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Schatzsuche

Von Heha45 Samstag 16.03.2019, 12:20

Das wäre ein Hobby für mich, Schatzsucher. Ab und zu sehe ich Leute mit langen Stäben durch die Felder gehen, den Blick immer zu Boden gerichtet. Sie sind auf der Suche nach Metall und hoffen auf einen brauchbaren Fund. Der Metalldetektor sendet ein Geräusch wenn er eine Blechdose oder ein Goldklumpen unter der Erdoberfläche entdeckt. Metall ist für ihn einfach Metall, er macht keinen Unterschied zwischen wertvoll und Schrott.

In der Zeitung stand: Bei Nacht und Nebel kommen Holländer über die Grenze um nach römischen Münzen zu suchen, die hier am Niederrhein immer noch zu finden sind. Solche Funde müssen gemeldet werden, sie aber verschwinden damit einfach über die Staatsgrenze.

Nach Stöbern im Internet finde ich einen Händler für Detektoren und eine Beschreibungen dazu. „Dieses Gerät findet alle Metalle und ist besonders super für die Goldsuche (Schmuck oder Nuggets). Sehr laufruhig bei extremer Kleinteileempfindlichkeit! Aufgrund der Werkseinstellung auch von Neulingen sofort einsetzbar“.
Das bestelle ich mir zur Probe und nach nur drei Tagen packe ich es aus. Nun hinaus aufs Feld zum Testen, hoffentlich treffe ich nicht auf eine Mine. Vorsichtig gehe ich durch die Furchen, den Blick nach unten. Grobe Schuhe kommen in mein Blickfeld, ich sehe auf. „Was machen sie hier auf meinem Feld?“ fragt der Landwirt ziemlich unfreundlich. In dem Moment summt das Gerät wegen eines rostigen Nagels. „Ich möchte nur das Gerät ausprobieren, es ist nämlich ganz neu“. „Um über Felder zu laufen benötigen sie die Einwilligung des Besitzers, mich haben sie nicht gefragt“. „Hat sich erledigt, das Ding funktioniert“, entgegne ich und verschwinde schleunigst.
So kompliziert habe ich mir das nicht vorgestellt, woher soll ich wissen wem welches Feld gehören?
Wenn die Holländer hierher kommen, fahre ich nach Holland und zwar an die See. Tausende Touristen tummeln sich dort an den breiten Sandstränden, die außer Müll vielleicht auch etwas Metallenes verlieren. Am Abend wenn es dämmert und alle verschwunden sind, packe ich den Detektor und marschiere zum Strand.
Langsam schreite ich ihn ab. Nach einigen Metern summt es schon. Ein Euro, dann ein Metallschüppchen, wieder ein paar Münzen und ein Fahrradschlüssel. Langsam nähert sich die Flut.

Am nächsten Abend laufe ich nicht mehr kreuz und quer sondern gehe systematischer vor. Endlich nach ca. einer Stunde summt es. Im Schein meiner Taschenlampe hole ich etwas Glänzendes unterm Sand hervor, einen Ring. Schön, wie der Edelstein mit den Sternen um die Wette funkelt.

Einen echten Schatz hab ich gefunden und natürlich gehört er mir, denn Strandgut gehört dem Finder. Zu Hause gebe ich das Gerät an den Hersteller zurück. Schatzsuchen ist ein zu zeitaufwändiges Hobby mit Regeln und Verboten. Meinen einzigen „wertvollen“ Fund verwahre ich noch heute.

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