PFINGSTSONNABEND
Von
egalis
Samstag 08.06.2019, 11:35
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egalis
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Plattdeutsch von Hinni Trauernicht, Spetzerfehn,
ich, egalis, habe auf dem Insel-Bauernhof, auf dem ich eine zeitlang lebte, die Ziegelsteingänge in Flur, Waschküche und Stall, mit heißem Sodawasser so lange schrubben müssen, bis sie glühendrot waren
ziemlich wortgetreu übersetzt von elbondo 08. Juni 2019
Heute ist Pfingstsonnabend. Das ist für uns ein Sonnabend wie jeder andere auch – froh, dass man danach zwei Tage frei hat. Dass das die Geburtsstunde von unserer Kirche ist, weiß heute fast keiner. Für unsere Fehntjer Vorfahren war das ein ganz besonderer Tag: „Kleiner Sonnabend“, wurde dieser Tag genannt. Das hatte mit dem Torf graben zu tun. Das Torfgraben war eine schwere Arbeit. Darum hauten sich die Torfgräber morgens, wenn sie zur Arbeit gingen, erst einen großen Buchweizenpfannkuchen oder einen Weizenpfannkuchen mit zwei Eiern hinter die Knopflöcher.
Um drei Uhr standen sie am Pfingstsonnabend schon auf, damit sie um elf Feierabend machen konnten. Es kamen viele aus der Oldenburger Gegend, die wollten Pfingsten nach Hause und machten sich denn zu Fuß auf den Weg.
Doch zuerst wurde im Moor noch eine Pfingstbank gebaut. Gerade so wie eine Treppe ging das denn von der letzten Bank (aus dem Torf gestochen) nach unten.
Mit Blumen, am liebsten nahmen sie Pfingstblumen (Flieder, Pfingstrosen), wurde das torflange Stück Moor ausstaffiert.
Der alte Torf vom vergangenen Jahr wurde am „Kleinen Sonnabend“ in Brand gesteckt. Viele junge Leute machten sich einen Spaß daraus, die Torfhaufen von den Nachbarn in Brand zu stecken.
Auch Maibäume (geschmückte Birken) wurden Pfingstsonnabend aufgestellt. Wer ein neues Haus gebaut hatte, kriegte einen Maibaum.
Die Scheunen von den meist kleinen Bauern mussten bis Pfingsten geschummelt (gesäubert) sein. Grüne Birken und bunte Pfingstblumen hingen an Decke, Balken und Schotten (hölzerne Trennwände in den Ställen).
Die Backsteine wurden „rotjert“ und mit weißem Sand bestreut.
Pfingsten war nicht nur für die Fehntjer ein Fest mit viel Freude. Der lange Winter war vorbei, die erste Arbeit im Moor war getan. Anders als heute saßen die Menschen in der Kirche und dankten ihrem Herrgott, dass sie gut durch die harten Wintermonate gekommen waren.
Und sie hörten das von ihrem Pastor ebenso, wie das in der Apostelgeschichte in Kapitel zwei steht.