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Alpe-Adria-Radweg Teil2 2

Von Karni Montag 09.03.2020, 21:03


Richtung Bled ging es auf der Hauptstraße. Beeindruckend der Blick auf die Karawanken. Dann sahen wir den Hinweis auf einen Radweg nach Bled. Wir fanden, nein, den Wanderweg. Kilometerweit schoben wir mehr als wir fuhren. Dann trafen wir auf den Radweg, waren zu früh abgebogen. Kurz danach sahen wir das Ortsschild Bled, und so kamen wir uns auch vor. Im Hotel bekamen wir nur deshalb ein Zimmer, weil der Mann an der Rezeption unsere Fahrräder sah. Wir bekamen das Zimmer eines Angestellten. Essen gab es nicht wegen des Seefestes. Da gäbe es überall Snakes und viel guten Wein. Wir genossen alles. Das Fest war ein Erlebnis.
Auf dem Radweg nach Kranjska Gora, wurde der Radverkehr immer dichter. Radlergruppen, Familien, usw. Ach so, es war Sonntag. Und ein Radverein hatte Touren ausgeschrieben.
Kranjska Gora. Eigentlich hatte ich gedacht------aber ich war ja verheiratet. So ging es nach Kaffee und Kuchen sofort weiter. Weiter Richtung Villach. Nur, dazwischen lag der Wurzenpass. 1073m hoch. Und den hatte ich in sehr sehr schlechter Erinnerung. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nun lag meine Frau auf dem Bauch, ich rittlings auf ihr. Ab und zu stöhnte sie mehr oder weniger laut auf. Mehr als 10 Minuten hatte ich sie schon bearbeitet. Mir taten langsam die Finger und die Arme weh. ,, Wenn du weiterhin diese Geräusche von dir gibst, dann hören wir von draußen bald Beifall und Anfeuerungsrufe.“ ,, Reicht, ist gut.“ Ihre Stimme, sie war immer noch wütend, und zusätzlich gefährlich reizbar weil jetzt auch noch hungrig. Ich sagte deshalb lieber nichts, und kroch aus dem Zelt. „ Und, geht es ihrer Frau nun besser?“ Fragte die Betreiberin des Campingplatzes. „ Ich hoffe doch, habe mein Bestes dafür getan.“ Dann kam auch schon meine Frau aus dem Zelt. Reckte und streckte sich. ,, Doch, ja, und vielen Dank. So, und nun brauche ich Schmerz- und Beruhigungsmittel, flüssig und hochprozentig. Wie ich gesehen habe, habt ihr sowas da, und dann was zu Essen.“ Sie gab der Campingplatzbetreiberin das Schnapsglas zurück, das diese uns mit Salatöl gefüllt hatte. ( ich hatte damit für die Massage die Voltarensalbe verdünnt ) Meine Frau bekam das Hochprozentige, und nach dem Essen war dann die Laune meiner Frau wesentlich besser, auch ihr Zorn war fast verraucht. Nach dem Plan meiner Frau sollten wir jetzt nämlich im Zug von Villach über Salzburg nach München, Nürnberg, Erlangen, sitzen

„Was war gewesen? Den Wurzenpaß von Kranjska-Gora hoch, war kein Problem, weil das ist ein kontinuierlicher Anstieg von ca 9%. Aber dann die Abfahrt. Knackige Rampen mit 18% Gefälle. Die Straße voller Löcher und mit Felsbrocken übersäht. Meine Frau war vom Rad gestiegen, hatte alles getan, um mit Fahrrad und Gepäck nicht abzustürzen. Das Ergebnis, totaler Krampf in allen Muskeln. Ich war kontrolliert gerollt. Hatte 2x in etwas flacheren Stücken auf meine Frau gewartet. (wo bleibt sie? Ist hoffentlich nicht gestürzt?) War dann aber als ich sie sah, besonders ihren Gesichtsausdruck, zwecks Ehefrieden, ohne einen Kommentar, und ohne Hilfe anzubieten, weiter gerollt. Dann das Erlebnis mit einer österreichischen Beamtin im Bahnhof in Villach. Das brachte den Zorn meiner Frau. Ich hatte mich da beim Verhandeln klugerweise rausgehalten.
Die Etappe von Villach nach Bad Gastein, stand ja eigentlich nicht mehr auf unserem Programm. Der nun 10 Kilometer lange Anstieg, Obervellach hoch zur Pkw-Umladestation Mallnitz, den wir ja runtergerast waren—der Tag gestern steckte meiner Frau doch noch in Muskeln und Knochen. Nach 3 Kilometern stieg sie vom Fahrrad, stellte es ab, und begann zu wandern. Ich hatte es schon kommen sehen, und war vor gefahren. Stellte nun auch mein Fahrrad ab, lief zum Fahrrad meiner Frau zurück, fuhr ca 300m an meinem Fahrrad vorbei stellte das Fahrrad meiner Frau ab, lief zu meinem Fahrrad zurück, fuhr 300m an dem Fahrrad meiner Frau vorbei, usw. Das war erprobt und funktioniert auch deshalb so gut, weil meine Frau und ich gleich kurz sind, und deshalb die gleichen Rahmenhöhen haben. In Bad Gastein übernachteten wir wieder bei dem Bremer. Der Weg zurück nach Salzburg ergab ganz andere Einblicke, fast so, als wären wir diese Strecke nie gefahren Ab Salzburg nahmen wir dann den Zug. Wir erreichten Erlangen kurz nach 23:00Uhr.
Da gebrauchte es dann keine Worte. Jetzt kam es auf die Minute an. Wir ließen die letzten 12,5km dieser Tour die Pedalen nochmal kräftig rotieren. Heim erreicht. Das Gepäck nahmen wir nicht ab, als ich die Fahrräder in der Garage abstellte. Als ich dann mit der Sektflasche aus dem Keller kam, hatte meine Frau die Sommertischdecke aufgelegt, Kerzen angezündet und Gläser bereitgestellt. Gläser füllen, feste Umarmung, langer Kuss, Gläser nehmen, anstoßen, ein tiefer Schluck------ -da gongte es. ,, Wo waren wir Gestern eigentlich noch?“

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