Alpe-Adria-Radweg 2013 Teil 1
Von
Karni
Montag 09.03.2020, 20:30
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Karni
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Meine Frau hatte beschlossen, dieses Jahr fahren wir den Alpe-Adria-Radweg. Wenn es rollt, können wir ja weitersehen. Der Radweg beginnt in Salzburg, und endet in Grado.
Brauchen wir ein Zelt? Klar, macht unabhängiger, und an der Adria sind Campingplätze genug. Bei Lidl im Angebot ein Zelt, 15,99.-€. Leicht, klein im Paket, wasserdicht, aber kuschelig , klein meint, eine Dackelgarage, wie es später mal auf einem Zeltplatz genannte wurde. Gute Schlafsäcke hatten wir, und gute Matten. Begeistert war ich von der Aussicht evtl. zelten zu müssen nicht, aber welcher Mann widerspricht schon seiner tatendurstigen Ehefrau.
Wir besichtigten Salzburg, bis dahin hatte uns der Zug gebracht. Auf den Rädern durch Hallein, vorbei an Burg Hohen Werfen, schauten uns die Sprungschanzen in Bischofshofen an. Die Räder rollten. Dann für meine Frau die große Überraschung. Der Tauerntunnel mit der Autoverladung liegt hoch oben. Hoch nach Bad Gastein war schon eine Kletterei, die meine Frau nach einem langen Radeltag, fast an ihre Grenzen brachte. Ich war zwecks Quatiersuche vorgeschickt worden, und hatte gleich am Ortseingang ein Gasthaus gefunden, und auch gebucht. Es dauerte bis meine Frau auftauchte, denn sie hatte den letzten steilsten Kilometer schieben müssen. Das Gasthaus wurde von einem ehemaligen Seemann aus Bremen geführt, und so bekamen wir norddeutsches Essen, tranken Korn hatten, hatten heimatlichen Klönsnak, und spannen Seemannsgarn.
Der nächste Tag begann mit einem Anstieg der uns, und jede Menge Autos zum Zug durch den Tauerntunnel nach Malnitz brachte. Wir warteten ab, bis alle Fahrzeuge weg waren, und dann begann unsere Abfahrt. 10 km mit 9% Gefälle bis Obervellach. Der Blick nach unten zeigte uns, in den nächsten 10 Minuten war kein Gegenverkehr zu erwarten. Zuerst in Serpentinen, danach war die Straße übersichtlich. Und dann, ----ungesund, gefährlich, unvernünftig, somit eigentlich männlich, aber diesmal machte meine Frau, warum auch immer mit. Rad und Gepäck wurden sorgfältig auf festen Sitz überprüft. Dann rauf aufs Rad, den Lenker fest gegriffen, kräftig treten, und nun das Rad rollen lassen. 10km, das sind 10 Minuten volle Konzentration. Schon nach den ersten Spitzkehren hatte meine Frau mich abgehängt. Sie erreichte als Erste das Ortschild. Ihr Tacho registrierte als Höchstgeschwindigkeit 71km/h. Ich hatte es nur auf 69km/h gebracht. Sie ist der bessere Abfahrer von uns. Hatte mit 68km/h schon vorher den internen Rekord gehalten.
Weiter ging es dann durch Spittal, Villach, Udine nach Grado. In Grado zelteten wir, der Campingplatz lag direkt am Meer.
5 Tage waren wir jetzt unterwegs. Wer wartet zu Hause auf uns? Wir nahmen die Fähre nach Triest. Radelten durch Koper. Die Werft auf der ich 1979 mal gearbeitet hatte, gab es so nicht mehr. Wir radelten am Meer entlang. Vorbei , oder durch Umag, Novigrad, Porec. Wir nutzten immer mal wieder die stillen Buchten für ein Erfrischungsbad. Weil die Campingplätze näher zum Meer lagen als andere Unterkünfte, und das Wetter super war, wurde gezeltet. Kurz vor Rovinji stoppte uns ein Schild.----- Istriens freundlichster Campingplatz---- Der Campingplatz lag zwar 400m vom Wasser entfernt, aber wir waren neugierig geworden. Das Betreiberehepaar, sie aus Herzogovina, er Österreicher, waren wirklich freundlich. Meine Frau fragte nach Frühstück? Ab 7:00Uhr steht vor dem großen Campingplatz ein Bäcker mit den frischesten, und leckersten Waren. Und Kaffee? Etwas zögerlich die Antwort, wir machen ihnen einen mit, aber nicht vor 8 Uhr. Wir nutzten den Bäcker, bekamen den Kaffee, frühstückten gemeinsam. Als wir uns nach 3 Übernachtungen verabschiedeten, gab es sogar ein paar Tränchen. So gut hatte uns allen das gemeinsame Frühstück gefallen. Es gab sehr viel zu erzählen.
Am Amphitheater in Pula radelte meine plötzlich schlecht gelaunte Frau einfach vorbei. Schlecht gelaunt? Sie hatte Hunger. Da ich das Amphitheater kannte, war es mir egal. Ich hatte mir das Amphitheater und die Stadt angeschaut, als ich auf ein Schiff warten musste. Hunger gestillt, Laune normal, und wir konnten nun in Ruhe die Stadt besichtigen.
Wir zelteten auf einem Campingplatz südlich von Pula. Abends besuchten wir die Sansibar Bar, fast in der Spitze Istriens. Die Sansibar Bar war uns von dem freundlichen Betreiberehepaar als Muss, empfohlen worden. Zur echten Spitze führte nur noch ein Trampelpfad. Wer kann schon von sich sagen, er hätte die südlichste Spitze Istriens Textil schonend und schwimmend umrundet. Meine Frau.
Weiter ging es an der Ostküste durch Labin. Wir erwogen, eine der Inseln zu besuchen. Standen an der Fähre. Ein Radler aus Österreich, er kam von der Fähre, riet uns ab. Es sei Lebensgefährlich. Wir könnten nur auf der Hauptstraße fahren. Und wir hätten sicherlich auch schon festgestellt, dass der Kroate, wenn er im Auto sitzt, zum rücksichtlosen Idioten mutiert. Fahren einen die Pedalen ab. Hatten wir erlebt, konnten zustimmen. Wir hatten deshalb wo immer möglich, mit Autos zu befahrene Straßen gemieden.
Opatija ( die Glanzzeit dieses Ortes war noch zu erahnen )
In Rijeka fanden wir als Unterkunft eine große Wohnung, bestehend Badezimmer, Wohnzimmer, und 2 Schlafräumen. In dem einen standen 2, in dem anderen 3 Hochbetten. In beiden Zimmern waren die unteren Betten von jungen Männern belegt. Kurz nach uns trafen 2 weitere Ehepaare ein. Was eine der Frauen den Männern erzählte verstanden wir nicht, aber dann hatten wir Ehepaare das Zimmer mit den 3 Hochbetten für uns. Rijeka bot als Stadt mehr als ich erwartet hatte. Gut, ich hatte in den 3 Tagen die ich dort gearbeitet hatte, fast nur die Werft gesehen. Am nächsten Morgen standen Straßen unter Wasser, und der war Himmel dunkel.
Nach Llubjana nahmen wir deshalb den Zug. Wir machten Quartier, und dann die Stadtbesichtigung.