Zum Gedenken an diesen Fisch
Von
pamse
Donnerstag 09.01.2020, 14:07 – geändert Donnerstag 09.01.2020, 20:54
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pamse
Donnerstag 09.01.2020, 14:07 – geändert Donnerstag 09.01.2020, 20:54
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Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2018 war mir nach Walken im Wald. Ich brauche ab meiner Haustüre etwa 5 min zu Fuß um die Hauptstraße zu erreichen. Auf der anderen Straßenseite beginnt der Wald .Nach einer leichten Steigung im Wald, sind es etwa 15 min zu dem kleinen Wasserreservoire. Dort bleibe ich dann stehen und begrüße das Teichlein das in diesem Moment mir gehört. Weit und breit niemand zu sehen und etwas weg vom Waldweg,sozusagen in die Büsche befindet er sich. Aber außer mir haben das andere auch schon entdeckt und zu einem minimalen Trampelpfad gemacht. Es sind ein paar Schritte und dann sieht man den Tümpel schon .
In gebückter Haltung knirsche ich an den nackten Lindenzweigen vorbei, die meine Wange trotzdem streicheln. Dann tut sich der Rand des Gewässers auf und da rechts die schon bekannten Pflanzenstengel einer Wasserrose und da links der Baumstumpf auf dem sich ein Farn angesiedelt hat, aber jetzt nur Farnfragmente zeigt. Ach und da tut sich das Rund des Ufers auf .Und da hinten ,mir genau gegenüber das könnte ein Papier sein oder was leuchtet da so hell.
Ich verändere meine Position und drehe den Kopf --aber ich muss das jetzt wissen ob es eine Optische Täuschung ist und laufe los an den Rand gegenüber.
Och nein, och nein--bitte nicht--- ich möchte das nicht sehen und es fährt mir in mein Herz. Ein Koi in schönster Pracht und Farbe liegt auf seiner linken Seite nahe dem Rand. Vielleicht kann ich ihn schnell retten.So tippe ich zart mit dem Walking Stock an seine Schwanzflosse an sein Bäuchlein und sein Mäulchen. Nein ,ich kam zu spät....
Aber wenn man ihn aufstellte in seine Position-ich hatte nur meine Handschuhe aus Stoff und meine Walkingstöcke---wie sollte das gehen. Vielleicht wär er gar nicht tot....
Der Boden war aufgewühlt und uneben und feucht. Ich sprach zum Fischlein hin und hoffte und hoffte das er nur ein Fisch-Ohnmacht hätte. Aber nichts tat sich. Das tat mir sehr weh, wirklich wahr.
Wie kam der hier hin.
Wer hatte ihn nicht mehr haben wollen
über mir nur Baumkronen und mitten im Wald--- das war kein Reiher oder Kormoran. Der Fisch war so groß, bestimmt 50 cm, das ein Vogelschnabel den nicht hätte halten können. Und das Fischlein war unversehrt. Keine Verletzungen. Also hatte ihn jemand dort hin gebracht.
Was jetzt machen? Kein Werkzeug zum buddeln aber das Gewässer kippt um mit der Leiche darin.
Die Walking-Stöcke wurden kurzerhand umbenannt in Grabschaufel. Um hiermit die Aufgabe das Laub und die Erde dort aufzuwühlen, das dieses arme Geschöpf dort hinein gelegt werden konnte. Einen Toten muss man beerdigen das ist jetzt meine Pflicht und das letzte was ich für ihn tun kann.
Ich beugte mich ganz nah an den Rand und ging auf das eine Knie. Egal die Hose konnte ich wieder waschen. Aber wie denn das Fischlein anfassen -am End ist er noch glitschig und flutscht mir weg ,weil er noch so frisch aussah. Freilich halfen mir meine Stöcke wieder die ihn sanft ganz eng an den Rand des Ufers jonglierten. Ich nahm all meinen Mut zusammen und konnte diesen großen schweren Fisch mit meinen Stoffhandschuhen bergen. Durch diesen Bergungsvorgang schoss aus seiner Kloake eine Unmenge von Milchner? oder Rogener? mir entgegen und ein Teil verteilte sich im Wasser aber das meiste auf den Waldboden. Gleich lag das Fischlein in seinem Grabe und lief noch aus. Meine *Werkzeuge*schaufelten den Waldboden wieder zu und die Walkingstiefel begradigten die letzte Ruhestätte ab und ich dichtete sie mit festem Tritt gut ab.
Am nächsten Tag war die Stelle aufgewühlt und das Grab war leer. So hatte die Natur das Fischlein in seinen Kreislauf eingebettet. Und Frau Wildschwein oder Herr Fuchs haben vielleicht auch davon profitiert. Trotzdem traurig.