Der Frosch, der nicht grün sein wollte (2. Teil)
Von
tastifix
Samstag 28.09.2019, 07:35 – geändert Samstag 28.09.2019, 07:41
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tastifix
Samstag 28.09.2019, 07:35 – geändert Samstag 28.09.2019, 07:41
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Die Zwei brechen auf. Weil Klebsi viel schneller fliegen kann als Quaki hüpfen könnte, verzichtet er auf das gemütliche Trudeln im Wind und schreitet majestätisch neben ihm her. Der wiederum macht nur winzige Sprünge, damit sein gefiederter Freund auch mitkommt. Ab und zu fängt sich Quaki eine Fliege. Klebsi hängt inzwischen der Magen vor Kohldampf unter den Krallen.
„Ich kann bald nicht mehr ...“
„Du findest bestimmt gleich etwas!“
Der Uhu guckt verzweifelt.
„Armer Klebsi!“, denkt der Frosch traurig.
Bald kommen an einem dichten Gebüsch vorbei. In dem Blätterhaufen am Boden raschelt es. Sofort wird Klebsi munterer:
„Eine Maus - eendlich!!“
„Bitte, tu mir nichts! Quaki, Hiilfe!!“, fiept diese.
„Ihr kennt euch?“, uhuut Klebsi.
„Klebsi: Die darfst du nicht fressen. Husch ist meine Freundin!“
Klebsi ist es fast schlecht vor Hunger, aber:
„Was denkst du eigentlich von mir? Ich fresse doch nicht die Freunde meines besten Freundes!“
„Danke!“, fiept Husch.
„Danke!“, quäkelt Quaki.
Dankbar verrät Husch dem Uhu:
„Am Fluss dahinten wohnen übrigens Ratten ... “
„Husch, lass dich zwischen die Flügel nehmen!“, jubelt Klebsi.
Aber das will sie doch lieber nicht. Auf einmal hat es der Uhu sehr eilig:
„Tschüss, Husch und mach es gut!! Komm Quaki, auf geht`s!“, hüpft er zappelig herum. Überglücklich, mit dem Leben davongekommen zu sein, huscht die Maus flink ins Gebüsch zurück.
Quaki und Klebsi haben den Wald bald durchquert.
„Quaki, geh du allein weiter. Ich kann nicht mehr!“
„Denkste! Du kommst mit!“
Quaki stupst den Freund mit dem Maul vorwärts. Dabei schielt er nach allen Seiten:
„Du, dort hinten zwischen den Büschen schimmert etwas! Juhuuh, wir sind gleich da!“
Klebsi vergisst alle Mattigkeit, flattert voran und Quaki hopst quakend hinterher. Kurz darauf erreichen sie das Ufer.
„Und wo ist hier was zum Futtern?“
Aufgeregt schwingt sich Klebsi in die Luft. Von dort hat er einen viel besseren Überblick. Bewegt sich dort unter ihm nicht etwas? Ja, dort hockt eine fette Ratte. Lautlos schießt er auf sie zu, schleift dann seine Beute ins nächste Gebüsch und frisst sich so richtig satt. Als er zurück kommt, guckt der Frosch ihn bedrückt an.
„Ich hab nur kurz fest zugehackt. Sie ist sofort tot gewesen!“
Quaki atmet auf.
„Quahaak, was baumelt denn dort an deiner Schnabelspitze?"
„Wo? Ach, bestimmt noch ein Fellhaar von ihr!"
Klebsi wischt flüchtig mit der Kralle über den Schnabel. Doch das Haar bleibt hängen.
´Eigenartig, sitzt aber ziemlich fest!`, grübelt Quaki.
Weil er aber so froh ist, dass sein Freund wieder putzmunter ist, ist ihm jenes Haar an dessen Schnabel völlig egal.
„Uhuuh, ich fühl mich soo wohl!“, krächzt der Uhu vergnügt. „Sollen wir uns ein wenig umsehen?“
„Na klar!“
Quaki ist begeistert. Übermütig dreht Klebsi Kreise, lässt sich fallen, schießt wieder hoch und macht sogar einen Purzelbaum. Der Frosch quakt derweil laut ausgelassen herum. Klebsi ermahnt ihn:
„Uhuuh! Sei leiser. Vergiss nicht, wie auffällig du jetzt aussiehst!"
