OMA ELKE ERZÄHLST DU MIR EINE GESCHICHTE?
Von
egalis
Mittwoch 29.04.2020, 21:51
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egalis
Mittwoch 29.04.2020, 21:51
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„OmaElke, erzählst du mir eine Geschichte?“ Patrizia fragt das immer, wenn sie bei OmaElke ist.
Dann muss OmaElke fragen: „Wovon soll ich denn erzählen?“
Patrizia überlegt und schlägt vor: Die Geschichte mit „Sieben Söhne...“
Das sagt sie auch jedes Mal.
Diese Geschichte ist schon sehr alt. OmaElke hat sie von ihrem Papa erzählt bekommen. Und der hat sie wieder von seinem Vater. Und wer weiß, vielleicht hat dieser schon alles von seinem Opa gehört...
Also fängt OmaElke an:
Es war einmal ein Mann, der hatte sieben Söhne. Die sieben Söhne sprachen: Vater, erzähl uns eine Geschichte!
Da fing der Vater an:
Ees waar einmaal ein Maann, deer haatte siiieben Söööhne. Die siiieben Söööhne sprachen: Vaaater, erzähl uuuns eine Geeeschichte! DafingderVateranEswareinmaleinMannderhattesiebenSöhnediesiebenSöhnesprachen: ....
Das ist eine Endlos-Geschichte. Irgendwann wird das langweilig und als Patrizia mit Mama und Papa wieder nach Hause fahren muss, verspricht OmaElke ihr, dass sie sich eine andere Geschichte von den sieben Söhnen überlegt. Und wenn Patrizia wiederkommt, will sie ihr die erzählen.
Bei einem nächsten Besuch fragt Patrizia nach: "OmaElke, erzählst du mir eine neue Geschichte von den sieben Söhnen?" OmaElke nickt.
Es war einmal ein Mann, der hatte sieben Söhne, die liefen durch den Wald.
Doch dort war es sehr kalt.
Die sieben Söhne froren an Händen und an Ohren. ....Sie nahmen sich in den Arm,
da wurde ihnen warm.
Sie waren wieder heiter und liefen fröhlich weiter. Bald kamen sie nach Haus
und hier ist die Geschichte aus.
Aber damit ist Patrizia nicht einverstanden:
"OmaElke, noch eine Geschichte!" -
OmaElke überlegt: "Also gut, hör zu":
Die Söhne kamen doch noch nicht nach Haus. Und die Geschichte ist auch noch nicht aus.
Wo waren wir denn stehen geblieben? Ach ja: Bei den Söhnen, den sieben.
Sie waren wieder heiter und liefen fröhlich weiter. Dann spielten sie Verstecken
unter Bäumen, hinter Hecken. Und liefen ganz geschwind um die Wette mit dem Wind.
Dann sahen sie ein Schwein, das war ganz allein.
Und sie riefen: Schwein, komm doch her! Aber das fürchtete sich sehr.
Es war noch nie allein im Wald. Doch die Angst legte sich bald.
Die Söhne haben es nach Haus gebracht, und der Vater hat ganz laut gelacht,
das hörte man überall. Er brachte das Schwein in den Stall.
Da lag es dann warm im Stroh und war ganz mächtig froh.
Dann war der Tag zu Ende. Alle reichten sie sich die Hände und riefen: Gute Nacht, Brüüder,
gute Nacht, Vaater! gute Nacht, Schwahein!
Und das Schwein grunzte: Gute Nacht, ihr sieben Söhne! Dankeschön, dass ihr mich aus
dem Wald mitgenommen habt!
Und der Vater gab jedem Sohn einen Kuss und sagte jedem: Gute Nacht.
Die Söhne müssen Namen haben
Patrizia ist noch nicht zufrieden. Sie meint, die sieben Söhne müssten auch Namen haben. Also überlegt sie mit OmaElke sieben Namen.
Und einmal macht Patrizia einen Vorschlag und OmaElke fällt ein anderer ein. Schließlich haben sie die Namen für die sieben Söhne zusammen:
Der größte soll Friedrich heißen, meint Patrizia. Der Zweite ist Josef und Rudolf der Dritte.
Ernst ist von den Sieben genau in der Mitte. Dann kommt Karlheinz und Albert danach
und Benjamin heißt der kleinste.
Jetzt will Patrizia ein Bild von den sieben Söhnen haben.
OmaElke malt ihr die sieben Söhne und den Vater von den sieben Söhnen und ein Stück vom Wald,
in dem die sieben Söhne immer spielen. Der ganze Wald passt nicht auf das Blatt. Dazu ist er zu groß.
Und OE zeichnet auch noch das Haus vom Vater und den sieben Söhnen
Aber das kommt später
Patrizia besucht die sieben Söhne
"Kann ich auch zu den sieben Söhnen?" will Patrizia wissen. "Ja, warum denn nicht?", meint OmaElke und schon zeichnet sie Patrizia hinter einen Baum.
Die sieben Söhne spielen gerade Verstecken und der kleine Benjamin hat sich genau den Baum ausgesucht,
hinter dem Patrizia steht. "Huch", sagt Benjamin, da hast du mich aber erschreckt! Das ist ja prima, dass du uns besuchen kommst!", und dann ruft er laut:
"He, Friedrich, Josef, Rudolf, Ernst, Karlheinz, Albert, seht mal, wer uns besuhucht!“
Da kommen alle Brüder aus ihren Verstecken und begrüßen Patrizia und freuen sich und lachen und sagen, „Komm mit zu uns. Dann siehst du, wo wir wohnen."
Ein seltsames Haus
Die sieben Söhne haben in der Nähe von ihrem Zuhause gespielt. So ist der Weg nicht weit. Als sie auf den freien Platz zugehen, wo sie wohnen, bleibt Patrizia wie vom Donner gerührt stehen. „Daaas ist euer Haus?“ fragt sie erstaunt. „Das ist ja gar kein Haus. Das ist ja ein Schiff oder so was ähnliches!“ Sie wundert sich mächtig. Jeder der sieben Söhne grinst übers ganze Gesicht und sie rufen ihren Vater. „Vater, komm mal! Wir haben Besuch! Patrizia ist da.“
Der Siebensöhnevater sieht aus der Tür, bindet sich schnell die Schürze ab, er hat nämlich gerade abgewaschen und kommt die Treppe herab.
Er breitet seine Arme aus und freut sich auch: „Hallo, Patrizia, herzlich willkommen bei uns im Wald.“ Dann holt er ein Wischtuch aus der Küche und reibt den Waldstaub vom Gartentisch und der Bank vorm Haus.
Beim nächsten Gang bringt er ein großes Tablett mit. Darauf stehen neun bunte Becher, ein großer bunter Krug mit Saft und ein riesiger bunter Teller, auf dem viele bunte Kekse liegen.
„Lecker“, sagt Patrizia. „Ich liebe Saft und Kekse“.
Die Kekse haben die sieben Söhne selber gebacken. Der Vater hat aber dabei geholfen.
Alle Neune sitzen um den Tisch herum und lassen sich Saft und Kekse schmecken.
Die Sonne schickt ihre langen Strahlenfinger durch die Löcher im Blätterdach. Ob sie auch von den Keksen naschen will?
Die Vögel singen um die Wette.
Es ist richtig schön gemütlich beim Vater und seinen sieben Söhnen im Wald.