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Der Dimensionstunnel Teil 3

Von billyblue Mittwoch 22.01.2025, 20:36 – geändert Freitag 24.01.2025, 21:29

Vor Ihnen erstreckte sich ein endloser Ozean, dessen Wellen sanft an das Ufer schlugen, ein dichter Urwald wuchs bis zum Rand des Wassers, seine Bäume und Pflanzen waren üppig und von einer intensiven blauen Farbe. Im Hintergrund ragte ein mächtiger Vulkan empor, dessen Spitze in den Wolken verschwand und gelegentlich Rauch und Asche ausstieß. Die Luft war erfüllt von unbekannten Geräuschen und Düften. Die beiden fühlten sich irgendwie leichter als sonst, als ob sie plötzlich leichter geworden waren. Die Gravitation war anscheinend geringer als sie es gewohnt waren. Anstatt kleiner Schritte wurden es größere Sprünge, nicht ganz so wie die Astronauten auf dem Mond, aber irgendwie ähnlich Auch das Atmen fiel ihnen leichter. Der Sauerstoffgehalt der Luft muss größer sein als auf ihrer Heimatwelt. Oben am violetten Himmel, verbreitete eine grüne Sonne ein ungewohntes Licht.
Plötzlich raschelte es im Unterholz. Aus dem Dickicht tauchten riesige Kreaturen auf, die wie vergrößerte, mikroskopische Tiere aussahen. Ihre blauen Körper schimmerten im Sonnenlicht und ihre tentakelartigen Anhänge bewegten sich geschmeidig durch die Luft. Anscheinend waren das die dominanten Kreaturen dieser Welt. Zu erkennen waren besonders die Bärchentiere. Diese waren aber statt 1,5 mm mindestens 1,50 m groß und aus dem „lieblichen“ Gesicht blickte ein Gebiss mit Raubtierzähnen. Polypen stelzten auf ihren Fangarmen am Ufer entlang und durch die Luft schwebten, wie sie das auch immer machten, große runde Ballons. Die Evolution muss hier eine völlig andere Entwicklung genommen habe. Was auf der Erde im Mikrobereich herumkroch, hatte hier eine extreme Größe erreicht.
Die beiden Fremdlinge in dieser Welt erschauderten und suchten Deckung hinter einer Pflanze, kamen aber vom Regen in die Traufe. Plötzlich schnellte ein Tentakel auf sie zu und umschlang den Jungen. Tom zog geistesgegenwärtig sein Messer und hieb wie wild auf diesen Auswuchs ein. Kraftlos sank dieser herab. Gerade noch mal gut gegangen, war Toms einziger Gedanke. Durch diese Aktion angelockt kam hinter einem „Baum“ eine lange, schlanke Gestalt hervor. Sie war über 2 Meter groß, die Arme überproportional lang mit feingliedrigen Fingern. Sie hielt eine Art Speer in den Händen und schleuderte ihn auf die beiden. Irgendwie konnte Tom der Flugbahn, die verhältnismäßig langsam war, folgen. Die Pumpgun hochreißen und feuern war eins. Der Kopf platzte und ein Gemisch aus gelbem Blut und Gehirnmasse, jedenfalls das entsprechende Äquivalent dieser Welt, spritzte nach allen Seiten. Wahrscheinlich war der Metabolismus nicht auf einer Eisenbasis wie auf der Erde, sondern auf Kupferbasis aufgebaut. Deshalb das gelbe Blut. Der Flug des Speeres deutete auch auf einen langsameren Zeitverlauf hin. Tom und Timmy waren anscheinend noch nicht angepasst, deshalb ihre schnelleren Bewegungen.
Tom schaute zurück und sah voller Entsetzen, dass die Öffnung in ihrer alten Welt, sich ganz langsam schloss.
Erschrocken schrie er: „Timm, schnell. Wir müssen zurück sonst sind wir hier gefangen.“
Durch die geringere Schwerkraft begünstigt, sowie dem Vorteil der schnelleren Zeit, sprinteten sie so schnell als möglich los. Gerade noch rechtzeitig sprangen sie durch das Tor, welches sich hinter ihnen schloss. Lediglich der Absatz von Toms Stiefeln wurde abgeschnitten, ansonsten waren sie heil geblieben. Im letzten Moment waren sie der Verbannung entkommen. Mittlerweile war der Nebel lichter geworden. Es war wieder möglich, wenn auch nur schemenhaft, den Ausgang zu erkennen. Draußen auf dem Parkplatz lagen die fremden Wessen, die es in das für sie fremde Universum verschlagen hatten. Ob erschossen oder von selbst umgekommen ließ sich auf die Schnelle nicht erkennen.
„Da kommen noch Zwei“, ertönte ein lauter Ruf. Soldaten in Uniformen liefen herum. Anscheinend war die National Garde mobilisiert worden. Zwei Sanitäter nahmen Tom und Timmy in Empfang und hängten ihnen eine goldfarbene Wärmedecke um.
Mit einem „ihr seht ja noch ganz gut aus“, wurden sie begrüßt. „Jetzt bringen wir euch erst mal in die Klinik.“
„Nein, nein, uns geht es gut, ärztliche Betreuung ist vollkommen überflüssig“
„Na schön, oder auch nicht. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich, aber eine Kontrolle wäre doch nicht verkehrt.“
„Nein, ist schon gut, wir bleiben bei unserem Entschluss, stimmts Tim?
„Klar doch Dad, uns, jedenfalls mir, fehlt nichts.“
Ein Mann näherte sich, ganz in schwarz gekleidet, nur die Sonnenbrille fehlte. Das war wahrscheinlich bedingt durch den Nebel. Augenscheinlich hatte dieser den Film „Men in Black“ einmal zu viel gesehen oder sollte Overbeck auch in den USA seine Fußabdrücke hinterlassen?
„Mein Name ist Major Tom. Lt. dem National Act Nr. 4711 vom 15.3.1886 mache ich sie darauf aufmerksam, dass alles was sie hier erlebt und gesehen haben der Geheimhaltung unterliegt. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis nicht unter 10 Jahren bestraft. Haben Sie das verstanden?“
„Kann ich mal Ihren Ausweis sehen?“ fragte Tom.
„Der tut nichts zur Sache, machen sie einfach das, was ich Ihnen sage“
Tom war sichtlich eingeschüchtert obwohl er sonst davon überzeugt war, dass sich die Executive so wenig wie möglich einmischen sollte. Major Tom klang ja fast wie die Legende vom Deep State, von dem die Anhänger der Tea Party Bewegung immer faselten. Aber um sich und besonders Tim keiner Gefahr auszusetzen, unterschrieb er das Papier, das ihm entgegengehalten wurde.
Ein kurz gemurmelter Dank von den Lippen der „Staatsmacht“ und dann durften sie sich entfernen.

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