Alles neu
Von
Feierabend-Mitglied
13.09.2020, 10:25 – geändert 13.09.2020, 10:28
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von
Feierabend-Mitglied
13.09.2020, 10:25 – geändert 13.09.2020, 10:28
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Meine Vorfahren waren Bauersleute soweit ich das zurück verfolgen konnte. Ich wurde geboren in unserem Bauerhaus. Auf einem Sandstein Querbalken über der Haustür steht : 16 PL 78. Das Haus wurde im Jahre 1678 von Peter L . erbaut. Ein typischer mosel – fränkischer Dreiseithof, wie ein auf dem Kopf stehendes U, mit einer zur Straße offenen Seite.
Als mein Großvater starb, haben wir die Landwirtschaft aufgegeben. Das Vieh wurde verkauft. Der Stall, der linke Flügel des Hofes stand leer. Im rechten Flügel war die Futterküche, der Brotbackofen und Futtervorräte. Auch der Teil des Hofes wurde nicht mehr gebraucht. Nur der Mittelteil, das Wohnhaus wurde noch genutzt.
Der Familienrat tagte und man diskutierte, was man mit dem alten Gebäude anfangen sollte. Meine Schwester und ihr Mann waren bereit, die Gebäude zu übernehmen und zu sanieren. Geplant wurde, in den beiden Seitenflügeln Ferienwohnungen einzurichten. Meine Schwester stellte jedoch die Bedingung, daß alle Geschwister mithelfen mußten bei der Kernsanierung. Alle Geschwister stimmten zu. Hätte alle gewußt, was da auf uns zukam, hätten einige wohl nein gesagt, ich eingeschlossen. Wir ahnten nicht, daß der Denkmalschutz ein Wörtchen mitreden würde. Um es kurz zu machen, die ganze Sanierung und der Umbau des Stalles und der Futterküche dauerte 3 Jahre und verschlang die damals gewaltige Summe von 1,45 Millionen DM. Zwei meiner Brüder und ich brachten die zusammen Zweidrittel, meine Schwester das restliche Drittel auf. Ohne diese gemeinsame Anstrengung hätte meine Schwester alleine die Kosten niemals tragen können.
So steht nun unser altes Elternhaus seit 35 Jahren wieder in neuem Glanz, geschaffen für noch viele Generationen. Wer weiß, wann wieder einer unserer Nachkommen sagen wird: „Es wird Zeit, das alte Gemäuer zu sanieren“.