Quaki meint nur:
„Keine Bange! Mich kriegt keiner. Guck mal!"
Und springt so hoch in die Luft, dass es ausschaut, als ob er fliegen würde.
´Hoffentlich geht das nur gut. Wenn er so weitermacht ...`, seufzt Klebsi besorgt.
„Quuak, quahaak! Ich bin der schönste Frosch der Welt!“, schmettert Quaki.
„Psst, Quaki, psst!!“
Doch der überhört es einfach.
Klebsi späht aufmerksam nach allen Seiten.
„Hm, nichts. Oder ist dort hinten etwa ... ?“
Und schreit entsetzt:
„Quaki! Vorsicht, ein Storch!!“
Der erschrickt furchtbar und drückt sich platt ins Gras. Doch Klapp, der Storch, hat den knallbunten Frosch längst entdeckt und kommt rasch näher.
„Klebsii! Tu doch etwas!!“
„Bleib liegen. Quaki, dem werde ich einheizen!“
Wie ein Düsenjäger schießt der Uhu auf den Storch zu und hackt auf ihn ein.
„Aua, klappklapp!“, klappert Klapp und versucht sich zu wehren.
Aber der Uhu weicht geschickt aus und umklammert Klapps Hals mit dem Schnabel.
„Lass mich sofort los oder ... “, krächzt der Storch.
Doch Klebsi kneift noch fester zu. Vergeblich strampelt der Storch und reißt sich dabei einige Federn aus. Klebsi trägt einen dichten weißen Bart. Der Uhu schüttelt den Storch hin und her, dass dem Hören und Sehen vergeht:
„Ich lass dich nur los, wenn du versprichst ...“
„Alles, alles, was du willst!“, röchelt der.
„Du wirst also meinen Freund in Zukunft in Ruhe lassen??“
„Klapp, jaah!“
Kraftlos baumelt der Storch an Klebsis Schnabel.
„Na gut. Aber wehe dir, wenn ...“
„Nein. Ganz bestimmt nicht!“, röchelt Klapp mit letzter Kraft.
Klebsi trägt die ungewöhnliche Last zum Fluss und badet den Schnabel im warmen Wasser. Wenig später ist der Storch frei.
„Danke!“, flüchtet der auf wackelnden Beinen.
„Es hat gereicht. Das traut der sich kein zweites Mal!“
Zufrieden reibt sich Klebsi an einem Stein den weißen Bart ab und flattert zurück zu Quaki. Froh guckt der ihn an.
„Klebsi??“
„Uhuuh?“
„Hattest du dir den Schnabel mit Kleber eingeschmiert??“
Der Uhu grinst.
Quaki hat keinen Spaß mehr an seinem grellen Froschkleid.
„Ach Klebsi: Wäre ich doch bloß wieder grün!“
„Steig auf. Ich bring dich zu Zauberschön!“
Der Frosch kuschelt sich tief in Klebsis Rückengefieder. Fix fliegen sie zum Waldrand zur Feenhöhle. Erleichtert hüpft Quaki zu Boden.
„Danke, Klebsi!“
„Hab ich gern getan! Bis bald! Tschüss!“
Und schon fliegt der Uhu davon.
Zum zweiten Male an diesem Tag singt Quaki sein schönstes Lied. Zauberschön ist verwundert:
„Nanuu …??“
Verschämt erzählt er, dass er nur knapp dem Tod entkommen ist.
„Wenn nicht Klebsi, der Uhu, mir geholfen hätte … . Bittebitte, liebe Fee, zauberst du die ollen Farben wieder weg?“
„Siehst du“, antwortet sie, „ Alles im Leben hat seinen Sinn!“
Sie spricht einen kurzen Zauberspruch und schon ist Quaki wieder grün.
„Danke, liebeFee! Endlich bin ich wieder ein ganz normaler Frosch!!“