Das schüchterne Sternenkind
Von
tastifix
07.07.2019, 13:51
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tastifix
07.07.2019, 13:51
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Zacki, das ganz junge Sternchen hatte zu seinem Kummer noch kaum Änlichkeit mit seinen großen Verwandten, die des Nachts von den Menschen bewundert wurden und deren Anblick jene träumen ließen. Nein, es war winzig, sein Licht sehr schwach und seine Zacken sahen ganz bleich aus. Geknickt betrachtete es die vielen großen Sterne um sich her, die alle wunderschön blinkten.
„Wie machen die das nur?“
Beschämt sagte es sich, dass selbst die anderen Sternenkinder schon viel tüchtiger waren als es selber und auch ihr Licht viel heller als seines.
„Deren Zacken leuchten soo schön! Aber meine ...“
Zacki seufzte.
Einige Sterntwens machten sich einen Jux daraus, die Jüngeren zu foppen und prahlten ihnen etwas vor:
„Na, übt mal fleißig. Bis ihr mal richtige Himmelslaternen sein werdet … Paah!“
„Olle Angeber!“, wehrten sich die Kleinen.
Doch die Älteren machten sich nichts draus. Als sie dann das jämmerlich wirkende Sternchen Zacki entdeckten, grinsten sie höhnisch:
„Haha, nennste das etwa ´leuchten`? Du kriegst das sowieso nicht hin!“
Es klang ja so gemein! Schniefend verbarg sich Zacki hinter einem großen Stern ganz in der Nähe und schniefte.
"Ich verstecke mich hier! Dann sieht mich wenigstens keiner!"
Der große Stern hatte es mitangehört und empfand Mitleid mit dem unglücklichen Sternchen.
„Lasst ihn in Ruhe! Sehr selbstbewusst scheint ihr nicht zu sein, dass ihr es nötig habt, zu Jüngeren so gehässig zu werden. Schämt Euch!!“
Ungerührt putzten die Flegel überheblich das nächste Sternkind herunter.
Niedergeschlagen, weil es sich ausgestoßen fühlte und Angst hatte, was wohl mit ihm werden würde, machte sich Zacki hinter seinem großen Beschützer so klein wie möglich. Keiner sollte sehen, dass es als Himmelslaterne wohl versagte.
´Die Anderen sind so schön!“, murmelte es.
Wenn Sterne weinen könnten, dann hätte es bestimmt ein paar Tränen vergossen. So aber krümmte es nur seine blassgelben Zacken. Die Traurigkeit in seinem Sternkinderherzen, das Gefühl, vielleicht gar nichts wert zu sein, ließ jede seiner Bemühungen, es den Anderen doch noch gleichzutun, scheitern. Bald fragte es sich:
„Wieso bin ich überhaupt da? Niemand würde mich vermissen, wenn ich verlöschen würde ...“
Der große Stern, der dies gehört hatte, wandte sich zu seinem Schützling:
„Nein, mir würdest du sehr fehlen und vielen, vielen Anderen auch!“
Die lieben Worte trösteten Zacki. Ja, es freute sich und es gab ihm den verlorenen Mut zurück:
„Danke, großer Stern!! - Ich gebe nicht auf. Die werden sich noch wundern!!“
Von dann an gab es sich viel Mühe, um die verkrümmten Zacken mehr und mehr zu strecken. Es war sehr anstrengend, aber schon nach kurzer Zeit zeigten sie sich genauso schön gerade wie die jener Sterne, die Zacki früher so sehr verspottet hatten. Selbstbewusst leuchtete er ständig heller.
„Ich bin tüchtig!“
Mit der Zeit wuchs er zu einem prachtvollen Stern heran,
„Du siehst einfach toll aus! Die Menschen werden sich freuen, wenn sie dich sehen!“, lächelte der Mond.
Stolz stand der neue Stern auf seinem Platz, strahlte bald fast so hell wie die Sonne und schickte sein Licht zur Erde. Die Sternentwens von damals ärgerten sich maßlos, denn früher hatte ausschließlich ihnen die Aufmerksamkeit der Menschen gegolten. Aber nun:
„Mama, sieh doch mal, der Stern dort! Ach, der ist viel schöner als die anderen!“
Prompt bekam Zacki von den neidischen Flegeln zu hören:
„Glaub` ja nicht, dass du uns für immer ausstechen kannst!!"
Aber das Sternkind von damals, nun einer der schönsten Himmelslaternen überhaupt, überhörte ihre Sticheleien. Die quälende Schüchternheit war verschwunden, es dagegen sehr selbstbewusst geworden. Noch Millionen an Jahren schickte Zacki sein wunderbares Licht zur Erde und erfreute so Menschen auf der ganzen Welt.