Die große Inselrundfahrt, Mallorca (2)
Von
tastifix
Montag 05.10.2020, 09:14
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tastifix
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Allmählich verschwindet die Schlucht aus dem Blickfeld. Das Schiff tuckert schnell vorwärts. Hinter ihm spritzen die Wellen, übertüncht mit einer blendend weißen Gischtkrone, fast einen Meter hoch. Nach etwa einstündiger Fahrt an der Küste entlang steuert es in den Hafen von Puerto de Soller. Dieser Fischerhafen ist mit den vielen Cafes und Restaurants ein beliebtes Touristenziel und obendrein idealer Standort für Bergwanderer. Zudem ist erstaunlich, dass man mitten im Rummel sogar einen schmalen Sandstrand vorfindet.
Nah bei Puerto de Soller liegt mitten in den Tranuntana-Berge Valldemossa, das meist besuchte Dorf Mallorcas. Dort stehen Häuser aus dem 16. Jh. . Ein Kartäuserkloster präsentiert eine Apotheke, Originalmöbel aus der Zeit Chopins und weltberühmte Gemälde von Joan Miro und Pablo Picasso. Souvenirs ersteht man am besten im Geschäft Ca ´n Gotxo, das zusätzlich eine bekannte Schnaps- und Likörabteilung besitzt. Den berühmten mallorquinischen Mandellikör sollte man unbedingt probieren. In Puerto de Soller schlendern die Touristen über die Promenade. Eine halbe Stunde später wollen sie sich dort treffen, von wo aus sie mit der Straßenbahn die Reise fortsetzen werden. Um ja pünktlich zu sein, halten alle Ausschau nach dem gezähmten Regenbogen-Schirm der Reiseleiterin. Gerade noch rechtzeitig erreichen die Letzten die Haltestelle.
Im Bummeltempo zuckelt die Bahn gen Soller. Die Stadt liegt im NW Mallorcas in einem quer zum Tramuntana-Gebirge verlaufenden breiten Tal, das bis ans Meer reicht. Sie hat 13.500 Einwohner. Ihre Stadtpaläste im Kolonialstil, Neobarock aus dem 16. und 17. Jh. am Gran Via, der Hauptstraße, sind eine Augenweide. Es gibt dort Fassaden aus Marés, elegante Toreinfahrten und Innenhöfe sowie Fensterstöcke mit kunstvollen Schmiedeeisenarbeiten. Sehenswürdigkeiten: Pfarrkirche San Bartomeie (geb.1236), ein ethnologisches sowie ein naturwissenschaftliches Museum und der botanische Garten. Zudem erinnert an dem im Jahre 1606 aus dem Can Mayol umgebauten Bahnhof eine Gedenktafel an Jeroni Estades, den Initiator der Soller-Bahn.
Das ethnologische Museum in der Celle de Mar zeigt traditionelle Einrichtungsgegenstände, Kleidung, Handwerkszeug, Instrumente, archäologische Funde wie auch Gemälde der Dauerausstellung, zum Beispiel einen Picasso. Zusätzlich finden dort auch Wechselausstellungen statt. Der botanische Garten beherbergt heute zirka 400 heimische Pflanzenarten. Soller lebt von Olivenölherstellung und vom Handel mit Südfrüchten. Es mutet exotisch an. Die Zweige der Bäume hängen schwer unter der Last der Zitronen und Orangen. Immer wieder passiert die Bahn Olivenbaumpflanzungen. Jene Bäume werden bis zu 1000 Jahre alt.
Am Soller Bahnhof wechselt die Reisegruppe in die als ´Blitz` bekannte älteste Eisenbahn Spaniens, die sie nun nach dem 34 km entfernten Palma fährt. Der nostalgische Anblick der rötlich-braunen Holzwaggons versetzt in vergangene Zeiten. Der Zug schleicht durch die idyllische Landschaft, an winzigen Dörfern vorüber und knapp entlang der schönen Orangen- und Zitronenpflanzungen. Die Früchte hängen zum Greifen nah. Viele der Touristen bedenken sie mit einem wehmütigen Blick.
Bald darauf drängt sich die Bahn eng an die Felsen des Tramuntara-Gebirges. Immer wieder passiert sie Tunnel. Der längste ist 2,9 km lang. In ihm fährt der Zug eine 180 Grad-Kehre. Darum liegt bei Tunnelaustritt Soller plötzlich auf der anderen Seite. Nach und nach flachen die Felsen ab und es geht durchs Innenland bis zur Endhaltestelle kurz vor Palma. Sie befindet sich genau gegenüber des Busparkplatzes. Von dort aus bringt der Bus die Reisegruppe zurück nach Cala Ratjada.
Es ist ein unvergesslicher Ausflug gewesen und gleichzeitig ein wunderbarer Abschluss des Urlaubs.