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Schneeflöckchen, Weißröckchen ...

Von tastifix Mittwoch 10.01.2018, 14:04

Viele Menschen wünschten es sich herbei und nun ist es wahr geworden. Bei klirrender Kälte sind die ersten, noch schüchternen Schneeflocken gefallen und in der Früh habe ich schon eine glitzernde Märchenlandschaft bewundern dürfen. Nun, am Nachmittag, betrachte ich verzückt die umstehenden weißen Knusperhäuser und die sich im Winde wiegenden Äste der Bäume in meinem Garten, die eine blitzende Zuckerguss-Decke schmückt.
Noch immer segeln unaufhörlich dicke Flocken zur Erde. Es ist ein sehr romantischer Anblick, der mich mit seinem Charme dem Alltag entrückt und mich ein wenig träumen lässt. Meine gefiederten Freunde dort draußen, die dermaßen plötzlich von der Kälte überrascht wurden, vergesse ich trotzdem nicht. In dem Geäst der Weidenkatze sitzen dicht an den Stamm gedrängt eng aneinander gekuschelt Elster Emelie und ihr Elsternfreund. Wie Federbälle sehen sie aus, so dick haben sie sich aufgeplustert, um sich vor dem Erfrieren zu schützen. Damit sie wenigstens keinen Hunger leiden, baumeln jetzt Futternetze mit einem ausgesprochen abwechslungsreichen Menüangebot an den Ästen und unten auf der Erde ist für die Piepmätze aller Arten und Größen eine langgestreckte Tafel mit erlesenen Körnerköstlichkeiten angerichtet. Mit Freude beobachte ich die Vögel dabei, wie sie begeistert zupicken und sage mir, dass ich deren Geschmack wohl genau getroffen habe.
Während es sich unten die Tiere schmecken lassen, erfinden Emelie und ihr Freund ein Spiel. Über einen der dünneren Zweige balancieren sie hüpfend zu der Futterschlange und zupfen an ihr herum. Eine Zeitlang hält es dieser Massage stand. Zunehmend ungehaltener deswegen, zerren sie dann dermaßen kräftig, bis das Netz zerreißt und sich die Wunschmahlzeit auf der Erde verteilt. Aller Unmut ist vergessen und zufrieden begeben die Beiden sich zu Tisch.
Nachdem ich ihnen noch eine Weile zugesehen habe, ziehe ich mich in mein Arbeitszimmer zurück. Der Blick nach draußen ist mir leider inzwischen verwehrt, denn die großen Dachfenster sind völlig zugeschneit. Vorsichtig öffne ich sie einen Spalt breit, es wird frostig kalt. An den Rahmen hängen blinkende Eiszapfen und von der weißen Mauer davor stiebt Schnee ins Zimmer. Rasch schließe ich die Fenster wieder.

Immer noch rieselt leise der Schnee. Ob es tatsächlich ein weißer Winter werden wird ... ?












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