..und es begab sich....
Von
Fiddigeigei
03.01.2021, 08:26
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Fiddigeigei
03.01.2021, 08:26
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.......und es begab sich zu der Zeit !
Wir waren gerade umgezogen in eine neue Stadt. Wie es so ist, schwärmen die Bekannten und Verwandten herbei um zu sehen, wie man es sich im neuen Umfeld eingerichtet hat.
Unter anderen, fanden auch meine Schwiegereltern den langen Weg zu uns. Mein Schwiegervater, ein gestandener Mann und zudem „Zimmermännisch“ äußerst begabt, war mir sehr willkommen und er half uns, dem neuen Heim den letzten Schliff zu geben. Zur Begrüßungs- es war bereits im späten Herbst- hatte er uns eine wunderschönen Stall zu Bethlehem aus rauer Rinde und urigen Baumästen gebastelt. Darinnen gab es Futterraufen für Ochs und Esel, eine Leiter führte in den Haustadel nach oben; zierliche Ackergeräten hingen an den Wänden und im Hof vor dem Stall stand ein Brunnen mit einem Eimerchen an der Winde .
Das Jesuskind sollte es aber besonders schön haben. Die Krippe, in die das Jesuskind am
24. Dezember nach der Geburt durch Maria gelegt werden sollte, war sein Meisterwerk. So fein gearbeitet und ausgepolstert mit zugeschnittenem Stroh. Darin würde sich der Erlöser der Welt und Herr über das hellste Licht sicher wohlfühlen.
Noch war die Zeit nicht gekommen, den Stall unter dem Tannenbaum aufzustellen und so packte meine Frau alle, die so liebevoll handgefertigten Teile in eine Schuhschachtel und stellte das Ganze zusammen mit dem Stall auf den Boden, oder wie wir im Süden sagen auf die Bühne oder den Speicher.
Nun kam die Hohe Zeit heran. Ein Weihnachtsbaum wurde angeschafft und am Heiligen Abend wurde er aufgestellt und geschmückt.
Die Heilige Familie, passend maßstäblich zum Stall von Bethlehem war bereits vorhanden. Maria, der Josef, das Jesuskind, der Ochs und Esel, sowie 2 Schafe standen wartend da um in das neue Haus, genauer gesagt in den neuen Stall einzuziehen.
Denn, das wissen wir alle: „Es war kein Platz in der Herberge“.
Meine Frau stieg also die Treppen empor um den Stall und die Schuhschachtel zu holen, damit der Einzug schnellstens stattfinden konnte, denn es begann bereits zu schneien an und bei Maria wurde es höchste Zeit.
Zuerst wurde der Stall unter den Baum gestellt mir Reisig ausgeschmückt und der beste Platz gesucht, damit man ihn von allen Seiten bewundern konnten.
Dann öffnete meine Frau die Schachtel, nahm Einzelteil um Einzelteil heraus und dann die …...... ….............die Krippe , in der Krippe lag bereits das Jesuskind.
Wie?........., das kann doch nicht sein..............., das gibt’s doch nicht! Gar ein Wunder?
Das Jesuskind war nicht rosig und mit wursteligen Strampelbeinchen- und Ärmchen, wie es sonst Babys an sich haben, nein, diese Jesuskind..................!
„Jesses Maria“ entfuhr es mir, als ich das Kind in der schwiegerväterlichen Krippe liegen sah. Es war ganz grau und hatte einen Schwanz.
Meine Güte sagte mein Sohn: „Papa, Mama das ist doch.........!“
Meine Frau schrie auf , ganz hoch und giegsig, so hoch, dass einige Glaskugeln platzten:
Mein Gott, wie kommt dieses „gräuliche (Grau wars ja) “ Untier in Opas Krippe- rief sie schluchzend.
Da lag es nun vor uns das mumifizierte Mäusejesuskind. Grau, einem Häufchen Elend gleich. Als seine Sterbestunde kam- es starb an Unterernährung- legte es sich bequem in die Krippe und dachte: „Wenn schon sterben müssen, dann wenigstens bequem“.
Das richtige Jesuskind lächelte uns an, als wir es in die freigewordene Schwiegerpapa- Krippe legten. Die Strampelbeinchen -und Ärmchen waren rosig und es lebte für uns in dieser Heiligen Nacht leibhaftig.
Carlos