Auf dem Jakobsweg
Von
Fiddigeigei
Dienstag 11.06.2019, 10:52
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Fiddigeigei
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Auf dem Jakobsweg
Einige von euch kennen ja bereits meine Jakob- Geschichten. Bei einer Wanderung stieß ich vor Zeiten auf ein verwunschenes Bauernhäuschen. Es war im Frühjahr 2011. Diese Häuschen hat mich auf den Jakobsweg gelockt.
Dieser Jakob, will nicht heute und morgen leben, er ist eher rückwärts gewandt und versucht die Zeit zu entschleunigen.
Sicher werdet ihr feststellen, dass der Jakob auch seinen eigenen. Schreibstil hat und er sich vornahm, wie bei einer richtigen Wanderung nie zu wissen, wo sie hinführt und endet.
Aus Jakobs Wanderungen
Das Geisterhaus
….als der Wanderer aus den hohen Bergen herab gestiegen kam, war es bereits Abend geworden. Er war müde und durstig und sehnte sich nach einer Bleibe für die Nacht. Gestern hatte er noch im tiefen Wald geschlafen und es war so kalt dort, dass er steif gefroren aufwachte. Der Wanderer war nicht mehr der Jüngste und trotzdem fand er keine Ruhe. Er liebte es alleine zu sein und wenn es möglich war weit weg von den Menschen zu leben die ihm oft mit ihrer lauten und fordernden Art sehr fremd vorkamen. Er hatte das Gefühl, dass er eigentlich nicht richtig zu ihnen gehörte.
Gerade trat er aus dem Wald, als er in der Abendstimmung ein altes kleines Bauernhaus am Wegesrand liegen sah.
Es machte auf ihn einen verlassenen Eindruck. Kein Rauch stieg aus dem Kamin, der aus buckeligen Backsteinen gemauert und dem Einsturz nahe stand.
Das ganze Haus war unverputzt und aus den gleichen, wohl noch handgefertigten Steinen, die unterschiedlich je nach Lehmsorte mehr gelb oder rot gebrannt waren, errichtet.
Das Dach war buckelig und es sah so aus als ob es nicht mehr dem Regen oder Schnee großen Widerstand leisten könnte. Aber eine blaublühende Glyzinie bedeckte gnädig die Blößen des alten Hauses mit ihren mächtigen Blütendolden, die fast das ganze Haus umwucherten und bereits begannen auch das Dach in Besitz zu nehmen. Der Wanderer blieb vor dem halb geöffneten nur noch lose in den rostigen Angeln hängenden Gartentürchen stehen. Der Hausgarten war verwildert, aber in seiner Wildheit wunderschön. Schon lange hatte hier keine menschliche Hand mehr für Ordnung gesorgt.
….....Das Gartentürchen knarrte unwillig, als der Wanderer es weiter öffnete um in den Vorgarten einzutreten. Auf einem kurzen, mit Steinplatten belegtem Wege, zwischen deren Fugen sich Kräuter und Gras gesetzt hatten und die mehr und mehr im Untergrund zu versinken drohten, schritt er gegen die Treppe zu , die zur höher gelegenen Haustüre führten, Diese Treppen war wie alle Treppen in dieser Gegend aus feinkörnigen rotem Sandstein gehauen. Die Stufen die hinauf führten mussten sich durch die Jahrundert lange Benutzung in der Mitte ausgetreten haben. Der eiserne Handlauf zum Garten hin, schien sich nur noch durch den eigenen Rost vor dem Verfall zu bewahren. Die Haustüre bestand aus schwerem Holz und war noch erkennbar mit hübschen Ornamenten verziert. Der Drücker und das Schloss war sicher von einem tüchtigen Kunstschmied aus der Umgebung in Handarbeit angefertigt worden.
Der Wanderer verharrte vor der Tür und suchte vergebens nach einem Namensschild. Da es keine Glocke gab, pochte er an die Tür, doch niemand schien ihn zu hören. Vorsichtig bewegte er die Klinke nach unten. Die Türe öffnete sich zu einem dunklen Hausflur zu und er trat ein. Sein Rufen nach einem Bewohner dieses Hauses blieb ohne Erfolg. Niemand antwortete ihm.
Vorsichtig taste er sich voran durch diese kühle Dunkelheit, bis er am Ende des Ganges auf eine weiter Tür stieß. Beherzt öffnete er sie und stand in einer ärmlichen Küche, die nur durch ein fast blindes Fenster zum Hof hinaus beleuchtet wurde.
Fortsetzung folgt auf Wunsch.