Olondula 2
Von
Fiddigeigei
Mittwoch 26.12.2018, 16:33 – geändert Mittwoch 26.12.2018, 16:35
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Fiddigeigei
Mittwoch 26.12.2018, 16:33 – geändert Mittwoch 26.12.2018, 16:35
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Die Rede des Mäusefürsten an sein Volk:
Mein geliebtes Mäusevolk, heute habe ich euch versammelt, um eine grosse Tat, nämlich, ein Nest zu bauen, in dem ein Menschenkind Platz findet.
Unsere so genannten Freunde ähhh…, in der Luft, die Tauben, brauchen uns, das mächtige Volk der Feldmäuse um einem kleinen Menschenkind ein warmes Nest zu bauen. Was sind eigentlich diese Tauben ohne unsere Hilfe? fliegen völlig sinnlos in der Luft herum……….., Tiberia, rammte spätestens hier ihrem Mann die kleinen Fäuste in die Mäuserippen, - Tiberius, komm zur Sache, wir wollen einem kleinen Menschenwurm ein warmes Nest bauen!
Also stotterte Tiberius gezwungenermassen, kurz gesagt: Mäuse schärft eure Zähne und schneidet knusper- knisper alles Stroh klein und schafft es auf einen Haufen. Weitere Anweisungen folgen, von oben!!
Dabei warf er einen neidischen Blick ins Dachgestühl wo Cäsar göttergleich und beflügelt unter dem Dach sass und schadenfroh auf die bodenständige Mäusebrut herabsah.
Gerdi war auf dem Tempel, dem Zentrum von Bethlehem gelandet. Sie schickte Augustus und Augusta sowie Pepina und Pepino zu ihren Bekannten und Verwandten: Verkündungsauftrag:- Uns wird heute ein Kind geboren-.
Die verwöhnten, satten, Stadt-Tauben, die längst im tiefen Schlummer versunken waren, rieben sich die Knopfaugen unter dem Gefieder und ruckten und muckten: Ja sind denn unsere Vettern vom Lande verrückt geworden. Eine Geburt, jetzt mitten in der Nacht!
Aber als sie ihren Kopf aus den Flügeln streckten, da war es taghell.
Und schnell verbreitete sich der Ruf: wir treffen uns alle auf dem Tempeldach!
Als die Tauben- Stadtfräcke , Gerdi ohne Anzeichen einer Schwangerschaft sahen, wollten sie in ihrer Wut mit ihren Schnäbel auf Gerdi los gehen, aber Gerdi war zur Heldin gewachsen und hielt ihre Rede:
Tauben von Bethlehem, Brüder und Schwestern, heute geht es um einen kleinen Menschen, der noch vor Mitternacht geboren wird .Er wird unser Freund sein und deshalb wollen wir ihn in ein warmes Nest betten, weicher als alle Betten die Menschen bereiten können.
Seine Macht ist das Licht, dass könnt ihr ja sehen! Also folgt mir, wenn ihr noch einen Funken Taubenmitleid in euch habt.
Und ohne weitere Worte erhob sich Gerdi und flog zurück in den Stall draussen vor der Stadt und oh Wunder, die Tauben von Bethlehem folgten ihr und sie sahen das helle Licht und den Stern der vor ihnen herflog.
Cäsar hält seine Rede an das Taubenvolk von Bethlehem:
Tauben, die ihr diese Nacht der Nächte erleben dürft, habt die einmalige Chance, einem kleinen armen Menschlein ein Nest zu bauen.
Tauben, wir brauchen eure Federn, aber nur den warmen flauschigen Brustflaum. Dazu setzt sich jede der Reihe nach auf den Balken über den beiden Menschen, zupft, was jeder spenden kann und fliegt dann zurück aufs Dach, und setzte Cäsar streng hinzu: und, dass mir keiner vor Aufregung was anderes als Federn fallen lässt, verstanden!
Sosus, Schlendrius, Goliat und Stotterer, ihr folgt mir in den Stall auf den Boden und helft mir das Nest zu bauen.
Gerdi und einige erfahrene Taubenmütter, verstärkt durch die mutige Mäusefürstin Tiberia und ihrem weiblichen Hofstaat setzten sich um Sarah herum um ihr in ihrer schweren Stunde Beistand zu leisten. Olondula musste Dolmetscherin spielen und die aufgeregten Ratschläge der vereinten Mutterschaften an Sarah weitergeben.
Von oben begann es nun Federflausch wie Schnee herab zu regnen und Mäuse und Tauben zupften,knusperten,steckten und flochten gemeinsam, bis das Nest fertig war. Die letzten Federchen wurden lose in das Nest gelegt und das Kind konnte damit wie mit einer Decke zugedeckt werden.
Sarah war so beschäftigt, dass sie beinahe alle Schmerzen vergass und das Kindchen, welches sich mit einem Schrei meldete gleich in das warme Nest legte, wo es dann zu lächeln begann.
Sarah, sagte zu dem noch ganz verdatterten Simon: Simon, bist du einverstanden, wenn wir das Kind
nennen?< Und Simon nickte>.
Als die Tauben draussen auf dem Dach von der Geburt hörten drehten sie eine Ehrenrunde und die Schar der Mäuse tanzten ihren berühmten Ehrentanz, der sonst nur ihrem König zustand.
Der alte grimmige Stall aber, war so gerührt, dass er sich knarrend ganz zusammenzog und kein kalter Luftzug mehr dem Kleinen im Nest schaden konnte.
Am Morgen, den 25. Dezember vor 2018 Jahren wachte eine kleine weisse Taube, in einem alten wackeligen Schafstall, der weit ab der Stadt Bethlehem liegt, auf.
Vorsichtig steckt sie ihr Köpfchen unterm Flügel hervor. Sie schaut in den Stall hinab, dort liegen Reste von Heu und Stroh, Licht fällt durch die großen Spalten der Stallwände. Ein Mäuschen rennt zu seinem Bau.
Dann blickt sie aus dem Ausflug in einen neuen hellen und lichten Tag.
Weihnachten
Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,
Mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit,
Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
Schöne Blumen der Vergangenheit.
Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
Und das alte Lied von Gott und Christ
Bebt durch Seelen und verkündet leise,
Dass die kleinste Welt die grösste ist.
(Ringelnatz)
Frohe und friedliche Weihnachten
Carlos