SIEBENSÖHNE Teil 5 PATRIZIA LERNT PLATTDEUTSCH
Von
egalis
Donnerstag 07.05.2020, 17:28
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egalis
Donnerstag 07.05.2020, 17:28
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Dies ist die Geschichte von zwei Marienkäfern.
Das eine Käferchen ist rot und hat sieben schwarze Punkte auf seinen Flügeln. Das andere Käferchen ist gelb und möchte auch gerne Punkte haben.
Ob Siebenpunkt ihm wohl einen Punkt abgibt?
SÜNNENTIEKJE UN SÖBENPUNKT
Een lüttjen Esel steiht bi mi inbuten vör de Dör.
He draggt Steefmoderkes up sien Rügg
in zangen un gele Klör.
De Sünn schient warm un ik hebb Tied;
sett mi an Eselke sien Sied.
Un as ik dor so fein komodig sitten doo,
hör ik wat flüstern un lüster nu to.
Ik söök. Wor kummt dat Stimmke her?
In mien Blömkes geiht dat tokehr!
Ik bün ant staunen un ik kiek:
Dor sitt een lütt' geel Sünnentiek
achter een groterden, roden an,
de nich fell genoog weglopen kann.
"Nu bliev doch stahn! Ik will wat weten!" –
"Nee", röppt de Rood, " kunnst mi woll freten!"
Man denn is he doch up een Bladdje sitten bleven.
"Wullt du mi nich een of twee van dien Punkten geven?"
fraggt dor dat gele Sünnentiekje hum.
De rode seggt nix, kiekt blot wat dumm.
Meent denn: "Wat is di dat 'n raar Idee".
un flüggt weg van disse Stee,
röver na de gele Blömen.
As ik noch denk, ik bün ant drömen,
flüggt dat gele Tiekje achter hum an.
Denkt woll, dat 't ok dor landen kann,
wor sien Kulantje sitten deit.
Man de Wind hett fell dat Bladd umdreiht.
Dat rode Tiekje hett ok keen Hollen mehr hatt
un verswunn unner een Steefmoderkebladd.
Duur nich lang, seten s' beid weer in d' Sünnenschien.
Dat rode Tiekje sä:
"Van mi kriggst keen Punkt. Dat sünd all mien".
Un dreihde so recht sük in de Sünn.
"Kiek man eevkes, wo moi ik bün".
Dat gele Sünnentiekje wull nich strieden.
"Ik mag mi ok ohn swatt Punktjes lieden.
Gah mit dien Punkten doch up Reis".
Dor gung miteens een lüttjen Meis
up een van de Esel sien Ohren, de witten,
mit een Zizida-Gefleite sitten.
Keek um sük to un seeg de rode Tiekjefleck
un mit een "Pick" was dat Söbenpunktje weg.
Weil Patrizia und Corinna und Julie und Jarne und wahrscheinlich auch andere Leute nicht unbedingt gut Plattdeutsch verstehen, hat OmaElke das Gedicht fast wörtlich übersetzt, dadurch hört sich das manchmal ein bisschen komisch an:
SONNENKÄFERCHEN UND SIEBENPUNKT
Ein kleiner Esel steht bei mir draußen vor der Tür.
Er trägt Stiefmütterchen auf seinem Rücken
in lilablau und gelber Farbe.
Die Sonne scheint warm und ich habe Zeit:
setze mich an Eselchens Seite.
Und als ich so fein gemütlich sitze,
hör ich was flüstern und höre nun zu.
Ich suche. Wo kommt das Stimmchen her?
In meinen Blümchen, da geht es rund!
Ich bin am Staunen und ich gucke:
Da sitzt ein kleiner gelber Sonnenkäfer
hinter einem größeren, roten her,
der nicht schnell genug fortlaufen kann.
„Nun bleib doch stehen! Ich will was wissen!“ –
„Nein“, ruft der Rote, „du könntest mich wohl fressen!“
Aber dann ist er doch auf einem Blättchen sitzen geblieben.
„Willst du mir nicht ein oder zwei von deinen Punkten geben?“
fragt da das gelbe Sonnenkäferchen ihn.
Der Rote sagt nichts, schaut bloß etwas dumm.
Meint dann: „Was ist dir das ’ne seltsame Idee.“
und fliegt fort von dieser Stelle, rüber zu den gelben Blumen.
Als ich noch denke, ich bin am träumen,
fliegt das gelbe Käferchen hinter ihm her.
Denkt wohl, dass es auch da landen kann,
wo sein Kollege (Kumpel) sitzen tut.
Aber der Wind hat schnell das Blatt umgedreht.
Das rote Käferchen hatte nun auch keinen Halt mehr
und verschwand unter einem Stiefmütterchenblatt.
Dauerte nicht lange, saßen sie beide wieder im Sonnenschein.
Das rote Käferchen sagte:
„Von mir kriegst keinen Punkt. Das sind alles meine.“
und dreht so recht sich in die Sonne.
„Sieh man eben, wie schön ich bin.“
Das gelbe Sonnenkäferchen wollte nicht streiten.
„Ich mag mich auch ohne schwarze Punkte leiden.
Geh mit deinen Punkten doch auf Reise.“
Da ging auf einmal eine kleine Meise
auf einem von dem Esel seinen Ohren, den weißen,
mit einem Zizida-Geflöte sitzen.
Sah um sich herum und sah den roten Käferfleck
und mit einem „Pick“ war das Siebenpünktchen weg.
Ja, so kann es gehen, wenn einer zu stolz ist und sich einbildet, wie schön er ist...
Aber ein wenig hat OmaElke bei dem Gedicht geschummelt. Oder sogar mehr als ein wenig. Marienkäfer haben nämlich das Glück, dass sie nicht so gern von einem Vogel gefressen werden. Die harten Flügel und die kräftigen Farben signalisieren: Ich schmecke nicht besonders... Dafür haben sie aber genug andere Feinde. Zum Beispiel den Laufkäfer, die Marienkäfer-Brackwespe, Raubwanzen, Eidechsen, Spitzmäuse. Auch den Fröschen können sie mit ihrer Farbe keinen Appetit verderben