Notre-Dame de Paris
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Feierabend-Mitglied
Mittwoch 17.04.2019, 15:33
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Nein, man muß kein gläubiger Christ sein, oder französisches Blut in den Adern haben, wenn sich einem die Augen mit Wasser füllen, während die Mutter aller Kathedrale in Flammen steht. Da wird die jahrzentelange Arbeit unzähliger Baumeister, Handwerker und Künstler in wenigen Stunden zerstört.
Die meisten von uns waren sicher schon dort und haben sich dieses faszinierende Bauwerk angesehen, sind die Stufen zum Glockenturm hochgestiegen und bestaunten im Südturm die riesige, ca 13 Tonnen schwere Glocke Emmanuel. Sie gilt als die wohlklingenste Glocke Frankreichs. Aber auch wenn ich schon so einige Kathethralen in Frankreich besucht haben, so waren es doch bei weitem nicht alle und mir fehlt da die Vergleichsmöglichkeit.
Als wir, vor mehr als 40 Jahren zur Osterzeit in Paris waren, standen wir während die Glocken die Mittagszeit läuteten auf der Balustrade von Notre Dame, genossen den Blick auf die Seine und die Stadt. Wir bewunderten die Architektur und amüsierten uns über die Vielzahl dämonischen Wasserspeier.
Den Glockenturm durften wir erst betreten als der letzte Schlag verklungen war. Unser Führer forderte uns auf, uns unter der gigantischen Glocke zu versammeln und alle 25 Personen fanden tatsächlich mühelos Platz unter der riesigen Emmanuelle. Dann schlug er ganz leicht mit einem Holzklöppel gegen das Metall, um uns einen Eindruck von Klang der Glocke zu verschaffen. Hätte die Glocke nun zu läuten begonnen, hätten wir alle irreparable Schäden durch geplatzte Trommelfelle erlitten. Da läuft es einem schon eiskalt den Rücken herunter - selbst die bange Frage: "Was wäre wenn die jetzt auf uns herabstürzt?" - Da bedurfte es absolut keines Glöckners von Notre-Dame um sich ordentlich zu gruseln.
Danach ging es die 380 Stufen zum Kirchenschiff wieder hinunter und wir durften, nachdem der Gottesdienst beendet war, das Innere der Kathedrale bestaunen. Die herrlichen bunten, bleiverglasten Fenster, die wundervolle Orgel und die unzähligen Marienaltäre. Schwierig zu sagen was am beeindruckendsten war - oder vielleicht doch, die unzähligen fotografierenden Touristen.
Ich setzte mich dann in eine der Kirchenbänke und ließ zuerst das Gesamtgebäude auf mich wirken um mich danach in die unzähligen Details zu vertiefen und die Arbeit so manches Künstlers zu bestaunen.
MD
PS.:
Nun denn, sollte nun wieder eine hochgebildete und wahnsinnig arrogante Person wissen wollen, ob dies Literatur sei - nein, nur die Erinnerungen eines ganz normalen Menschen.
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern und Mitschreibern ein frohes und sonniges Osterfest, das ich selbst im Familienkreis verbringen werde - und wenn schon nicht in Frankreich, dann wenigstens in Frankfurt, wo wir auch ein paar schöne Ecken und ein durchaus hörenswertes Stadtgeläut.