Renni, die kleine Spinne
Von
tastifix
Samstag 30.12.2017, 16:39
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tastifix
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Brav sitzen die Spinnen-I-Männchen in den Schulbänken. Zwei ihrer Vorderbeine liegen gefaltet oben auf dem Tisch, mit den restlichen sechs schaukeln sie unter dem selbigen munter herum. Heute wird ihnen ihre Mama, Frau Husch, das Spinnen beibringen. Hinten im Klassenraum liegen deshalb winzige Spindeln bereit. Nur gut, dass die Kleinen so scharfe Augen haben.
„Husch! Und jetzt holt ihr euch jeder eine Spindel!" ´Das wird was werden!`
Zum Glück besitzt Frau Husch Nerven wie Spinnenfäden.
„Mama, wo kriegen wir denn das Garn her?", fragt Flitz, ein Junge.
„Was weben wir denn?", will Renni, das Mädchen, wissen.
„Die Fäden drückt ihr aus eurem Hinterleib heraus. Na, versucht mal!"
Wie auf Kommando ist es Kellerecken still im Klassenzimmer. Die Spinnenkinderköpfe färben sich rot vor lauter Anstrengung. Renni presst eifrig, denn für den schönsten Faden soll es ein dickes Lob ins Klassenbuch geben. Flitz beobachtet sie und stichelt:
„Wenn du so weiter machst, platzt du gleich!"
Selbstverständlich platzt Renni nicht, die anderen Spinnenkinder gleichfalls nicht, sondern bald strecken sie stolz Frau Husch ihre Spindeln entgegen, um die sich hauchdünne Fäden wickeln.
„Und was machen wir jetzt mit denen?"
„Wir weben Netze."
„Netze??", staunen die Kleinen.
„Genau! Ihr seid doch bestimmt hungrig, oder?"
„Und wiiee!!"
„Mama fängt doch immer unser Essen mit einem Netz!", erklärt Renni den Anderen.
Flitz guckt sie bewundernd an und macht die Gemeinheit von vor ein paar Minuten wieder wett:
„Du bist sehr schlau!"
Da bekommt Renni nochmals einen roten Kopf, diesmal aber aus einem völlig anderen Grund. Eifrig machen sich die Spinnenkinder an die Arbeit und bald kann man die ersten fertigen Netze bewundern. Auch Renni bemüht sich nach Kräften, doch irgendwie will es nicht gelingen. Der Faden rutscht immer wieder von der Spindel ab. Enttäuscht fängt das Spinnenmädchen an zu weinen:
„Ich schaff es nicht!"
„Nicht weinen!", tröstet Mama Husch und trocknet ihr mit einem Papiertaschentuchfetzen, den sie unter der Schultafel gefunden hat, schnell die Tränen.
„Mama, Renni kann den Faden doch mit Kleber festpappen. Hier, ich hab den extra mitgebracht!"
Mitleidig will Flitz ihn Renni geben, doch die nimmt ihn nicht, sondern schnieft weiter.
„Lieb von dir, Flitz, aber ich weiß etwas Besseres!", lacht Mama Husch und huscht blitzschnell in die Handarbeitsecke.
Dort steht ein Korb mit Stick-, Näh- und Stricknadeln. Mit den zwei Vorderbeinen greift sie sich ein Paar Stricknadeln und bringt sie Renni. Verblüfft hört das Mädchen auf zu schniefen.
„Abaa, ich weiß doch gar nicht, wie ..."
„Sieh her, ich zeig dir`s! So und so rum und immer schön festhalten …"
Mama Husch macht es einmal vor, dann gibt sie der Kleinen die Nadeln. Renni ist furchtbar stolz, denn eigentlich dürfen die Spinnenkinder die gefährlichen Dinger erst in der zweiten Klasse benutzen.
„Und mir erlaubt Mama es jetzt schon!"
Inzwischen haben die anderen Spinnenkinder aufgehört zu arbeiten. Stattdessen sehen sie Renni zu, die dann sehr geschickt und flink ihr Netz strickt. Sie strickt und strickt und das Netz wird größer und größer und mindestens genauso stark wie die Netze der Anderen - wenn nicht sogar noch viel stärker ...