Schock!! (2)
Von
tastifix
13.07.2025, 18:17 – geändert Montag 14.07.2025, 06:25
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tastifix
13.07.2025, 18:17 – geändert Montag 14.07.2025, 06:25
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Nachdenklich musterte Gott den Herrn der brodelnden Feuersbrünste der Unterwelt.
„Der samt seiner wilden Horden hier oben ... Das walte Gott!“
In diesen Minuten dankte er sich überschwänglich, dass ausschließlich ihm ja die uneingeschränkte Wahl der Strategie gegeben war. So fiel denn auch blitzschnell die Entscheidung von höchster Wichtigkeit.
„Hier gelten meine Regeln und nach denen haste Dich zu richten. Ausnahmslos!“, betoonte er.
´Na ja!“, dachte der Teufel, , ´ein paar Kompromisse werd` ich wohl eingehen müssen!`
Trotz dieser mehr als niederdrückenden Erkenntnis brachte er ein dünnes Lächeln zustande. Es war Kompromiss Nummer Eins.
´Kann ich zur Abwechslung ja mal machen. Andauerndes Zähnefletschen strapaziert den Kiefer.`
´Der ist tatsächlich guten Willens!`, registrierte Gott.
„Es ist Dir hoffentlich klar", ergänzte er dann, "dass ich weder Schwefelgestank noch Fluchen dulde!“
´Ich hab`s ja geahnt: Das wird äußerst ungemütlich!` - „Noch nicht mal ein winziges´Schei...`?“, grummelte der Teufel.
„Ein einziges Mal nur und Du fliegst raus!“
„Außerdem werden Deine jüngsten Teufel gemeinsam mit den kleinen Engeln die Himmelsschule besuchen, Psalmen singen und Halleluja rufen.“
„W..Wiiee bitte?“, stotterte der Höllenfürst.
Ihm wurde es ständig unbehaglicher in der schwarzen Seele. Er hatte ja seine ganze höllische Energie eingesetzt, um denen so langsam ,aber sicher das sämtliche unterweltliche Sprachrepertoire einzuhämmern. Erst neulich hatte er ausgesprochen zufrieden festgestellt, dass seine lodernden Bemühungen gefruchtet hatten. Die Kleinen fluchtschon dermaßen fleißig herum, dass es sogar den hitzigsten seiner Jungteufel dabei beinahe zu heiß wurde.
Obwohl Heimlichkeiten jeglicher Art im Himmel verboten waren, rieb sich Gott im Anblick des geknickt dort stehenden Höllenfürstes heimlich vergnügt die Hände.
´Weiter soo!`, sagte er sich. „Und die etwas Älteren werden Nikolaus` Rentier versorgen und die Osterhasen füttern, anstatt sie zum Braten zu verarbeiten!“
„Neeinn, das kannste doch nicht wollen. Die werden dann vielleicht noch zu Tierschützern?!“
Vor Entsetzen darüber ergrautn die Spitzen seiner höllisch roten Teufelshörner. Dummerweise warf er zufällig einen Blick in den über dem herrlichen Schreibtisch des Herrn schwebenden Spiegel und der Schock ob der nun grauen Hörnerspitzen saß tief.
´Um Höllenswillen!`
Noch bewies er immerhin die Kraft, nicht den himmlischen Gegenpol anzurufen.
„Und - meine Jungteufel … ?“
„Die polieren die Wolkenzimmer auf Hochglanzweiß und backen Manna.“
„Die proben ´nen Aufstand und wünschen mich zum Teufel!“, jammerte der Höllenfürst.
Hoch erfreut registrierte der himmlische Herrscher die Wirkung seiner göttlichen Worte. Der Teufel hielt sich ja nur mit Mühe noch aufrecht. Nicht allein dessen Hörner waren jetzt grau, sondern genauso die Fellspitzen dazwischen.
„Und ich?“, stieß der Teufel heraus. „Was muss ich tun?“
Horrorvorstellungem machten ihm zu uschaffen, die er lieber rasch verdrängte.
„Für Dich habe ich mir eine ganz besondere Freude ausgedacht!“
„Freeuude ... ?“
Der Teufel wagte es wirklich, diese Beemrkung des allerhöchsten Wesens des Universums anzuzweifeln, zunindest in dem Maße, in dem er es, so angeschlagen er sich fühlte, noch imstande war. Zunehmend erschüttert stand er dort mit grauen Hörnern, grauweißen Fellspitzen und mittlerweile aschgrauem Gesicht.
„Ja, Du wirst heilige Aufträge erledigen, die derEhre Gottes dienen!“, verkündete Gott.
„Die der Ehre ...? Als ... d..da w..wären??“
Dem Teufel swurde es schlechter und schlechter, ihm schwindelte es.
„Du wirst mir während der Andachten in der Himmelskapelle zur Hand gehen und auch mitbeten!!"
Es war zuviel. Der Teufel wurde bleich wie der Tod, vergaß alle guten Vorsätze und erst recht den himmlischen Urlaub und entschwand mit einer grässlichen Schwefelstinksalve in seine heimatlichen Gefilde.
„Puuh, den bin ich los!“, triumphierte Gott erleichtert. "Der kommt so schnell nicht wieder!"
Im Himmel kehrte wieder Ruhe ein.