Du bist verrückt....
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Feierabend-Mitglied
Samstag 11.01.2020, 21:13
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Samstag 11.01.2020, 21:13
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mein Kind, du hast einen Spleen.
Wo die Verrückten sind, da gehörst du hin...
Wer kennt ihn nicht den Gassenhauer von Suppé?
Also hieß es Anfang des Jahres, rein in den Zug und ab nach Berlin zum Sightseeing - nicht ganz freiwillig, aber einem geschenkten Gaul guckt man bekanntlich nicht ins Maul, So kamen wir gegen Mittag nach kurzweiliger Fahrt im Berliner Hauptbahnhof an. Hier machten wir dann mit den ersten Verrückten Bekanntschaft. Anstatt abzuwarten bis die Fahrgäste den Zug verlassen hatten, stürmten einge Unentwegte, den Koffer als Rambock benutzend, den gereade eingefahrenen ICE, so dass sich die austeigenden Passagiere an diesen Dumpfbacken und ihrem Gepäck vorbeizwengen mußten. Gut wahrscheinlich glaubten diese Ewiggestrigen, sie dürften nun endlich die DDR verlassen ohne zu realisieren, dass die Mauer bereits vor 30 Jahren gefallen ist.
Nach diesem Hindernisslauf standen wir dann endlich im Berliner Hauptbahnhof. Ehrlich gesagt, habe ich ihn mit größer und vor allem greräumiger vorgestellt - aber ich will nicht gleich am Anfang meckern.
Weiter ging es dann mit Bus und U-Bahn zum Hotel in Moabit, ein schönes Gebäude, mit geräumigen sauberen Zimmern in dem man nach anstrengen Tagen angenehm relaxen kann.
So, wo anfangen? Brandenburger Tor und vielleicht Unter den Linden einen Kaffee trinken klang verführerisch, also wieder rein in die U-Bahn und die Hauptstadt besichtigen.
Natürlich warem 3 Tage viel zu kurz um alles Sehenswerte zu Gesicht bekommen, aber immerhin habe ich dank einsetzendem Regen jetzt endlich die Schönheit Kleopatras im Orginal zu Gesicht gekommen. Auich wenn auf der Museumsinsel zur Zeit rege Bautätigkeit herrscht, sollte man umbedingt etwas Zeit dafür einplanen, obwohl es wahrscheinlich mehrere Tage dauert alles zu besichtigen. Aber auch eine Fahrt mit dem Schiff sollte nicht fehlen - wobei es da im Winter durchaus gemütlicher ist als im Sommer wenn die Schiffe rappelvoll sind.
Der dritte Tag war dann für eine Führung im Reichstag und den Fernsehturm reserviert. Zum Glück hatten wir in Internet gebucht und so verlief das völlig unproblematisch. Auch das Essen im Fernsehturm war nicht schlecht, aber auf das Gewürzfleisch hätte ich dann doch wohl besser verzichten sollen - aber Currywurst oder Eisbein wäre auch nicht umbedingt mein Fall gewesen. Aber immerhin war die Zwiebelsuppe genießbar und das Dänische Vanilleeis auf Apfelkuchen sogar richtig lecker. So drehten wir also mehrere Runden im Restaurant und konnten uns davon überzeugen, das Berlin platt wie eine Flunder ist. Alles was in Frankfurt in die Höhe strebt, zerfließt hier endlos in die Breite.
Der vierte und zugleich auch Abreisetag glänzte dann wieder mit Sonnenschein und blauem Himmel und war der Mauer, bzw. dem was noch übrig geblieben ist, gewidmet. Wieder ging es mit U- und Straßenbahn los, diesmal zur Bernauer Straße, wo man die Überreste der ehemaligen Berliner besichtigen kann. Ebenfalls befinden sich hier ein Besucherzentrum sowie eine Open Air Gedenkausstellung und die Versöhnungskapelle. die an Stelle der 1985 gesprengten Versöhnungskirche errichtet wurde.
Sehr nachdenklich und voller interessanter Eindrücke führen wir dann gegen Halb Zwei wieder zum Berliner Hauptbahnhof um uns auf die Heimreise zu begeben. Versorgten uns noch mit Proviant für die Fahrt und kamen dann problemlos pünktlich wieder Zuhause an.
Fazit der Reise:
Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen,
und dein Mund ist viel zu groß,
dein Silberblick ist unverdrossen,
doch nie sagst du:Was mach' ich bloß?
Berlin, du bist viel zu flach geraten
für die Schönheitskonkurrenz.
Doch wer liebt schon nach Metermaßen,
wenn du dich zu ihm bekennst?
MD