Hilfe, ich friere!! (2)
Von
tastifix
02.08.2020, 16:15
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tastifix
02.08.2020, 16:15
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Die Himmels-S.Bahn fordert überhöhte Preise, Kurzstrecke gibt es nicht. Ich setze mich auf einen der Wolkensitze. Es fühlt sich ein wenig feucht an, kühlt wunderbar und versöhnt ein wenig mit den Kosten:
„Tolle Klimaanlage!!“
Die Stationen folgen sehr schnell aufeinander. Ehe ich mich versehe, stehe ich vor dem Wetteramt. Anders als unsere schrecklich grauen Fabrikgebäude wirkt es mit den strahlend weißen Mauern recht einladend. In der Eingangshalle steuere ich auf die Treppe zu, habe mich ja auf strapaziöses Stufensteigen eingestellt. Aber - was ist denn das?
´Nicht möglich!`, denke ich und korrigiere mich hastig: ´Oh Herr, bei Dir ist ja nichts unmöglich!`
Ich betrete die unterste schmale Wolkentreppenstufe. An der Seite sind in verschiedenen kräftig leuchtenden Farben sieben Knöpfe angebracht.
´Wie in einem Fahrstuhl!`
Es ist wohl besser, mich hier über nichts mehr zu wundern. Denn im Himmel wimmelt es bekanntlich nur so von Wundern. Kurz entschlossen drücke ich den sechsten Knopf, er ist himmelblau. Es ruckelt! Im nächsten Moment löst sich die Stufe aus der Treppe, schwebt langsam mit mir höher und höher und stoppt direkt vor Petrus` Abteilung. Als ich von ihr wieder auf festen Boden trete, haucht eine liebliche Stimme:
„Auf Wiedersehen!“
Es ist die Stufe.
Petrus hat mich in seinem Büro schon erwartet.
„Tach! Mensch, was ist denn mit Dir passiert??“
Dass er mich mit ´Mensch` tituliert, erkenne ich wohlwollend an, denn unbezweifelbar zähle ich zu jener Gattung. Und dass er sofort gemerkt hat, dass etwas mit mir nicht stimmt, rechne ich ihm sogar hoch an. Denn mit lebenden Menschen hat er es hier oben garantiert nicht allzu oft zu tun.
„Unten bei uns kriegen wir kaum noch Luft. Vor lauter Hitze können wir fast nicht mehr arbeiten geschweige denn noch vernünftig denken! - Das ´Vernünftig Denken` können viele von uns allerdings auch ohne diese Kochtemperaturen nicht!“, brummele ich, jedoch nur ganz leise.
Tunlich aber verschweige ich aus Solidarität jenen Artgenossen gegenüber, woran ich dabei so denke. Denn auch die heißen ´Menschen`.
Dann setze ich vorwurfsvoll hinzu:
„Petrus, viele Leute suchen Erfrischung in Seen und Flüssen. Manche stürzen sich gar ohne jede Abkühlung in die Fluten. Einige von denen haben dies schon mit dem Leben bezahlt!!“
„Mein Gott!“, stöhnt der auf.
Aber Gott meldet sich weder noch rührt er sich. Dies hat Petrus allein auszubügeln.
„Das hab` ich nicht gewollt!!“, jammert er mir etwas vor.
„Mag ja sein, aber hilft uns dort unten nicht weiter!“, urteile ich streng.
„Was soll ich jetzt nur tun?“
„Also: Wenn Du das nicht weißt als himmlischer Wetterstationsvorsteher, dann bist`e hier aber falsch!“, halte ich ihm ungerührt vor.
Von wegen! Der macht solche gravierenden Fehler und ich, ein scheinbar unbedarftes Menschenkind, soll ihm tatsächlich ´nen Tipp geben, wie er den wieder gutmachen könnte? Nein, den lasse ich schmoren. Dann erfährt er am eigenen Leibe, wie wahrlich toll des sein kann. Wenn es sich bei ihm auch anders zeigen wird als bei uns Menschen in den letzten Tagen ...