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Die große Inselrundfahrt, Mallorca (1)

Von tastifix 04.10.2020, 13:52

Mit der Fahrt zum Cap Formentor und dem Besuch der Tropfsteinhöhle liegen bereits zwei traumhafte Erlebnisse hinter den Passagieren. Jetzt aber erwartet sie der Höhepunkt des Aufenthaltes: Die große Inselrundfahrt!

Schlaftrunken taumeln alle um 6.30 aus dem Bett und eilen gegen 8.00 zum Frühstück. Dabei schielen sie nervös immer wieder auf die Uhr, damit sie nur ja nicht den Bus verpassen.
Pünktlich um 8.15 holt er sie vor dem Nachbarhotel ab und kurvt durch Cala Rajada, um weitere Teilnehmer der Tour einzusammeln. Unter sternenklarem Himmel und in nächtlicher Stille steuert er gemächlich über Petra auf Inka zu. Allmählich weicht das Nachtschwarz einem lichten Grau und bald blendet wieder die sengende Sonne. Die mit den Häusern aus goldbraunem Bruchstein sehr charmante Kleinstadt Petra lebt von Reparaturbetrieben für Landmaschinen und vom Weizen- und Weißwein-Anbau. Erwähnenswert ist das Sandsteinvorkommen, das der Stadt den Namen gegeben hat. (Petra - Stein).

Weiter geht es zum in der Ebene von Mallorca gelegenen Inka, mit 20.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt der Insel. Ihre Kellerrestaurants bieten eine typisch mallorquinische Küche. Berühmt ist die ansässige Lederindustrie, die keine Wünsche offen lässt. Ein gründlicher Qualitäts/Preis-Vergleich ist jedoch anzuraten. Zusätzlich zu den Geschäften hat Inka noch mehrere Fabrikverkaufsstellen. Der Bus stoppt vor einer solchen. Das Angebot in der Halle ist qualitativ sehr hochwertig, die Preise allerdings sind Fantasiepreise. Einige der Kurzjacken kosten mehrere tausend Euro. Die Meisten verzichten, sogar ohne Bedauern.

Eine halbe Stunde später bricht die Reisegruppe über die Berge nach Sa Calobra auf. Der Bus kämpft sich an den Steilhängen der Küste durch extrem enge Serpentinen-Kurven ständig höher entlang der Wälder, die ständig karger werden. Bis nah an die Fahrbahn heran liegen Steinhaufen, die aussehen, als ob sie von Menschenhand aufgetürmt worden seien. Fasziniert betrachten die Reisenden die gewaltigen, schroff-bizarren Felsenformationen, die ein wenig an die Dolomiten erinnern. An manchen Felsen finden sich riesige Höhleneingänge. Der Blick wandert über kahle Gipfel, die Felsplateaus mit den vereinzelten niedrigen Nadelgewächsen und man horcht auf Laute aus dieser mystisch anmutenden Welt. Nichts. Die ungewohnte Stille fasziniert. Bald passiert der Bus den ´Krawattenknoten`, eine Kehre um 270 Grad. Die Kurvenausfahrt verläuft unter der oberen Einfahrt hindurch. Danach führen die Serpentinen wieder talabwärts. Der Abschied von der friedlichen Bergwelt fällt schwer.

Nach weiteren 12km legt der Fahrer auf einem Parkplatz eine Pause ein. Die Fahrgäste schlendern auf einem befestigten Weg entlang der malerischen Bucht an Ausflugslokalen vorbei. Eingebettet zwischen zwei riesigen Felsformationen bildet ein kleiner Kieselstrand die Flussmündung des ´Torrent de Pareis`. Durch zwei Felsgänge erreicht die Gruppe die Schlucht und macht einen kurzen Spaziergang am Strand. Es ist ein märchenhafter Anblick. Zwischen den beidseitig hochragenden Felsen schillert tiefblau das Meer. Allerdings wäre dieses Erlebnis ohne die vielen Sonnenanbeter noch sehr viel intensiver gewesen.

Nur über die Serpentinenstraße MA-2141 kann man per Bus Sa Calobra erreichen. Andernfalls müsste ein Schiff die Leute übers Meer dorthin fahren. Die Straße überwindet 14 km und dabei 780 m Höhenunterschied. Sie ist 1932 angelegt und ohne Einsatz von Maschinen von Hand gebaut worden. Auch fehlen jegliche Stützpfeiler. Allein am Nus de sa Corbata, dem ´Krawattenknoten` mit der 270 Grad-Kehre, geht die Fahrt über eine Brücke.

Das winzige Dorf Sa Calobra (728m hoch) liegt etwa 32km nordöstlich von Palma und etwa 1km oberhalb der Cala de Sa Calobra (Bucht von Sa Calobra). Sehenswert sind der Platja de Sa Calobra, die Cala Tuent und das Kloster von Lluc mit dem Museum, der Kirche sowie der Hügel Pujol dels Misteris i de la Trobada. An manchen Tagen tummeln sich hier bis zu 34.000 Touristen. Der steinige Strand von Sa Calobra ist nur 50m lang, bietet aber mit dem nahen Baumbewuchs sehr viel Schatten. Deshalb herrscht dort reger Trubel. Bei hohem Wellengang jedoch ist das Baden wegen des felsigen Untergrundes zu gefährlich, zumal die Badezone nicht durchgehend von Rettungsschwimmern überwacht wird.

Die Gruppe marschiert lieber weiter in die Schlucht hinein, genießt die Stille und die Schönheit der Naturlandschaft. Etwas später geht es zurück durch die Felsengänge auf den befestigten Weg entlang der Bucht und man steigt die Treppe zum Hafen von Sa Calobra hinunter. Ein großes Ausflugsschiff wird die Gruppe nach Puerto de Soller weiter nördlich an der Westküste bringen ...

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