Soll ich oder soll ich nicht
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Feierabend-Mitglied
Freitag 26.01.2018, 17:09
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Die Kaffeetasse ist schon längst leer und ich sitze total unlustig in meinem Zimmer. Male Strichmännchen , wie immer ohne Haare, auf den Zeitungsrand. Es ist nicht meine Jahreszeit. Ein Windstoß schlägt einen Zweig an das Fenster, als wollte er sagen, komm heraus. Ich zögere, höre in mich hinein. Soll ich oder soll ich nicht. Fast trotzig ziehe ich meinen Mantel an und trete vor die Tür. Unentschlossen, welche Richtung will ich eigentlich einschlagen, schaue ich den letzten fallenden Blättern eine riesigen Eiche zu. Meine Füße bestimmen den Weg. Ein Schwarm Spatzen zwitschert in der untergehenden Sonne, als käme der Frühling. An den Stiehl eine Rosenknospe, die sich durch den Gartenzaun zwängt, klammert sich mit steifen Beinen eine Spinne.
Dunkle Wolken ziehen am Himmel auf und die ersten Straßenlaternen gehen an. Auf einer sitzt gurrend eine Taube und wärmt sich an dem spärlichen Licht die Füße. Es beginnt leise zu schneien. Ich werde ruhig, das sind Momente, die nur mir gehören. Der aufkommende Sturm spielt mit einer Plastiktüte, wirbelt sie übermütig die Straße vor sich her. Menschen gehen auf einmal schneller. Autos mit hektisch gehenden Scheibenwischern versuchen hupend vorwärts zu kommen. Die Stadt klingt plötzlich laut. Trotz der Kälte, spüre ich wie sich Wärme in meinem Körper ausbreitet.
Voller Freude auf mein Zimmer trete ich zufrieden und mit festem Schritt den Heimweg an.
@adina