Wolfenbüttel 9.6.24
Von
Plapparella
Donnerstag 13.06.2024, 13:41
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Der Mann mit Hut hatte die Hände tief in den Taschen. Aus einer ragte ein 17er Maulschlüssel. Seine kurzen Hosen passten schlecht zur Kopfbedeckung. Es war, als würde er aus zwei Teilen bestehen: oben der feine Herr und von der Taille abwärts der arbeitslose Taugenichts. Dieser Gegensatz zerriss ihn aber nicht, sondern gab ihm etwas Trotziges, wie eine dunkle Kraft in seinem Inneren.
Nervös und schweigend lief er neben einem rund zehn Jahre Jüngeren her, der unablässig auf ihn einredete. Was es doch für ein Gestank am Ernst-August-Brunnen sei und warum an der Brunnen-Seite und nicht am Pferdehintern. Andere Passanten drehten sich kopfschüttelnd nach ihnen um. Dem Behüteten war das peinlich. Er verdrehte entschuldigend die Augen. Ihm war nicht wohl, die Hände schweißnass. Wie um sich zu beruhigen, knüllte er an dem Papier in seiner Hosentasche herum. Dem Zettel mit der wichtigsten Adresse seit Menschengedenken. Dort sollte er hingehen und sein ganzes Leben würde sich ändern. Endlich mal! Wenn er nur den Idioten loswürde, der ihn seit dem Rosenwall verfolgte. Was wollte der von ihm? Er kannte ihn nicht. Er kannte auch diese Stadt nicht. Alles, was er hatte, war dieser Zettel. Wieder rieb er ihn zwischen den Fingern.
Endlich ließ der aufdringliche Kerl von ihm ab. Er hatte ein anderes Opfer gefunden. Dem Mann mit Hut war egal, wen. Er lehnte sich an eine Hauswand und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Er tastete nach dem Zettel und zog ihn heraus. Er war durch das ständige Kneten unleserlich geworden.