Skulptur 2
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Feierabend-Mitglied
Donnerstag 07.12.2017, 22:24 – geändert Freitag 08.12.2017, 09:01
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Ich gehe am Heiligabend zum Weihnachtsgottesdienst.
Seit ich zwölf war, bin ich nicht mehr zum Gottesdienst gegangen. Und damals wurde ich genötigt, hinzugehen, damit die Weihnachtsstube hergerichtet werden konnte.
Nun also gehe ich freiwillig hin.
Ins Doberaner Münster.
Ich gehe zu Fuß. Der kalte stürmische Wind treibt mich von hinten an. Der hochgeschlagene Jackenkragen macht das Gehen einigermaßen erträglich. Da ich ohnehin nicht die Absicht habe, diesen Weg zu Fuß zurückzugehen, nehme ich das Wetter gelassen.
Drei Gottesdienste stehen zur Auswahl: Der erste ist das Krippenspiel der Kinder der Gemeinde, der zweite ist der mit Chor und der dritte mit kirchlicher Blasmusik.
Ich besuche den ersten, weil ich rechtzeitig zum Viergängemenü wieder im Hotel sein möchte.
Es ist kalt in dem imposanten Münster.
Die Worte des Pfarrers werden durch Mikrofone auf überall angebrachte Lautsprecher übertragen.
Wie mag wohl eine Predigt geklungen haben zu der Zeit, als Mikrofone und Lautsprecher noch nicht erfunden waren. Diese Frage übrigens stelle ich mir jedes Mal, wenn ich eine Kirche von innen anschaue.
Nach dem Gottesdienst wenigstens bekomme ich eine Antwort auf die Frage, was wohl die aus Holz geschnitzte Figur, die einen Adler darstellt, bedeutet.
Ein Mann, der damit beschäftigt ist, die Requisiten des Krippenspiels abzubauen, erklärt es mir.
Die Skulptur ist nichts Besonderes.
Sie ist nur hübsch.
Ein Holzkünstler hat sie in den Siebzigern des vorigen Jahrhunderts für das Münster geschnitzt.
Es ist ein Rednerpult.
Ganz profan.