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Als die Rentiere streikten (1),

Von tastifix Freitag 21.12.2018, 15:37

„So, meine Sechs. Jetzt futtert mal tüchtig. Morgen wird es anstrengend!", gähnte Nikolaus.
Um seine Rentiere bei Laune zu halten, hatte er ihnen als Abendmahlzeit Himmelsmöhren und Granatäpfel spendiert. Kalli, das Leittier, schnappte sich selbstverständlich die größte der Möhren. Erst danach durften die Anderen sich gütlich tun.
„Was ist denn morgen?", fragte Fränzi, das Rentiernesthäkchen, neugierig.
„Wir müssen schuften!", erklärte Goldi, das Vizechef-Rentier.
„Wie jedes Jahr um diese Zeit. Die Menschen auf der Erde drehen echt durch, die mit ihren Kilometer langen Wunschzetteln!", knurrten Braunchen, Knabbs und Schnubi.
„Und was geht uns das an?"
„Nikolaus packt den Schlitten voller Geschenke, bis der fast bricht und den müssen wir dann zur Erde ziehen!", murrte Kalli.
Bei dem Gedanken fröstelte es ihn, obwohl der Rentierstall wirklich gut geheizt war.
„Juhuuh! Ich darf mit zu den Menschen!", jubelte dagegen Fränzi.
„Freu dich bloß nicht zu früh!", versetzte Braunchen: ´Genauso blöd wie ich früher. Wenn ich damals schon geahnt hätte ...`
„Schluss, jetzt wird geschlafen. Sonst kommen wir morgen nicht aus dem Stroh!", kommandierte Kalli und plumpste auf seinen Lieblingsschlafplatz direkt neben der Stalltür.
Von dort aus hatte er das Haus des Nikolaus und die Wolkenburgen der Engelteenager bestens im Blick.

Am nächsten Morgen riss Nikolaus die Rentiere extrem früh aus den Möhrenträumen. Zum Frühstück gab es nur ein bisschen Heu.
„Sonst seid ihr gleich zu träge!"
Und wenig später drängte er:
„Los gehts, keine Müdigkeit vorschützen! Auch du nicht, Fränzi!"
Er führte die Rentiere zum Schlitten. Mit Riesenaugen bestaunte Fränzi die glänzend eingepackten Geschenke.
„Oh, sind die schön!"
„Hm, schöner Mist!!", knurrte Goldi dem Kleinen zu und erntete prompt von Nikolaus einen strafenden Blick.
„Ich mein ja bloß - ziemlich schwer, das alles!"
Aber viel mehr noch ärgerte es die vierbeinige Truppe, dass sich die neugierigen Jungengel um sie scharten und munter drauflos stichelten:
„Ätsch, dann viel Spaß!"
„Verlauft euch nur nicht!"
„Macht bloß nicht schlapp!"
„Kommt, wir flegeln uns auf die Sonnenbank. Hach, wird bestimmt toll!"
Die wütenden Rentiere hätten die Bengel nur zu gerne gekniffen, aber das war im Himmel streng verboten. Es wäre auch gar nicht möglich gewesen, denn Nikolaus hatte ihnen bereits die Geschirre umgelegt. Deshalb schnaubten sie die geflügelten Möchtegern-Erwachsenen nur drohend an. Leider interessierte die das nicht die Bohne, sondern sie schwebten hämisch grinsend von dannen.
„Müssen wir uns das gefallen lassen?", fragten die Anderen Kalli.
Als der Älteste hatte er ja bereits Jahrhunderte lang Erfahrung mit diesen Schnöseln.
„Ganz ruhig! Wir erledigen unser heutiges Pensum und morgen ... Hihi, für morgen lass ich mir etwas einfallen!", feixte er.
„Hoo,hoo!", befahl da Nikolaus den Aufbruch.
Die Sechs legten sich in die Leine und Klein-Fränzi bemühte sich, genauso schnell zu laufen wie seine großen Freunde.
„Gut machst du das!", lobte Nikolaus.

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