Zwischen den Fotos wurden Polizeiautos gemalt, Kuchen, Luftschlangen und haufenweise Berliner Bären, die selten als solche zu erkennen waren. Zu allem Überfluss wurde noch einiges an Glitzer aufgestreut und einen Heinzelmann gab es auch. Ich fragte die Kinder, welches Lied wir singen sollen und alle riefen: "Das Lied vom Klopapier!" Das konnte ich ihnen gerade noch ausreden und so entschieden sie sich für unser Heinzelmännchenlied.
Ich hatte vorher dort angerufen und einen Termin gemacht, damit es keine Enttäuschung gab und der Bürgermeister Eberhard Diepgen auch anwesend sein würde.
Eine Woche später gingen wir los und verschoben das Pater noster fahren auf hinterher. Wir klopften an die Tür, gingen ins Vorzimmer und begannen, laut unser Lied zu singen. Ich hatte mich für die Gitarre entschieden, weil beim Akkordeon die Kinderstimmen nicht mehr zu hören gewesen wären. Und da kam er auch schon, strahlend und klatschte in die Hände, auch viele Mitarbeiter aus anderen Zimmern waren anwesend. So etwas gab es anscheinend noch nicht.
Dann sagte plötzlich David:" jetzt aber alle und ganz laut!" Und die Meute rief: " Guten Tag Herr Bürgermeister". Alle lachten und meine Zwerge waren so herrlich unbefangen. Diepgen gab jedem Kind die Hand, zeigte den Knirpsen sein Amtszimmer und Kathrin sagte: "das ist aber nicht gemütlich, kein Sofa und kein Fernseher, keine bunten Bilder und keine Blume."
Diepgen bedankte sich bei den Knirpsen für das tolle Plakat und zeigte ihnen, wo er es an die Wand hängen wird. Kathrin:" dann sieht es gleich gemütlicher aus!"
Fabian:" Kommst du mit zum Pasta nosta fahren, Herr Bürgermeister?" und so fuhren wir mit Herrn Diepgen nacheinander ein Mal hoch und runter. Anschließend ging er mit uns in den Ratskeller und die Kinder konnten sich aussuchen, was sie trinken wollten. Dort wurde fröhlich geplaudert, erzählt, dass wir einen "Kompaktbeamten" haben, der manchmal bei uns im Kindergarten Kaffee trinkt. "Aber er kann auf keinem Kinderstuhl sitzen, weil er so dick ist". Thomas meinte den Kontaktbereichsbeamten.
Winken und lautes Aufwiedersehen und "komm uns mal besuchen, meine Mama kann ganz tollen Kuchen backen!"
Dann gingen wir fröhlich nach Hause und der Bürgermeister an seine Arbeit.
Was die Kinder wohl heute über ihren Besuch beim Bürgermeister denken, 32 Jahre später?